Im Berliner Tagesspiegel hat Claudia Keller in einem gründlichen Beitrag den jahrzehntelangen Missbrauch am Bonner Aloisuskolleg analysiert, der bis in die Gegenwart reicht.

Einmal mehr zeigt sich, dass Aufarbeitung ein langwieriges Unterfangen ist.  So wichtig solche Beiträge sind: Warum müssen Journalisten die Arbeit machen, die von einer unabhängigen Kommission umfassend und systematisch geleistet werden sollte?

 

15 Kommentare

  1. „Übergriffigkeit ist – auch – ein Erfolgsprinzip“ lautet eines der „Missbrauchsmantren“ einer Arbeitsgruppe von Betroffenen, an der ich mich beteilige.

    Eigenschaften und Verhaltensweisen, die in dem Godesberger Milieu offenbar erwünscht sind, können eben auch sexualisierte Übergriffigkeit begünstigen.

    Und: neben wirtschaftlichen gibt es auch soziale Kartelle. Ideale Biotope für Täter und Täterunterstützer.

    Alle die so etwas nicht weiter mittragen bzw. dulden wollen, sollten die unabhängige Aufarbeitung des Phänomens sexueller Missbrauch unterstützen. So wie es Herr Rörig, der nun leider bald scheidende UBSKM vorgeschlagen hat.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland die in ihrer Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  2. Nachtrag: die Verantwortlichen sträuben sich nicht allein, weil sie angesichts der systematischen sexuellen Ausbeutung von Kindern in ihren Institutionen überfordert sein könnten….. sie befürchten, dass die entsprechende Begleit- und Beschaffungskriminalität zu Tage gefördert und öffentlich diskutiert wird

    http://www.taz.de/!62990/
    http://www.taz.de/!72277/

    Im Falle der Odenwaldschule hat sich vor allem deren langjähriger Geschäftsführer Günther Schweigkofler als Stifter hervorgetan. Sein Personal war treu (wollte ja den ergiebigen Jagdgrund nicht verlieren), das Publikum geradezu süchtig nach reformpädagogischen Predigten.

    Dank bester Kontakte zu Menschen, die als „wichtig“ galten und gelten, war es sicherlich leicht möglich, mit dem Betrieb der Schule gute Gewinne zu erzielen. Ökonomie: Kosten minimieren, Gelder umleiten, indem sie dort investiert werden, wo sie möglichst ohne Steuerverluste wieder abgeschöpft werden können.

    Kontrolle: keine. Oder nur pro Forma. Wozu hat man „gute Freunde“.

    Man mag sowas auch als Veruntreuung öffentlicher Mittel ansehen. Den Tatbestand der Kartellbildung erfüllt es auf jeden Fall.

    Oh, es stünde den vermeintlichen Bessermenschen aber nicht gut zu Gesicht, sollte das jemals alles öffentlich thematisiert werden.

    Die Kollegen aus der Kirchenfraktion beginnen normalerweise zu Schweigen, zu Pöbeln oder zu Schwafeln, wenn sie sowas auf sich zukommen sehen. Genug Beispiele dafür sind hier auf ET und andernorts eingestellt.

    Die Laien in den entsprechenden korrupten Netzwerken übernehmen dann das Jammern. Und Mauern.
    http://www.anselmneft.de/texte/aufs%C3%A4tze-und-artikel/das-schweigen/

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  3. Nicht nur die verschiedenen Arten von Missbrauchskriminalität scheinen systemimmanent.

    Es spricht einiges dafür, dass auch die Akquise und die Zurichtung von Tätern systematisch betrieben wurde. Zum Beispiel in Priesterseminaren.

    http://www.fr-online.de/panorama/wohnen-im-priesterseminar-wg-mit-priestern,1472782,28070704.html

    Herr Kronenburg, vormals Pressesprecher bei Herrn Ackermann in Trier sollte über die Hintergründe und Bedingungen der klerikalen Missbrauchskriminalität Bescheid wissen. Würde ich meinen….
    http://www.fr-online.de/panorama/bistum-trier-bischof-weist-missbrauchsvorwurf-zurueck,1472782,11930998.html

    Und hier plaudert einer aus dem Nähkästschen…. sozusagen….
    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Stadtberger-im-Gespraech-Sie-geisseln-sich-dafuer-dass-sie-Sex-haben-id27758507.html

  4. Das Borromäum kenne ich von innen. Freundinnen im Bett ohne Anmeldung, sondern stillschweigend gab es damals schon. Da wurde den Herren Zukunftspriestern auch das Zimmer geputzt, ist das heute nicht mehr so?Von den 40 Anwärtern im 1. Semester gab es dann im 10. Sem nur noch eine spärliche Handvoll.Hatte aber nichts mit zukünftigem Priestermangel zu tun. So mancher konnte sich mit seinem Aufenthalt im Borromäum erstmal vor der Bundswehr drücken.Zivi zu werden war damals alles andere als einfach.

  5. „Das Borromäum kenne ich von innen. Freundinnen im Bett ohne Anmeldung, sondern stillschweigend gab es damals schon.“

    @XYZ,

    auch Freunde im Bett (ohne Anmeldung)? Auch ganz besonders junge „Liebes“-objekte ?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  6. frau oetken, schwul war damals kein thema.nur ausserirdische waren schwul.und die gingen nach berlin. frauenhelden waren gefragt. mitte der 80 er, also mehr als 10 jahre danach, ist genau in dem haus einer mit dem anderen durchgebrannt. das ist ein riesiges ding, dieses gebäude. gegenüber vom dom. dieses haus war freizügig in höchster potenz.parties auf den zimmern. gäste mit zum essen im saal.wer nicht alleine übernachtete, hing das schild bitte nicht stören an die klinke. mal zum üben, die werden schon erkennen,dass frauen nichts sind.war aber ein schuss in den ofen, nach dem 4. semester waren 2 freisemester an anderen unis und danach kamen die meisten nicht mehr zurück.heute ist das kandidaten werben und das haus finanzieren. die anderen studentenheime hatten besuchsverbote..mit heimleitung an der pforte..ins priesterseminar durften nur männer. das war dicht. was da los war..wissen andere.

  7. „frau oetken, schwul war damals kein thema.nur ausserirdische waren schwul.und die gingen nach berlin. frauenhelden waren gefragt.“

    @XYZ,

    und das waren dann dieselben Männer, die zwei Sorten Menschen als Sexklo missbrauchen: Frauen UND Kinder?

    Solcherart psychosozial abweichende Menschen finden Sie zwar überall in der Gesellschaft: aber innerhalb der Priesterschaft scheint es sie häufiger zu geben. Haben Sie eine Ahnung, wie das kommt?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  8. Die 68 er Männer haben Frauen benutzt. Kirche hat das übernommen.Im Borromäum waren und sind grundsätzlich keine ordensleute. es waren damals weltpriesteranwärter und eine ganze reihe hat laut gesagt, ich drück mich hier nur vor der bundeswehr, im freisemester bin ich weg.und am ende des studiums klag ich mich raus. der rest war nach dem freisemester weg wegen freundin. alles studenten, junge nach dem abitur. ich nehme an,nach dem studienabschluss waren im priesterseminar die..speziellen. die tätergeneration ist viel älter. und zahlenmäßig hielten die sich meist in internaten auf..börromäum ist für weltpriester. ordensleute sidn unter verschluss,von anfang an. wer da geübt hat, hat wegen promotion zum beispiel draussen gewohnt udn zwar alleine im apartement.ein doktorandenordensmann hat gleich seine haushälterin geheiratet. der konnte erstmal vom sozi leben…frau oetken, das ist alles komplizierter als sie denken. ich bin sicher, dass schwul sich auch damasl schon in männerorden getummelt hat . da gab es auch damals bereits faule witze zum thema schwul von denen, die rausgingen.. man hat das nicht so laut gesagt, dass man mal im priesterseminar war. das war eher ein versagen.wenn man rausging also blieb vieles geheim.was in den 70 ern oft vorkam, heirat. mann und frau. die anderen sind da wohl pfaff geblieben und haben auf den tag gewartet, an dem schwul nicht mehr verboten war.die internatspriester hatten keinen kontakt zu gemeinden oder überhaupt zum volk ausser zu eltern.die waren alle zusammengepfercht, ordensmänner und schülermitbrüder…sozial abweichend wie in tierheimen.ich kenne mich aus, bin tierschützerin. hunde, die lange in heimen gelebt haben und sich selber überlassen sind, werden abartig.das abgeschottetsein macht komisch.

  9. Borromäum ist nicht Priesterseminar. Im B haben die Studis gewohnt, nach Studienabschluss kamen die zukünftigen Pfarrer und Kapläne erstmal zur Aufbauausbildung ins Priesterseminar. Da war man abgeschottet. Wie das heute ist, keine Ahnung. Die werden aus diversen Diözesen zusammengetan.

  10. Ich muss immer dran denken, was sri chimnoy(richtig geschrieben?) mal zum thema zölibat gesagt hat. das muss man langsam einüben. wenn man das nicht tut, explodiert eine bombe.früher wurde sexualität bei den pfaffen einfach unterdrückt, hat mir ein ausgestiegener gesagt. mit gewalt udn kalten duschen. da gab es richtige programme. ich hab mal so ein buch in einem exerzitienhaus gefunden. hilfe…. auf dem kalten boden schlafen war eine andere methode. und sich foltern..frauenhass..beziehungslosigkeit aus angst vor schwul war das auch immer thema, bei frauenorden das lesbische. es wurde also nicht nur der sex unterdrückt und als schlecht bezeichnet, sondern auch beziehungen, der mensch als konkurrent zu gott,gott sollt ihr lieben. so ist es bis heute..einsamkeit mitten in der menge kam in orden weiblich und männlich regelmäßig vor. wie soll man da klar bleiben?dass man sich groß autauscht in orden ist nicht an der tagesordnung, das wird immer wieder erzählt und ich habe es erlebt..irgendwann geht die kanone los.wenn man so an den gründerder legionäre christi denkt, der hat seine eigenen mitbrüder sexuell mißbraucht, der litt an krankhafter selbstüberhöhung.was ich mir bei bestimmten anderen tätern auch gut denken kann. also, eingepfercht, keine auswahl, zwangsgemeinschaft, anti sex, anti frau, anti beziehung..da bleibt nicht mehr viel übrig.dass im buch unheilige macht so den schwulen das wort geredet wurde, spricht für sich..den mitbruder bewundern..alles recht kindlich kommt mir das vor. den papst anhimmeln tun nicht nur frauen.

  11. @XYZ,

    ja die Mär von der sexuellen Zeitbombe, die irgendwann platzt, wenn der Mann sich nicht von Zeit zu Zeit entladen darf kenne ich. Sie wird gern vorgetragen.

    Und wissen Sie: ich finde, es ist das mit Abstand Entwertendste, was man über Männer sagen kann. Bezeichnend, dass diese Theorie häufig sogar von Männern selbst angeführt wird. Sie sprechen sich damit selbst einen wichtigen Teil des Menschseins ab.

    So ein Männerbild offenbart eine sehr mechanische Sicht auf Sexualität und eine sehr feindselige auf Menschen.

    Diese Einteilung zwischen „männlich“ und „weiblich“ ist eh künstlich. Und eigentlich im praktischen Leben eher überflüssig.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  12. Missbrauch und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in von der Kirche geführten, aber staatlich subventionierten Fürsorgeeinrichtungen….

    Auch eine Form von „Missbrauch mit System“. Denn auch dort wurde den Kindern ein guter Teil der staatlichen Mittel vorenthalten. Und floss statt dessen in die Taschen der Träger. Die damit recht wohlhabend wurden und ihren Einflussbereich vergrößern konnten. Auf Kosten der ihnen anvertrauten Kinder. Und der Allgemeinheit.

    Ich nenne so etwas Veruntreuung. Von Geld wie einem Vertrauensvorschuss gleichermaßen.

    Kommt überall vor, wo Fahrlässigkeit und Vetternwirtschaft die notwendigen Kontrollen verhindert. Aloisiuskolleg, Domspatzen, Odenwaldschule… eine Mischpoke. Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

    Wer sich als Träger bzw. dessen Nachfolger dann bei der Aufdeckung dieser besonders ordinären Form von Kriminalität so verhält wie die Klerikader des Bistums Münster, offenbart gefährliche Schwächen.

    Bsp:
    http://www.bistummuenster.de/index.php?mySID=214f7a98b4a634e4223678b250fbc718&cat_id=20975&myELEMENT=298634

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  13. Die Kinderheimgeschichten gelten nicht nur für Dauerkinderheime, sondern auch für Ferienerholungsheime. Ich war mit 13 an der Nordsee in einem evangelischen Kinderheim, wo es Dunkelkammerstehen nachts gab für Lachen im Bett und angebranntes Essen essen.Essen war sowieso abgezählt..Kaserne war das…Erholungsheim hieß das.

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