Die Zeitschrift Publik-Forum, die sich als Forum kritischer Christen versteht, berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über den Stand der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an den Jesuiten-Einrichtungen. Wir dokumentieren den Text hier.

15 Kommentare

  1. Nicht nur Ako-Pro-Knüttgen spukt weiterhin am Aloisiuskolleg herum auch der als Schulleiter zurückgetretene Pater Schneider gibt dort eifrig weiter Nachhilfeunterricht.. Und Wort-am-Sonntag Monsignore und Ex-Rechte Hand am Internat kommt seinen ´geistigen Mentoer´ höchstfeierlich beerdigen. Am AKO hat sich nur auf dem Papier etwas verändert, die Realität findet in Bonn nicht statt. Der Orden hat den Schuppen nicht im Griff. Was sollen pädophile Jesuiten schon zu fürchten haben in einer Stadt, wo sie vom Dekan mit einem Altersitz versorgt werden und wo der untersuchende Staatsanwalt ausgerechnet ´Apostel´ heisst?

  2. Dass am AKO bezüglich der Täter – Opferzahlen „gemauert“ wird, fällt alleine schon beim Nachlesen älterer AKO Presseberichte des Bonner Genaralanzeiger auf.

    In besagtem GA Artikel (http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=757447 heisst es lt. Aussage C. Haep: „Bekannt seien dem Ako derzeit auf fünf Jahrzehnte bezogen 35 Beschuldigungen sexueller Grenzverletzungen, Übergriffe und sexuellen Missbrauchs, die sich auf nun 13 Beschuldigte, überwiegend Patres, bezögen“.

    Gleicht man diese Zahlen mit den Angaben aus dem Raue Bericht ab, fragt man sich; wie viele Opfer sind es denn nun wirklich? In dem Raue Bericht wird die Anzahl der Beschuldigten mit 6 Personen angegeben, die Zahl deren Opfer: Pater „Georg“ = 23 Opfer, Pater „Julius“ = 6 Opfer, Pater „Klaus“ = 2 Opfer, Pater „Ludwig“ = 1 Opfer. Das macht zusammen: 32 Opfer (Vorwürfe gegen Pater „Hans“ und Mitarbeiter „Ignatius“ nicht mitgezählt).

    Zieht man die Täterzahl 6 von den 13 Beschuldigten ab, verbleiben immer noch 7 Beschuldigte. Das macht zusammen, selbst bei nur Opfer Einmalnennung der verbleibenden 7 Beschuldigten, 39 Opfer.

    Dass sich selbst bei den bekannten Fällen diese Zahlenunstimmigkeit ergibt, ist sehr merkwürdig und wirft viele Fragen auf, ins Besondere; wie hoch ist hier die „Dunkelziffer“.

  3. Zwei Wochen, zwei Nachrichten:

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=792093

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=799147

    ..so wie Wort-am-Sonntag-Monsignore-Wahl, war auch Knüttgen ein Ziehsohn Stüpers, so wie Stüper ein Ziehsohn Brünings und Wallmeiers war. Ja im Schlösschen auf dem Heiligen Berg zu Bonn Bad Godesberg herrscht eine finstere Dynastie und ihre Handlanger sind alle noch da!

    Und wer bedankt sich beim eckigen Tisch, der einen nach dem anderen aufdeckt?!

  4. Ohne den zweifelsohne vorgefallenen Missbrauch leugnen zu wollen, sollte man bei allen Aussagen und Berichten vielleicht doch eine sachliche Ebene wahren, die hier leider wiederholt fehlt. Die Aussage, dass Pater Schneider Nachhilfe gibt oder gab ist schlicht und einfach falsch bzw. ein Missverständnis. Besagte „Nachhilfe“ war ein Treffen mit den angehenden Abiturienten aus seinem Kurs, den er aufgrund des Rücktritts aufgeben mussten. Das einzige Ziel war eine gute Abiturvorbereitung zu gewährleisten und den Unterrichtsausfall zu kompensieren.
    Dies ist nur ein Beispiel für teilweise schlicht und einfach falsche Aussagen, die die gesamte Debatte begleiten. Eine vermehrte Konzentration auf sachliche Korrektheit ist man zum Beispiel Pater Schneider schuldig, der es wie kein Zweiter verstand mit Schülern umzugehen.

  5. @Micheel Lehmann
    das Niveau ihres Kommentars spiegelt genau das immer häufig unsachliche und primitive Niveau der gesamten Diskussion wieder. Schade, dass Leute wie sie es anscheinend nötig haben sich bei solch einem ernsten Thema auf dieses Niveau herabzulassen und die Glaubwürdigkeit zu gefährden.

  6. Lieber AKO-Schüler,
    in punkto Glaubwürdigkeit empfehle ich dem intelligenten Leser einfach mal den oben erwähnten Zweischenbericht.
    Ihr hochverehrter Lehrer Schneider, der imFebruar wegen einer Klage gegen ihn zurückgetreten war, wurde noch im Juli mit den Fingern im Honigtopf erwischt!
    Sprich: Er hantierte immer noch mit Kisten voller Akt-Fotografien seiner Schüler herum!!
    Hatte er nicht bereits 2007 behauptet diese alle vernichted zu haben? Und hätte er nicht spätestens im Februar dieses Jahres die Bilder an die Untersuchungskommision übergeben müssen?

  7. @Georg Bohn
    wenn sie den Zwischenbericht genau lesen würden, wüssten sie, dass die besagten Fotografien erst nach dem Tod Pater Schneider überlassen wurden. Aktfotografien stammten wie aus dem Bericht eindeutig hervor geht ausschließlich von Pater Stüper und nicht von ihm selbst. Es kann des weiteren wohl kaum die Verantwortung für die vollständige Vernichtung der Fotos von 2007 bei Pater Schneider geben, oder soll er vielleicht die Zimmer von Pater Stüper durchsuchen? Es ist außerdem ohnehin fraglich, warum der früher verantwortliche Rektor Pater Werner in der gesamten Debatte keine Rolle spielt. Nicht Pater Schneider sondern Pater Werner war als Rektor für das gesamte Kolleg verantwortlich, was z. B. bei den Medien aber offensichtlich nicht bekannt ist.

  8. Lieber Ako-Schüler,

    1. Schneider wusste, dass Stüper die Grenzen seiner Schützlinge überschritt. Seine Mittwisserschaft ist u.a. im Abschlussbericht von U.Raue dokumentiert. Nur ein Beispiel: Schneider war anwesend, als Stüper sich im Gespräch mit Raue selbst als „pädophil“ bezeichnete. Er unternahm auch danach nichts, um Schüler vor Übergriffen zu schützen.

    2. Dass Schneider sich im Mai mit Schülern traf, war ein Affront gegen die Betroffenen. Sie hatten ihn für denselben Tag zum Eckigen Tisch eingeladen, um dort mit ihm über den Missbrauch am Aloisiuskolleg zu sprechen. Schneider hat nie auf die Einladung reagiert. Wir erfuhren von U.Raue, dass er an diesem Tag in Bonn war, um sich mit Schülern zu treffen. — Übrigens hat Schneider auf keine Einladung des Eckigen Tischs reagiert.

  9. Lieber Ako-Schüler,

    es stimmt, dass in der Hitze des Gefechts und im oft anonymen Internet die Differenzierung in dieser komplexen Materie manchmal flöten geht.
    Dass Pater Schneider am 15.5. am AKO „Nachhilfe“ gegeben hat, wurde in genau diesem Wortlaut allerdings am gleichen Tag von Frau Raue im Namen von Pater Schneider beim „Eckigen Tisch“ gesagt, bei dem ich anwesend war. In der Tat ist Pater Schneider der Einladung zu diesem Gespräch nicht gefolgt, hielt es nicht für nötig, die „Nachhilfe“ oder „Abiturvorbereitung“ (das ist nun wirklich egal) auf den Sonntag oder den Samstagvormittag zu verschieben.

    Sicher war Pater Schneider vielen Schülern und Schülerinnen ein vertrauenswürdiger und zugewandter Gesprächspartner. Ich selbst habe ihn in meiner Schulzeit zwar eher als oppurtunistisches Arschloch, wetterwendischen Rhetoriker und Mitläufer erlebt, der auch Vertrauliches an Pater Stüper verraten hat. Aber das sind nur meine persönlichen und was Letzteres angeht vom Hörensagen gewonnenen Eindrücke.

    Zu den Fotos: Sicher kann Pater Schneider nicht die gesamte Verantwortung für die Fotosammlung von Pater Stüper übernehmen. Dann kann er allerdings auch nicht Frau Raue zusichern, das sämtliche Bilder geschreddert wurden, wie er es 2007 getan hat.

    Ein interessantes Video mit Pater Schneider in der Hauptrolle findet sich übrigens hier:
    http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_11_02/kindesmissbrauch_.html

    Vielleicht sollte man Menschen nicht zu schwarz oder weiß sehen: Schneider hat sehr nette Züge und ist vielen ans Herz gewachsen, Stüper konnte sehr charmant und inspirierend sein und hat gerade in materieller Hinsicht einiges für’s AKO erwirkt. Er war sicher ein Charakterkopf, an dem man sich reiben konnte. Auf der anderen Seite war er cholerisch, unberechenbar, manipulativ und hatte eine pädophile Neigung. Als Pädagoge denkbar ungeeignet. Schneider muss das wissen, hat aber jahrzehntelang (wie so viele andere) davor die Augen verschlossen. Ich kann nicht entscheiden, ob so eine co-abhängige Ausrichtung Charakterschwäche oder ein Krankheitsbild ist, zumal die Grenzen da fließend sind.

    Wie auch immer: Bilden Sie sich in Ruhe Ihr eigenes Urteil.

  10. @Herrn(?) Bohn,
    ist Ihnen der Begriff ‚Trittbrettfahrer‘ geläufig? Oder ‚Bauernopfer‘, wobei ich Ihnen keine Schachkentisse, welche in der Anwendung auch Objektivität zum Erfolg benötigen, untersellen mag?
    Beste Grüße zum Nachdenken!

  11. Hallo Frau? Objektiv!

    Ja, der Begriff ´Trittbrettfahrer´ ist mir geläufig, ´Bauernopfer´ sogar auch noch so gerade. Was meinen sie, machen wir eine Rochade? Dann würden sie fast in den Schuhen der Opfer stehen und dann bin ich mal auf ihre Lernfähigkeit gespannt..

  12. Hallo Objektiv,

    meinst du das mit deinem Namen so wie bei der kamera, also ´Fokus´und so? Ich denke die Bilder lassen immer einiges an Interpretationen zu und ja, ich war blind! Ich hatte dich wahrscheinlich missverstanden.

    In einer ruhigen Minute habe ich einmal über deine Bilder Nachgedacht:

    1.Bauernopfer. Naja, das hat Schneider ja wohl auch schon selbst angedeutet als er sagte: ´Ich habe den Fall weitergemeldet und der Provinzial sagte nur, dass ich nicht Sherlock Holmes spielen soll, sondern das Internat vollkriegen muss.´
    (Es ging um Wallmeier, nicht um Stüper)
    Hier sind also ´höhere´, monetäre interessen im Spiel und Schneider war nur der kleine Mann vor Ort, der das Geldmaschinchen AKO am laufen hielt und jetzt geopfert werden soll, während sein EX-Kollege Mertes zu strahlenden Helden wird..

    Und dann, 2. Trittbrettfahrer.
    Naja, der Auslöser und Aufhänger der Affäre sind die Missbrauchsfälle.
    Hier sollten die Kinder im Fokus stehen, die gelitten haben und auch heute noch als zum Teil sich im Pensionsalter befindliche Männer und Frauen immer noch leiden. Was versucht man aber nicht alles auf deren Rücken auszutragen? Erneuerung des Jesuitenordens. Aufhebung des Zöllibats. Änderungen im Strafrrecht. Gleichstellung der Gleichgeschlechtlichen Ehe und dann noch die eine oder andere Personalie..
    Ja, da gäbe es jede Menge Trittbrettfahrer und dann wäre dann das Bauernopfer (wieso hast du den Begriff eigentlich gewählt, etwa weil Schneider aus der Eifel stammt?) Schneider, also fast schon genauso ein missbrauchtes Opfer wie seine ehemaligen Schutzbefohlenen.
    Aber wieso redet er dann nicht mit denen?

    Also, ich denke, für heute ist den Spekulationen und Konspirations-Theorien Genüge getan
    und wir kehren wieder zu den Fakten und eigenen, gesicherten Erfahrungen zurück.
    Da befinden wir uns auf sicherem Grund.
    Mit besten Grüssen,

    XAKO