Am 18. September sind 50 Betroffene von Missbrauch an deutschen Jesuiteneinrichtungen in Berlin mit den Vertretern des Ordens zum zweiten Mal am Eckigen Tisch zusammengetroffen.

Pressemitteilung

11 Kommentare

  1. Ich finde es sehr bedrückend, dass uns die Jesuiten in pcto. Genugtuungszahlung immer mehr in die Rolle der Bittsteller drängen.

    Dass die Zahlung einer Genugtuung auch ein Teil der von den Opfern angebotenen Versöhnung ist, mag von den Jesuiten mittlerweile vielleicht erkannt worden sein.

    Dass aber für die Gewährung dieser Versöhnung die Jesuiten die Bittsteller sind/sein müssten, wollen sie offensichtlich nicht wahr haben/akzeptieren.

    Dieses Verhalten ist unredlich und wirft Zweifel in pcto. ehrlichem Miteinanderumgehen auf.

  2. Man möge mir meinen unvermittelten Quereinstieg verzeihen.
    Aber gibt es hier außer dem Bemühungen um Entschädigung/Entschuldigung/Verarbeitung noch etwas anderes, was den kirchlichen Opfern und Initiatoren dieses eckigen Tisches am Herzen liegt?

    Ich würde mich freuen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
    MfG. Klaus Klüber

  3. Focus online
    Missbrauchsopfer fordern höhere Entschädigung

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kriminalitaet-missbrauchsopfer-fordern-hoehere-entschaedigung_aid_553422.html

    Frankfurter Rundschau
    Missbrauchsopfer lehnen Entschädigung ab

    http://www.fr-online.de/politik/missbrauchsopfer-lehnen-entschaedigung-ab/-/1472596/4657462/-/index.html

    Welt.de
    Jesuiten sollen 83.000 Euro pro Missbrauchsopfer zahlen

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article9735314/Jesuiten-sollen-83-000-Euro-pro-Missbrauchsopfer-zahlen.html

    domradio.de
    Nicht einvernehmlich
    Missbrauchsopfer fordern hohe Entschädigung von Jesuiten

    http://www.domradio.de/aktuell/67558/nicht-einvernehmlich.html

  4. @Klaus Klüber bitte erkläre dich, was meinst du mit den dingen um die es sonst noch gehen könnte? meinst du ein geändertes gesellschaftliches verhalten dem missbrauch gegenüber? prävention? Aussöhnung?
    kann man alles drüber reden.. aber sind es echt die missbrauchsopfer, die das alles bewältigen sollen?

  5. Hallo Michael

    Du hast völlig Recht, wir leben in einer verquerten Welt.
    Wer, wenn nicht von Unrecht und Missbrauch Betroffene hätte das Recht und die Kraft, um von unserer Gesellschaft Veränderungen bestehender Missverhältnisse einzufordern?
    Ich sage Dir ganz ehrlich, mich persönlich macht es sehr betroffen, wenn sich gegenwärtige Diskussionen vorwiegend um Entschädigungsfragen drehen, aber kaum jemand daran denkt, etwas zu einem echten präventien Schutz zukünftiger Kindergenerationen beizutragen.

    Genau dieses Versäumnis habe ich gemeint.
    Natürlich empfinde ich es genauso wie Du als eine schmerzhafte Tragödie, dass es einstigen Opfern vorbehalten bleibt, um unsere Gesellschaft auf notwendige Veränderungen aufmerksam zu machen.
    Zumindest ist mir dergleichen weit wichtiger als millionenschwere Entschädigungszahlungen.
    Du verstehst? Mich würde es freuen.
    MfG. Klaus

  6. Wir sprechen auch mit Jezuieten aber wenn den General in Rom jetzt sagt Wir folgen die lokalen Gesetze und uberlassen es den Provinzen dann ist dass meiner meinung nach nicht die richige Losung zur richtigen Veranderungen und praventien Schutz zunkunftiger Kindergenerationen weltweit!

  7. @Klaus Klüber

    wenn die Kirche vor empfindlicher Busse, wie es eben Geldbusse is,t gefeit sein wird, dann wird es auch mit der Motivation zur Prävention bald wieder vorbei sein. Dann nämlich wenn die Presse genug vom Thema hat..

    Nein, nein, Busse muss sein und Sühne muss schmerzen, eben damit man für die Zukunft was lernt, da ist es mit Worten nicht getan!

  8. Hallo Michael

    wie naiv muss man eigentlich sein, um von der Vorstellung auszugehen, dass z.B. 80000 Euro pro Sündenfall ausreichen würden, um Kirche und Staat so ernsthaft zu treffen, um sie zu mehr präventiven Handeln zu bewegen?
    Ist doch wohl wirklich lachhaft.
    Das ganz hin und her, ist doch lediglich taktisches Geplänkel, um der Kirche weiterhin das Aussitzen von Problemen auf dicksten Geldsäcken zu ermöglichen. Schließlich verdienen sie sich ja selbst an den Folgebehandlungen ihrer verquwerten Machtpolitik noch dumm und dämlich.
    Wenn Buße demnach die richtige Wirkung erzielen soll, dann wären wohl eher Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe pro Opfer angebracht, um sie zu einem verantwortungsvolleren Handeln innerhalb unserer Gesellschaft zu animieren.
    Die paar Euros die die gegenwärtigen Betroffenen heute eventuell erwarten könnten, zahlen die doch mal ganz locker aus der Portokasse.
    Kirche und Bescheidenheit sind eben zwei Dinge, die so gar nicht zusammenpassen.
    Ich finde dass die Opferverbände hier ein wahnsinniges Potenzial verpassen, mehr zum Schutz künftiger Kindergenerationen beizutragen.
    Deshalb versteh ich nicht, warum so viele die Kirchen kritisieren, wenn sie doch gleichfalls nach der Devise handeln. „Jeder ist sich selbst der Nächste“
    Einen angenehmen Tag wünschend
    Klaus Klüber
    http://www.ex-heimkinder.de

  9. @Klaus Klüber, kann schon alles so stimmen. Klar haben die Betroffenen eine Verantwortung für die Zukunft. Sie stehen aber auch verdammt alleine da. Wo sind denn alle Profi-Verbände, die mit am Runden Tisch sitzen? Keiner hat Hilfe angeboten. Nein, die Opfer müsssen sich ganz alleine durchwursteln und wenn sie da naiv und unerfahren vorgehen, wer will Ihnen das verübeln? Opfer sein ist kein Lehrberuf und jede Opfergruppe fängt bei null an und muss wertvolle Erfahrungen erst selbst sammeln.
    Wie Du schon sagst Klaus, jeder scheint sic selbst der nächste zu sein, die jeweiligen Opfer stehen alleine im Regen..
    Der Jesuiten-Orden aber ist scheinbar verarmt, mehr als 5.000 sind nicht zu leisten.
    Hier ein Beispiel, von der homepage jesuiten.org:

    Das Internat des Aloisiuskollegs bietet Plätze für 55 Mädchen und 120 Jungen. Untergebracht sind sie in verschiedenen, auf dem weitläufigen parkähnlichen Gelände des Kollegs verteilten Häusern: Die Internatsschülerinnen wohnen im neu errichteten Mädcheninternat an der Elisabethstraße mit weitem Blick auf das Rheintal und das Siebengebirge, die Internatsschüler in der klassizistischen Villa ‚Stella Rheni’ (Unter- und Mittelstufe), im frisch renovierten Mittelbau (Mittel- und Oberstufe) oder im Jägerhaus (Oberstufe).

  10. Hallo Michael
    Opfer sein ist kein Lehrberuf……….
    Eine wahrlich zutreffende Formulierung. Ähnlich wie Opfer weitgehend sich selbst überlassen bleiben, weil unsere staatlichen Ordnungsorgane, die sich sonst bemüßigt fühlen alles und jeden in Vorschriften zu pressen, sich ausgerechnet gegenüber schwachen/geschädigten Mitbürgern und Ihrem Schutz kaum mehr für zuständig fühlen.
    Tja Pech gehabt, verjährt, Stempel drauf und ruh is.

    Ich möchte Dir in der Ansicht widersprechen, Geschädigte stünden in der Pflicht Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Das ist natürlich Nonsens hoch drei.
    In der Pflicht stehen einzig unsere staatlichen Ordnungsorgane für dessen Unterhalt jeder Bürger mit eigenem Einkommen, mit seinen Steuern und Abgaben bezahlt.
    Insbesondere gegenüber Heimkindern verstießen diese Ordnungsorgane in eklatanter Weise gegen rechtsverbindliche Fürsorgepflichten und zieren sich heute wieder genauso wie die ausführenden Kirchen, ihrer Verantwortung gegenüber den Geschädigten und Folgen der durchlittenen Leiden in angemessener Weise zu entsprechen. Von den Toten, die sich aufgrund ihrer schändlichen Kindheitserfahrungen bereits frühzeitig das Leben nahmen ganz zu schweigen. Dabei gehören diese eigentlich an erster Stelle genannt um für die nichtbetroffenen Mitbürger überhaupt erstmal das Ausmaß der destruktiven Dimensionen begreiflich zu machen, worüber wir hier eigentlich sprechen.

    Innerhalb dieses Rahmens hielte ich es für wünschenswert, wenn sich jeder wieder ein wneig mehr seiner/ihrer eigenen Verantwortung seines eigenen Handelns sich selbst und gegenüber unseren Mitmenschen bewusst wird.
    Damit wäre schon viel Gutes erreicht.
    Da wir von einem solchen Bewusstsein aber weiter entfernt sind denn je, würde ich mir von Betroffenen auf freiwilliger Basis wünschen, selbst darüber nachzudenken und Vorschläge an unsere nichtbetroffenen Mitbürger zu richten, wie nachfolgende Generationen von Kindern und Mitmenschen möglichst vor selbst durchlittene Erfahrungen bewahrt werden könnten.

    Ich habe es bereits versucht und wie viele andere Betroffene bislang kein Gehör gefunden.
    Dies heißt aber doch nicht sich damit abfinden zu müssen, dass die eigene Stimme nicht laut genug gehört wurde.
    Genau aus diesem Grund versuche ich für meine Ideen der Prävention verständige Mitstreiter zu finden, damit unsere Stimmen lauter und lauter werden, bis sie nicht mehr zu ignorieren sind. Deshalb versuche ich auch hier zu sensibilisieren und Bewusstsein zu schaffen.
    Ich würde mich freuen, wenn sich die Beteiligten von hier auch der Idee, grundlegender Prävention durch Aufklärung und kontinuierlicher Sensibilisierung durch ein reformiertes Bildungswesen anschließen würden. Ich denke es dürfte nicht schwer fallen miteinander in Kontakt zu treten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Klüber