Für einen glaubwürdigen Neuanfang und eine wirksame Prävention von sexuellem Missbrauch sind eine breite Diskussion der Ursachen und eine Erneuerung der Hierarchie der Katholischen Kirche notwendig, die an der Verheimlichung und Vertuschung mitgewirkt hat. Dazu gehört unbedingt eine Öffnung der Akten des Vatikans zu sexuellem Missbrauch für unabhängige Untersuchungen.
In Rom trifft sich dieser Tage ein Kreis von 115 Männern, um den neuen Bischof von Rom zu bestimmen, der für die katholische Weltkirche mit ihren über 1,2 Milliarden Mitgliedern, 400.000 Priestern und fast 5000 Bischöfen den Petrusdienst erfüllen soll und der dabei den Anspruch erhebt, in der Weltgemeinschaft ein Brückenbauer zu sein.
Angesichts der zahllosen Missbrauchsfälle durch Angehörige des Klerus, die in den letzten Jahrzehnten durch die Kirchenhierarchie weltweit vertuscht wurden, stellt sich die Frage nach der Legitimität dieser Kardinalsversammlung: Wer so eklatant in seinem Leitungsamt versagt hat, sollte nicht weiterhin Leitungsverantwortung ausüben.
Kein Kardinal, der an der Vertuschung von Missbrauch Anteil hatte, erscheint daher legitimiert, das oberste Leitungsamt der Kirche zu übernehmen. Damit scheidet ein großer Teil der jetzigen Konklave-Teilnehmer als Papst-Nachfolger aus. Dies gilt insbesondere auch für die Vertreter der Kirchenzentrale (Kurie) in Rom. Wir schließen uns dabei der Argumentation des amerikanischen Netzwerkes der von Missbrauch Betroffenen SNAP an.
Die Missbrauchskrise ist kein Betriebsunfall, sondern verweist auf Kernprobleme der Katholischen Kirche: Missbrauch der menschlichen Sexualität als Herrschaftsmittel und Missbrauch von Macht, der durch ungenügende Kontrolle ermöglicht wurde und als Symptom auch in dem skandalösen Umgang mit Reichtum und Geld der Kirche deutlich wird.
Die bisherige Kirchenleitung hat sich unfähig gezeigt, im Wege der Selbstreinigung die notwendigen Schritte zu gehen. Alle heutigen Kardinäle sind unter der Ära des zurückgetretenen Papstes Benedikt bzw. in seiner Zeit als Leiter der Glaubenskongregation ernannt worden, und nur aus diesem Kreis kann sein Nachfolger kommen.
Eine Revolution von Oben ist so praktisch ausgeschlossen. Das Konklave wird nur nach dem perfekten Ratzinger-Klon suchen. Deshalb unterstützen wir den Appell von kritischen Kirchenmitgliedern: Stoppt die Papstwahl!
Stattdessen sollte eine allgemeine Versammlung der Bischöfe aus aller Welt nach neuen Antworten suchen. Dazu gehört die Diskussion über bislang verbotene Themen wie den Zwangszölibat, die unmenschliche Lehre von der Sexualität als reiner Fortpflanzungsaktivität, die unangemessene Rolle der Frauen in der Kirche und die Frage nach einer Demokratisierung ihrer Leitungsstrukturen. Diese ungelösten Strukturfragen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass so viele Angehörige des männlichen Klerus in aller Welt über so lange Zeit Kinder und Jugendliche missbrauchen konnten und dabei von ihren Vorgesetzten gedeckt wurden.
Wahrscheinlich ist ein solches Szenario (noch) nicht. Doch egal wie die Verantwortlichen in Rom sich in den kommenden Tagen und Wochen entscheiden: Wir appellieren an die Bischöfe in aller Welt und auch an den künftigen Bischof von Rom, die berechtigten Forderungen der abertausenden von Kirchenopfern in zahlreichen Ländern nach rückhaltloser Aufklärung und Aufarbeitung, nach umfassender Hilfe und großzügiger Entschädigung aufzunehmen.
Für eine Aufarbeitung der Missbrauchskrise ist die Öffnung der Kirchenakten für unabhängige Untersuchungen notwendig – angefangen beim Vatikan. Dorthin sind über Jahrzehnte die Akten von schweren Fällen von sexuellem Missbrauch aus aller Welt gewandert. Dort lagern die Personalakten von tausenden Priestern, die von ihrem Amt entbunden wurden – auch von Missbrauchstätern. Nur dort kann man daher ein umfassendes Bild über die sog. Missbrauchskrise und ihre Hintergründe gewinnen.
Diese Feststellungen und Forderungen mögen manchem angesichts der Geschichte und Bedeutung der Katholischen Kirche unangemessen oder gar anmaßend klingen: doch sie spiegeln das Empfinden vieler Betroffener sexueller Gewalt wieder, die durch Vertreter dieser Kirche zu Opfern wurden und unter den Folgen zu leiden hatten oder immer noch leiden – sofern sie überhaupt noch an den Vorgängen in dieser Kirche interessiert sind.
Matthias Katsch
Sprecher ECKIGER TISCH
Berlin, 8. März 2013
http://www.thejournal.ie/magdalene-redress-scheme-2-967631-Jun2013/?utm_source=twitter_self
Lieber Matthias,
die Feststellungen und Forderungen die du oben formuliert hast, empfinde ich weder als unangemessen noch als anmaßend.
Allerdings bin ich nicht katholisch sozialisiert, stehe allen spirituellen Dingen zwar tolerant, aber skeptisch gegenüber und begreife die Institution Katholische Kirche eher als politische, denn als humanitäre oder religiöse Organisation.
Ich bin Pragmatikerin und glaube an Menschen. Mehr jedenfalls als an Institutionen oder höhere Mächte.
Mit der Kirche verbindet mich gar nichts.
Insofern gebe ich im Folgenden einfach mal Teufels Anwältin:
angenommen, zwischen diesen 115 Männern, die immer mal wieder darüber entscheiden müssen wer aus ihren Reihen jeweils zwischen „Gott“, einer mehr oder minder nur virtuell existierenden Person, und dem ganz und gar realen katholischen Fußvolk vermitteln soll herrscht hierüber Konsens:
Menschen sind von Natur aus schlecht.
Und diese Erkenntnis ist nur auszuhalten, wenn man daran glaubt, dass sie sich bessern können. Wozu aber entsprechende magische Rituale und irreale Übereinkünfte notwendig sind. Hokus-Pokus erhöht bekanntlich den Effekt. Und selbst fiele man sonst angesichts der Realitäten zu schnell vom Glauben ab.
Ab und an ist deshalb ein Opfer nötig. Am besten ein menschliches. Um den Unterschied zwischen der erhofften, erwünschten idealisierten Welt und der Wirklichkeit an etwas festmachen zu können.
Aus Sicht der RKK-Administration könnte sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester als einer der größtmöglichen Kontraste zwischen katholischen Idealen und gelebter Glaubenskultur deshalb fast schon einer magischen Handlung gleichkommen. Der missbrauchende Priester wäre derjenige, der die Opferhandlung vollzieht, das missbrauchte Kind ein an sich wertvolles Subjekt, das hingegeben wird, um Schlimmeres abzuwehren.
Schlimmer als Missbrauch zu dulden und zu fördern könnte für die kirchlichen Machthaber demnach sein, aushalten zu müssen, dass die Grundlage der eigenen Existenz und der propagierten Werte die Ursache für entsprechendes menschliches Versagen und das Leiden der Opfer bildet. Und nicht, wie vom Führungspersonal der RKK propagiert und suggeriert dessen Prophylaxe, Läuterung und Heilung dient.
Die menschliche Stärke und Integrität solch eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aushalten und verarbeiten zu können, dürften nur die wenigsten Menschen aufweisen. Ob wir eine derartige Zivilcourage ausgerechnet bei den Herrschenden innerhalb der katholischen Kirche vorfinden?
Angesichts des realen Personals, das wir immer so zu sehen und zu hören bekommen… habe ich meine Zweifel.
Von diesem Blickwinkel aus bekäme nämlich der Umgang der katholischen Administration mit der Aufdeckung notorischen, gewohnheitsmäßigen sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen eine echte Logik. Unabhängig davon, mit welchen mehr oder minder wohlklingenden Erklärungen die entsprechenden Unterlassungen und Verleugnungen der Öffentlichkeit vermittelt werden.
Warum – zum Teufel – sollten sie sich denn um echte Aufklärung bemühen? So lange die Öffentlichkeit sich entsprechenden Illusionen hingeben möchte, besteht doch überhaupt kein Grund dazu?
Missbrauchsopfer: was wollen die aus Sicht der religiösen Machthaber denn in die Waagschale werfen? Wie jedes echte Opfertier gelten sie als verwurstet, in Rauch aufgegangen. Weg. Auf jeden Fall als sozial marginalisiert. Beschmutzt, unnütz, verdorben. Eh schon fertig. Nix mehr zu machen. Nicht mehr zu retten.
Nicht nur das: die wenigen vorliegenden Studien, die untersuchen wollten, welche Persönlichkeitsprofile missbrauchende Priester aufweisen, deuten darauf hin, dass diese ihre Missbrauchsverbrechen teilweise sogar spirituell rechtfertigen.
„Wir tun es für Gott“ oder auch „Sei dankbar dass du leiden darfst“.
Und dabei stellen moralisch derart auf Abwege geratene „Seelsorger“ nicht etwa eine kleine geistig und emotional verwahrloste Minderheit unter den Priestern dar.
Jemand, der aus nächster Nähe beurteilen kann, welche Folgen die theologische Initiation in den entsprechenden Ausbildungsstätten haben kann sagte vor einiger Zeit zu mir: „Bevor die (gemeint sind die Priesteranwärter) da reingehen (ins Priesterseminar), sind die eigentlich alle ganz in Ordnung. Aber da drin passiert irgendwas mit denen.“
Was wohl?
Professor Lüdicke, Bonn, bezeichnete diese psychosoziale Mutation auf einer Veranstaltung zum Thema als die „ontologische Umgestaltung“ der jungen Priester. Hier habe ich das Protokoll der entsprechenden Podiumsdiskussion eingestellt http://www.regensburg-digital.de/bischof-rudolf-und-sein-fragwurdiger-berater/14062013/#comment-46566
Etwas zugespitzt würde ich es als ethische Gehirnwäsche bezeichnen. Die dient offensichtlich einem Zweck. Sonst wäre sie nicht entsprechend notorisch und man würde nicht so viel Mühe darauf verwenden, sie herbeizuführen.
Was hätte die Kirchenadministration denn von Aufarbeitung? Nichts oder? In allen mehr oder minder industrialisierten Staaten verliert die RKK rapide an Einfluss. Abgesehen davon, dass die Zahl der Mitglieder schrumpft.
„Man“ baut deshalb auf Länder, in denen an vordemokratische und patronale Strukturen angeknüpft werden kann. Und in denen Frauen so geknechtet sind, dass sie die traditionelle hohe Kinderzahl zur Welt bringen müssen.
In den industrialisierten Ländern haben die christlichen Kirchen längst an Bedeutung verloren. In Deutschland lässt die Politik sie u.a. deshalb gewähren, weil die Kirchen Hauptarbeitgeber im sozialen Bereich sind und ihre Methode die Mitarbeiter mittels emotionaler Erpressung gefügig zu halten, dazu beiträgt, dass das Lohnniveau in den entsprechenden Berufen sehr niedrig bleibt.
Ich setze nicht auf die Integrität und Einsicht der RKK-Administration, aber auf weitere Aufdeckungswellen. Die RKK hat in den vergangenen Jahren gezeigt, wo ihre Schwächen liegen. Opferverbände und Einzelopfer bekommen viel Druck von der Kirchenführung, aber mindestens genauso deutliche Unterstützung aus der mittleren und unteren Administration.
Mir würde angesichts der vielen Whistleblower in den eigenen Reihen Angst und Bange, wenn ich mich in die Lage der Kirchenführer versetze.
Aber ich habe ja auch keinen direkten Draht zu Gott. Vielleicht hilft das ja, sowas auszuhalten.
Viele Grüße aus Berlin-Köpenick von
Angelika Oetken
Hm, Angelika, Sie schreiben immer so lange Beiträge.Da muss ich mir dann einen Teil raussuchen. Gott, Religion,Kirche…das sind 3 unterschiedliche „Dinge“.Und jeweils nochmal wer weiß wie zu unterteilen. Das sogenannte reale Kirchenvolk ist meist genauso wenig real, denn man schwärmt sehr gerne. Die theologische Überhöhung findet nicht erst im Priestersemiar statt.Man betrachte die Berufungsgeschichten.Welche Folgen theologische Überhöhung und die Vorstellung vom Christusrepräsentanten am Altar haben, zeigt sich nicht erst beim Thema Mißbrauch. Ich denke, Kirche wird dieses Problem und zig andere, die sie noch haben als theologisch Überhöhte, nie lösen. Versuchen Sie mal, die Predigt eines Christusrepräsentanten zu besprechen. Kritisieren. Was da für eine Kette losgeht..Dialog ist ein Fremdwort in der katholischen Kirche.Auf allen Ebenen.Um des sogenannten höheren Zieles willen wird alles verwurstet.
Gute Gelegenheit, die Verantwortlichen innerhalb der RKK zu motivieren ihre Hausaufgaben mal etwas sorgfältiger zu machen als üblich:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46498.mitzeichnen.html
Man braucht (nur) 50.000 Mitzeichner (bis Ende Nov. ) um das Quorum zu erreichen.
MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Der RKK-Führungskader wendet ja zweierlei Maß an, wenn es um das Thema „Verantwortung“ geht.
Führt man aus, dass die Organisation für den systematischen sexuellen Missbrauch durch ihre Angehörigen Verantwortung übernehmen solle, dann kontern die mit dem Schein-Argument: „Das sind alles Einzeltäter. Allein die sind für die Missbrauchstaten verantwortlich. Die Institution hat damit nichts zu tun. Und keinen Einfluss auf die Vergehen von Einzelnen“.
Geht es dagegen darum, dass Kirchenfunktionäre, die der unteren oder mittleren Führungsebene angehören, Entscheidungen treffen, die sie sich nicht haben von oben absegnen lassen, dann folgt: „ohne eine extra Zusage des Vatikan gilt das alles nicht“.
Auf diese Weise versuchen die RKK-Führer sich Kontrolle und Intervention von außen zu entziehen.
Auf Spiegel-online hat nun ein Forist auf eine interessante Entwicklung hingewiesen. Es geht um die Rüge durch die UNO-Antikfolterkommission und die Exkommunikation der österreichischen „Wir-sind-Kirche“-Aktivistin Maria Hetzer
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127192&p=15754268&viewfull=1#post15754268
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Die Frau heißt Martha Heizer.
Sorry! Ich höre zu viele Radio-Werbejingle…
Zum oben von Angelika Oetken zitierten Kommentar auf Spiegel online
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127192&p=15754268&viewfull=1#post15754268
möchte ich noch folgende Argumente ergänzen:
Papst Franziskus nahm Gerhard Ludwig Müller in das Kardinalskollegium auf. Müller gehört damit zum engsten Führungskreis der katholischen Kirche:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ludwig_M%C3%BCller
Das Handels- und Steuerrecht in vielen Ländern der Welt kennt den Begriff der „nahestehenden Person“ und den Begriff „arm’s length“, siehe zum Beispiel:
http://rsw.beck.de/cms/?toc=BC.570&docid=316966
Meine These ist: Gerhard Ludwig Müller ist eine Papst Franziskus „nahestehende Person“ und zwar „nahestehende Person“ im Sinne des Konzernrechts. (Es interessiert mich hier nicht, ob die beiden sich lieb haben oder nicht, ich benutze einen international üblichen Rechtsbegriff.)
Dass eine Person eine „nahestehende Person“ ist, oder nach den tatsächlichen Verhältnissen Weisungen einer anderen Person unterliegt, hat nach „weltlichem“ Recht in vielen Rechtsgebieten und in vielen Ländern der Welt erhebliche Konsequenzen.
Eventuell kann man solche Argumente auch in den international geführten Prozessen der Missbrauchsopfer nutzen. Das kann ich aber mangels Kenntnissen nicht beurteilen, ein amerikanischer Anwalt von SNAP müsste aber schnell entscheiden können, ob er mit dieser Argumentation etwas anfangen kann.
Falls man erfolgreich mit dem „arm’s length“ Prinzip argumentieren kann, bedeutet dies, dass Handlungen von Kardinal Müller Papst Franzikis zuzurechnen sind, egal ob Papst Franzikus tatsächlich z.B. im Fall Martha Heizer von den Handlungen seines Kardinals etwas gewusst hat oder nicht. Die Argumentation in der katholischen Presse, der Papst habe im Fall Martha Heizer nichts gewusst, wäre damit rechtlich völlig uninteressant.
Nehme wir einmal an, dass Müller im Fall Martha Heizer involviert war, was in einem Pressebericht gesagt wird, und dass es zu beweisen ist. Es ist hier völlig uninteressant, wer Martha Heizer die Exkommunikationsbotschaft überbracht hat, die Ortskirche oder der Vatikan selbst. Die einzige Frage ist, ob und in welchem Umfang Müller beteiligt war.
Nehmen wir an, Müller war im Fall Martha Heizer beteiligt, dann wird eine Argumentation des Vatikans, Müller sei in Verfahren, wo es um Kindesmissbrauch geht, nicht beteiligt, noch viel unglaubwürdiger als sie es sowieso schon ist.
Ich kann daher nur die Empfehlung geben, dies von einem mit dem Begriff „arm’s length“ vertrauten Anwalt prüfen zu lassen.
Mit den besten Wünschen
Unterwegs
Hier zur Ergänzung noch ein englischer Zeitungsartikel:
The Economist
The Catholic church and child abuse
Looming shadows
A bid to hold the Catholic leadership responsible for paedophile priests
May 17th 2014 | VATICAN CITY
http://www.economist.com/news/international/21602248-bid-hold-catholic-leadership-responsible-paedophile-priests-looming-shadows
@Unterwegs: besonders spannend finde ich es auch, dass ja nun, nachdem der Beauftragte des Vatikan diese Argumentation angeführt hat Gläubige und Funktionäre, die sich auf mittlerer und unterer Ebene befinden, sie nutzen könnten, um sich gegen unliebsame Einflussnahme von Seiten des Vatikan zu verwahren.
Dazu gehören:
– Priester, die ihre intimen Beziehungen und deren Früchte legalisieren möchten
– Nonnen, die in Drittweltländern Familien helfen, die Probleme mit der Familienplanung haben
– Priester, die Flüchtlingsprojekte in Einwanderungsländern betreiben
– Kirchenverwaltungsfunktionäre, die das kircheneigene Geld für sozial nützliche Projekte verwenden möchten, statt sie in überteuerte Bauvorhaben und Aktien zu stecken
– Gemeindemitglieder, allen voran Gemeinderatsvorsitzende, die Schaden von den Menschen abwenden möchten, für die sie verantwortlich sind und Straftäter anzeigen wollen. Allen voran Pädokriminelle, aber auch Kirchenfunktionäre und -assoziierte, die Syndikate gebildet haben, um Wirtschaftskriminalität zu betreiben
– Frauen, die ihren tiefen Glauben dadurch zum Ausdruck bringen wollen, dass sie Messen feiern und andere religiöse Rituale vollziehen. Z.B. Sterbesakramente erteilen und Kinder taufen
Alle diese Menschen dürfen sich jetzt freuen. Die frohe Botschaft: der Vatikan ist nur für Dinge verantwortlich, die sich in seinen doch recht engen Grenzen vollziehen. Folglich kann er auch nur darauf Einfluss nehmen. Insofern kann er sich fortan mit Fragen der vatikanischen Müllbeseitigung und der Besteuerung von Reliquienverkäufen beschäftigen. Und darf sich aus allem Anderen raushalten.
So einfach ist das also.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
War der Jesuit Luis Concalves da Camara ein Kinderschänder?
Veröffentlicht bei SPON unter
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127192&page=2&p=15763068&viewfull=1#post15763068
Im „Religionsphilosphischen Salon“ habe ich den folgenden Beitrag von Christian Modehn „Wenn ein Heiliger einen pädophilen Priester schützt. Ein Hinweis zu einer Studie über den „Piaristenorden“ im 16. Jahrhundert“ und einen Kommentar von Matthias Katsch dazu gefunden
http://religionsphilosophischer-salon.de/3177_wenn-ein-heiliger-einen-paedophilen-priester-schuetzt-ein-hinweis-zu-einer-studie-ueber-den-piaristenorden-im-16-jahrhundert_religionskritik
Daher möchte ich auf eine Fall aus dem frühen Jesuitenorden hinweisen. Auf der Seite von wikipedia zu „Sebastian of Portugal“ habe ich unter „Education“
einen Hinweis
http://en.wikipedia.org/wiki/Sebastian_of_Portugal
und am Ende einen Link zu dem Aufsatz des amerikanischen Historikers Harold B. Johnson “A Pedophile in the Palace: or The Sexual Abuse of King Sebastian of Portugal (1554 – 1578) and its Consequences” gefunden.
Von Harold B. Johnson ist auch das Taschenbuch „Sebastian King of Portugal: Four Essays“ in englisch erschienen.
Die Behauptung des amerikanischen Historikers Johnson lautet, der Jesuit Luis Goncalves da Camara habe den portugiesischen Thronfolger Sebastian als zehnjähriges Kind missbraucht und ihn außerdem noch mit der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe infiziert. Der Fall ist nicht nur wegen des Verbrechens an einem Kind furchtbar, hinzu kommt, dass Goncalves da Camara nicht irgendwer, sondern der Verfasser von zwei wesentlichen Berichten über Ignatius von Loyola ist. Neben der “Autobiographie” “Bericht des Pilgers” stammt ja auch das “Memoriale” von ihm.
Das „Memoriale“ ist auf englisch unter dem Titel „Remembering Inigo – Glimpses of the Life of Saint Ignatius of Loyola – The Memoriale of Luis Goncalves da Camara“ erschienen.
Im einem Text zum englischen Taschenbuch von Johnson „Sebastian King of Portugal: Four Essays“ steht:
„….His researches led Johnson to elaborate a radical new picture of the young king’s upbringing, a picture that has proved deeply upsetting to conservative Portuguese scholars. Sebastian King of Portugal: Four Essays is a collection of Johnson’s contributions to the understanding of King Sebastian. Within its pages he provides evidence of Sebastian’s sexual abuse at the age of nine, …. …“
Harold B. Johnson scheint ein älterer seriöser Professor der Geschichte zu sein, der viel über die Geschichte Portugals, aber wenig über den Jesuitenorden weiss:
http://history.virginia.edu/user/82
Man müsste die Kenntnisse von Johnson mit den Kenntnissen anderer Historiker und anderer Wissenschaftler vernetzten, denn die Mutter von Sebastian ist die einzige Frau, die als Mitglied des Jesuitenordens gestorben ist.
Die Mutter von Sebastian war die Infantin Juana ist (siehe Hugo Rahner, Ignatius von Loyola, Briefwechsel mit Frauen und Helmut Feld, Ignatius von Loyola, Seite 218).
Juana war nach dem Rauswurf der drei anderen Frauen Isabel Roser, Francisca Cruyllas und Lucrezia Bradine die einzige verbleibende Jesuitin. Die Behandlung dieser vier Frauen durch den Jesuitenorden ist ein anderes sehr trauriges Kapitel der Ordensgeschichte, das sehen die Jesuiten aber bis zum heutigen Tage nicht ein.
Beitrag von river runner bei SPON als Antwort auf einen Beitrag von Angelika Oetken
Es gibt keine moderne Biographie von Ignatius von Loyola
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127192&page=2&p=15764983&viewfull=1#post15764983
Der Text des Historikers Harold B. Johnson „A Pedophile in the Palace: or The Sexual Abuse of King Sebastian of Portugal (1554 – 1578) and its Consequences“ ist auf der letzten Seite des englischen wikipedia Artikels über Sebastian of Portugal verlinkt
http://en.wikipedia.org/wiki/Sebastian_of_Portugal
In der Fussnote Nr. 35 auf Seite 28, also auf der vorvorletzen Seie des 30 seitigen Texts von Harold B. Johnson heisst es:
„In contrast to most Portuguese historians who are irritatingly vague about who was acting as Sebastian’s confessor in 1564 – 1565 when his disease first appeared, an eminent American specialist on the Portuguese Jesuits, Dauril Alden, is very clear on the matter.
Camara was made his tutor AND confessor in 1560 but was replaced by
Frey Luis de Montoya
at the insistence of Sebastian’s grandmother, Catarina, in 1566, a year after the boy’s sexually transmitted disease became court knowledge .
(When Sebastian came of age to rule in his own right two years later, he reinstated Camara as his confessor with the support of Cardinal Henrique).
See Dauril Alden, The Making of an Enterprise; The Society of Jesus in Portugal, its Empire and Beyond, 1540 – 1750 (Stanford, 1996) page 82
Die von Harold B. Johnson genannte Quelle ist laut meiner Internet Recherche einfach für weniger als 100 US Dollar zu kaufen, siehe:
The Making of an Enterprise: The Society of Jesus in Portugal, Its Empire, and Beyond, 1540-1750 [Hardcover] by Dauril Alden ( Stanford Sep 1, 1996)
http://www.amazon.com/Making-Enterprise-Society-Portugal-1540-1750/dp/0804722714/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1401090947&sr=1-1&keywords=dauril+alden
Informationen zu dem Historiker Dauril Alden finden Sie hier:
http://depts.washington.edu/history/people/3
als Anlage schicke ich Ihnen einen Kommentar von „river runner“ bei SPON zum Brief von Ignatius von Loyola an den pädophil veranlagten Jesuiten Emerio de Bonis
Der Briefwechsel stammt aus dem Jahr 1556
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127434&p=15783065&viewfull=1#post15783065
So hat Ignatius von Loyola das vor 458 Jahren gesehen
An Angelika Oetken:
Leider konnte ich bei SPON Ihre Rückfragen in Bezug auf Emerio de Bonis nicht mehr beantworten, da das Forum geschlossen wurde:
Antwort ergo-oetken Teil 1
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127434&p=15783630&viewfull=1#post15783630
Antwort ergo-oetken Teil 2
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=127434&p=15783658&viewfull=1#post15783658
Daher ein Antwortversuch hier. Ich beginne mit Ihrer Frage zu Peter Knauer:
Peter Knauer wurde 1935 geboren und legte 1953 das Abitur am humanistischen Gymnasium Canisius-Kolleg Berlin ab, danach trat er in die Ostdeutsche Provinz der Gesellschaft Jesu ein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Knauer
Dass Peter Knauer das Canisius-Kolleg besucht hat, war mir aber nicht bekannt, als ich bei SPON an Sie schrieb. Bekannt war er mir nur als Übersetzer der Schriften des Ignatius von Loyola ins Deutsche, er übersetzte z.B. das geistliche Tagebuch, Geistliche Übungen, Bericht des Pilgers, Briefe und Unterweisungen.
Hier können Sie in einen Vortrag von ihm hineinhören:
http://cvx.lu/notre-spiritualite-unsere/article/christsein-in-ignatianischer
In einer Festschrift zum 70 Geburtstag heisst es über ihn: „Knauer überrascht immer wieder damit, dass er die Dinge in verblüffend scharfsinniger Weise auf den Punkt bringt. Das gehört zu seinen Stärken und ist wohl das, was vielen einen neuen Blick auf den alten Glauben erschlossen hat und ihn neu verstehen lässt.“
Hier verlinke ich eine englische Übersetzung der Korrespondenz von Ignatius von Loyola mit Emerio de Bonis
http://woodstock.georgetown.edu/ignatius/letter46.htm
Zitat aus Seite 901, a.a.O, aus der von Knauer geschriebenen Kommentierung des Briefes:
„Emerio de Bonis …..einst als „zeitlicher Koadjutor“ in den Orden aufgenommen, ist er nachträglich zu den Studien zugelassen worden. Von der Wäscherei über den Posten des Lateinlehrers wird er später ein bekannter Prediger in Italien werden.
Zur Zeit studiert de Bonis noch in Padua und unterrichtet gleichzeitig in den unteren humanistischen Klassen. In einem Brief hat er Ignatius sein Herz hinsichtlich bestimmter Versuchungen eröffnet. Ignatius erwägt, ihm zur Erleichterung seiner Situation einen Ortswechsel zu ermöglichen. Bis dahin aber muß de Bonis durchhalten. Aus den Ratschlägen (keiner Person ins Gesicht schauen, niemanden als schön oder häßlich ansehen, nur öffentlich mit den Schülern umgehen) läßt sich vermuten, daß die zu bekämpfenden Versuchungen in erotischen Phanstasien und Wünschen bestanden.“
Haben Sie noch weitere Anmerkungen zum Text?
Offensichtlich hat Peter Knauer das Canisius-Kolleg Berlin in den Jahren 1945 bis 1953 besucht. Was das zu der Zeit für eine Schule war, können Sie beurteilen, ich nicht.
Leider hat Peter Knauer in seiner oben zitierten Kommentierung nicht konkret geschrieben, dass de Bonis versuchte, pädophile Wünsche zu bekämpfen. Vielleicht hätte ihm Götz Werner SJ im Mai 1997 auch den Imprimatur Vermerk verweigert, falls er das versucht hätte. Ich weiß es nicht. Ich weiss nur, dass es eine gute Sache gewesen wäre, damals schon – also wenigstens in 1997 – konkreter zu formulieren, anstatt Dinge vor sich selbst geheim zu halten.
Aufarbeitung:
so nicht. Das halte ich für einen ganz perfiden Versuch, Opfer zu demütigen. Methoden der emotionalen Manipulation, wie sie ansonsten Versicherungsvertretern der unseriösen Sorte nachgesagt werden…
http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/12/polen:_bu%C3%9Fgottesdienst_und_entschuldigungsbitte_f%C3%BCr_missbrauch/ted-806509
Man beachte den letzten Satz:
„Zu dem ersten derartigen Gottesdienst in Polen sollen laut unbestätigten Medienberichten auch Missbrauchsopfer eingeladen werden“
Heißt im Umkehrschluss: darauf meint man extra hinweisen zu müssen. Für Kleriker scheint es nicht selbstverständlich zu sein, dass, wenn man um etwas bittet, der Adressat von seinem „Glück“ erfährt.
Es ist außerdem bemerkenswert „gnädig“, dass sich Polens Kirchenfürsten zumuten, mit Missbrauchsopfern, also Menschen, von denen sie annehmen, dass die als Kinder schwere Sünde auf sich geladen haben, 45 Minuten in einem Raum zu verbringen.
Frage: werden die Täter und ihre Helfershelfer auch eingeladen? Oder erübrigt sich das bei dieser Veranstaltung?
LG
Angelika
P.S. was halten denn die polnischen Missbrauchsaktivisten von dieser Sache?
Irgendwie passend zum Thema….
Maria Heizer, das ist die zusammen mit ihrem Ehemann exkommunizierte, österreichische Mitbegründerin von „wir-sind-Kirche“, wird in einem Spiegel-Interview wie folgt zitiert „Besonders erbittert es uns, dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert worden wäre.“
http://www.spiegel.de/panorama/oesterreichische-wir-sind-kirche-vorsitzende-exkommuniziert-a-971139.html
Wohl wahr.
Allerdings hat Frau Heizer ja für die RKK-Funktionäre auch nicht so viele Spenden eingesammelt wie das die klerikalen Serienmissbraucher gemeinhin tun. So wie ich sie einschätze, erpresst sie ihre Vorgesetzten zudem weder mit Photos und Filmchen, die diese in doppelt verfänglichen Situationen zeigen, noch würde sie sich für „Sonderaufgaben“ zur Verfügung stellen.
Dafür haben sie und ihr Mann was ganz und gar Schlimmes getan. Eine Messe ohne Priester gefeiert und das TV dazu eingeladen. „Protego horribilis!“ 😉
Denn: wenn das jetzt die Leute zuhause am Bildschirm sehen, dann denken sie: „na, da können wir uns doch den Priester sparen. Laufen wir auch nicht Gefahr, dass der unsere Kinder angeht“.
Wäre schlecht fürs Geschäft.
Lässt aber tief blicken.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Best practise“?
Erzbischof Jozef Wesolowski wurde laut einer Pressemeldung des Vatikan aus dem Priesterstand entfernt. Ihm droht nun auch eine Inhaftierung auf vatikanischem Staatsgebiet. Was auf den ersten Blick wie konsequentes Handeln der Verantwortlichen wirkt, ist nur eine Variante der üblichen Strategien.
Die „Inhaftierung“ auf dem Territorium des Vatikans dient dem Schutz des Serien- und Gewohnheitsmissbrauchers Wesolowski
http://netzwerkb.org/2014/06/27/ex-vatikanbotschafter-wegen-kindesmissbrauchs-verurteilt/#comment-228417
Den ganzen PR-Bohei des RKK-Führungskader, von wegen Opfer einladen und Reue bekunden bitte einfach mal ignorieren.
Wenn der politische Einfluss des Klerus die Täter in ihren eigenen Reihen nicht (mehr) vor staatlicher Verfolgung schützen kann, werden die Täter in Sicherheit gebracht, woanders hinberufen, laiziert und mit bürgerlichen Berufen versehen oder in Klöster geschickt. Innerhalb des Vatikans ein Gefängnis für Priester einzurichten, ist gleichzeitig öffentlichkeitswirksam und man schafft einen sicheren Ort für den Täter. Und so ein hoher Funktionär wie es beispielsweise Wesolowski ist, gerät unter Kontrolle. Es könnte ja sein, dass er sonst mit den “falschen” Leuten spricht. RKK-Führungskader: dieser hohe Funktionär ist unter Kontrolle. Die ganze Story “Wesolowski” klingt nach organisiertem Kinderhandel zum Zwecke der sexuellem Ausbeutung. Wesolowski hat sich erwischen lassen. Das ist aus der Sicht seiner Chefs und Mit”brüder” sein eigentliches Verbrechen.
Die UNO-Antifolterkommission hat die RKK nicht umsonst angezählt. Wegen Verstoßes gegen die Antifolterkonvention. Das machen die UN-Kommissionäre nicht einfach so. Denn sie riskieren dabei viel. Die UNO genießt zwar einen guten Ruf, hat aber so gut wie keine Möglichkeiten, ihre Beschlüsse durchzusetzen. Sie ist immer auf die Kooperation und den guten Willen der politisch Verantwortlichen angewiesen. Und die RKK hat ihre Apparatschicks überall. Siehe nur mal das Kabinett Merkel.
„Organisierte Missbrauchskriminalität“ … an dieser Stelle sitzt der Hebel. Da ist der wunde Punkt beim Klerus. Nirgends weichen Schein und Sein bei dieser Organisation mehr voneinander ab. Hier kann man diese „Brüder“ dran kriegen.
Auch wenn es schweres Unrecht ist Täter zu schützen: wir sollten uns immer klar machen, dass für Kleriker die Katholische Kirche so etwas wie eine idealisierte Familie darstellt: der allmächtige, gleichzeitig allwissende, gütige und strenge Vater, die Mutter, die sich ganz und gar dem Vater unterwirft und sich für ihn, aber vor allem die Kinder aufopfert, auf eine eigene Persönlichkeit genauso verzichtet wie auf eigenes sexuelles Erleben. Sie opfert selbst ihren Körper. Er dient einzig der Reproduktion. Der Bruder, der sich für die Familie zu Tode foltern lässt. Letztlich auf Geheiß des Vaters.
Wer sich mit solchen Vorstellungen identifiziert, so wie es Kleriker tun, liefert der seinen „Mitbruder“ der Justiz aus? Zumal es „Satan“ war, der ihn verführt hat? Siehe eines der jüngsten Statements von Papst Franziskus.
Der Hintersinn an der ganzen Sache ist doch, dass Kleriker, die solche Einstellungen haben und leben es sich offensichtlich als grundsätzlich lustvoll und attraktiv vorstellen, Kinder zu missbrauchen. Darin ähneln sie übrigens traditionellen Psychoanalytikern. Die davon ausgehen, die neurotisch abgewehrte Lust sei das, was das missbrauchte Kind später psychisch krank macht. Der erwachsene Patient müsse nur lernen, zu akzeptieren, dass ihm das, was die Missbraucher mit ihm angestellt haben, sexuelle Freude gemacht habe, sich von Schuldgefühlen frei machen und dann werde er gesund (Siehe Kernberg….)
Missbrauch ist also aus Sicht dieser beiden Zünfte lediglich eine Variante der – für Kleriker ja verbotenen, von Analytikern idealisierten – sexuellen Praxis.
Aus klinischer Sicht handelt es sich bei solchen Einstellungen eigentlich um Perversionen
http://www.medizin-im-text.de/blog/2013/20721/perversion-perverser-charakter-charakterperversion/
Nicht umsonst sagte der Ex-Priester Patrick Wall in einem Interview:
“Ich habe an gut 1000 Fällen von sexuellem Missbrauch mitgearbeitet. Nach dem, was ich da erfahren habe, darf mein Kind nicht mal in die Nähe einer katholischen Kirche kommen”
http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-11/missbrauch-kirche-moench
MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Interessant dazu auch die Kommentare auf dieser Homepage
http://www.dominicantoday.com/dr/local/2014/6/27/51946/Vatican-conviction-shuts-gibberish-against-church-Cardinal
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
@Unterwegs:
zwei Beiträge, die ich auf SPON leider nicht einstellen konnte
CARISMA
Jesuiten wie Herrn Bergoglio SJ, derzeit Papst, ist ja laut ihrem Selbstverständnis wichtig, Charisma zu versprühen. Siehe: https://www.jesuiten.org/fileadmin/Redaktion/Downloads/Bis_1773_mB.pdf
Zitat: „In den Ordenssatzungen ist festgehalten, dass die Mitglieder der
Gesellschaft Jesu je nach ihrer Begabung dort eingesetzt werden
sollen, wo sie ihr Charisma am besten entfalten können“
„Charisma“:
„In der Religionswissenschaft wird der Begriff einerseits für die Begabung oder Befähigung zum Empfang von Offenbarungen, Inspirationen oder Erleuchtungen verwendet, andererseits – verbunden mit religiöser Devianz und Innovation – für die Schaffung einer eigenen von einer bestimmten Gruppe anerkannten numinosen Autorität“
http://de.wikipedia.org/wiki/Charisma
Ungläubige wie ich übersetzen „Charisma“ mit „Ausstrahlung/Gabe“. Und gehen davon aus, dass es sich um eine Eigenschaft handelt, die sich im Wechselspiel von Anlage, Umgebung und Erfahrung herausbildet. Und nicht in Folge übersinnlicher Intervention.
Ich zähle hier mal menschliche Eigenschaften auf, die meiner Ansicht nach zu einer besonderen Ausstrahlung beitragen:
1) fröhlich
2) witzig
3) schlagfertig
4) hilfsbereit
5) lustig
6) kreativ
7) fürsorglich
8) aufgeweckt
9) phantasievoll
10) flexibel
11) tierlieb
12) sensibel
13) interessiert
14) gutmütig
15) nicht nachtragend
16) begeisterungsfähig
17) belastbar
18) innovativ
19) unkonventionell
Sie kennzeichnen Menschen, die derzeit so gut wie immer in Bezug auf ihre möglichen Defizite gesehen werden. Das liegt u.a. daran, dass sie in den Fokus von Medikamentenherstellern geraten sind. Und unsere Gesellschaft momentan so tut, als dürfe es nur Individuen mit der Mentalität von Sachbearbeitern geben. Wenn diese potentiellen Charismatiker, die ich meine unter ungünstigen Bedingungen heranwachsen und leben müssen, dann können sie sich zu Leuten entwickeln, die sich und anderen erhebliche Probleme bereiten.
Auflösung folgt.
CARISMATIKER
Ein Experte für die von mir als potentielle Charismatiker bezeichnete Gruppe von Menschen mit besonderen Eigenschaften beschreibt sie so:
„Mit kindlicher Begeisterungsfähigkeit, erfrischendem Neugierverhalten, originellen Problemlösungen bringen sie Leben in den grauen Alltag. Mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen und anders strukturierter Sensibilität sind sie oft so phantasiereich, dass Gleichaltrige neben ihnen alt ausschauen. Sie lassen sich nicht in ein enges Schema von Gleichförmigkeit zwingen, sondern zeigen ein buntes, vielfältiges, manchmal auch sehr skurriles Bild.“
Bitte mal mit dem Text hier vergleichen:
https://www.jesuiten.org/fileadmin/Redaktion/Downloads/Bis_1773_mB.pdf
Sind die Parallelen nicht frappierend?
MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Wegen des Redemptoristenordens: „Unterwegs“ hatte hier ja hier im Forum darauf hingewiesen, dass man diese Ordensbrüder in Kanada auf die richtige Art und Weise angesprochen zu haben scheint
https://dev.eckiger-tisch.host1-nahiro.net/forum/comment-page-13/#comment-6161
Dass die Ordensleitung dort so schnell eingelenkt hat, werte ich als Zeichen, dass schon das Kratzen an der Oberfläche gereicht hat, ihnen ihre Allerwertesten auf Grundeis gehen zu lassen. Sie boten ja einen Vergleich an. Um einer Gerichtsverhandlung zu entgehen. Was sie natürlich als großzügige Geste darstellten, von wegen „den Opfern den Prozess ersparen“….
Eine tiefere Analyse, welche speziellen missbrauchsfördernden Bedingungen es bei den Redemptoristen gibt wäre interessant. Und inwieweit die sich die sich aus der Ordenshistorie bzw. –ideologie ergeben
Bei den Jesuiten hat „Unterwegs“ dazu ja schon Einiges zusammen getragen: die jesuitische Pädotradition besteht, seit der Orden gegründet wurde.
Also mehr als ein halbes Jahrtausend.
Einer der jesuitischen Chefideologen, Luis Concalves da Camara, war ein typischer Pädokrimineller. Guckt man hier https://dev.eckiger-tisch.host1-nahiro.net/2013/03/08/agenda-fur-einen-neuen-papst/comment-page-1/#comment-5269
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Ich denke, Orden sind prädestiniert für diese Betätigungen.Die haben notfalls einen ganzen Clan hinter sich.Der sie fürsorglich auffängt. Sieht man ja. Das große WIR. Im Ausland klappt es mit den Zahlungen besser als in Deutschland. Ob da nun auch gleichzeitig besser aufgearbeitet wird, wage ich zu bezweifeln.Das Gefühl, was Besseres zu sein, stabilisiert.
„Ob da nun auch gleichzeitig besser aufgearbeitet wird, wage ich zu bezweifeln.Das Gefühl, was Besseres zu sein, stabilisiert.“
@XYZ,
deshalb gerät ja ein Aufarbeitungsvorhaben, das eine in den Missbrauch verwickelte Institution selbst betreibt oder beauftragt schnell an seine Grenzen.
Es ist sowieso selten, dass Institutionen sich ihrer Verantwortung überhaupt nur bewusst werden. Um so überraschter geben sie sich dann, wenn die Unterlassungen negative Konsequenzen für sie haben
http://blog.zdf.de/papstgefluester/tag/kirchenaustritt/
Kein Wunder, wenn man meint, sich weiterhin üblicher demokratischer Verfahren entziehen zu dürfen
http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2012/Vereinbarung-Runder-Tisch_Bund_DBK_2013.pdf
Beim Abfassen dieses Papiers glaubten die Verantwortlichen z.B. auf die Expertise des UBSKM und der Betroffenen verzichten zu können.
Quizfrage: welche Fallstricke enthält diese Vereinbarung?
Wer sie findet, bekommt von mir eine Ration Vertrauen 😉
Ganz umsonst 🙂
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Ähm, Frau Oetken, ich passe und bekomme nun nicht Ihr Vertrauen. Endloses Geschwalle.Die meiste Zeit habe ich mein Lesen laut gelacht..zu komisch alles..wie ne Sonntagspredigt. Das Grundverhalten des Klerus ist unantastbar: wer uns kritisiert, kritisiert Gott. Stichwort Demokratie: über den Glauben läßt sich nicht abstimmen. Rechter Glaube und Klerus sind Eins. Ich habe mir das nun lange genug angesehen und angehört und sage nur, Herr, lass Hirn regnen.Hätten die nicht einfach kurz und bündig schreiben können: 1. Leider interessieren wir uns nicht für die Opfer. 2. Ehrlich gesagt, wir wissen gar nicht, was die alle von uns wollen ;-). 3. Ähm. könnten wir bitte das Thema beenden?
„Ähm. könnten wir bitte das Thema beenden?“
@XYZ,
und uns welchem anderen Thema zuwenden?
Diese Vereinbarung, die ein Vertreter des Familienministeriums mit einem Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz geschlossen hat (1), bezieht sich auf ein Kernanliegen der Opfer, die sich in der Vereinigung „Eckiger Tisch“ zusammen gefunden haben.
Nämlich: Schadenersatz, Schmerzensgeld, Hilfeleistungen.
Ich für meinen Teil würde das Ding gerne mit Ihnen zusammen auseinander nehmen. Intern haben wir das schon längst getan. Deshalb würde mich interessieren, wie Ihr Eindruck ist.
Vielleicht haben wir ja noch etwas übersehen.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
(1) Interessanterweise im Machtvakuum geschlossen, nämlich als Frau Schröder ging und Frau Schwesig noch nicht im Amt war. Kann man auch so sehen, dass offenbar große Sorgen bestanden, ein Einbezug der Betroffenen und ihrer Vertreter könnte zu einem fairen, praktikablen Ergebnis führen. Woran erinnert mich so was nur????
Frau Oetken,ich ertrage das Geschwalle nicht. Denn ich kenne die Kirche von innen.Mißbrauch ist wie Ebola. 3 Punkte sind wichtig..dass w i r Streitsüchtigen das Thema beenden gehört dazu, so habe ich das gemeint. Kapieren tun die Täter nichts, interessieren tun sie sich für uns nicht. Alle Verlautbarungen hefte ich unter Wir müssen auf die Opfer zugehen, ab. Ud mehr Sprüche, die uns Opfer in ein mieses Licht stellen, weil wir ja mit diesen Sprüchen doch alles schon haben. Dass aber die Sprüche hohl sind, das müssen wir dann zusätzlich zu allem anderen noch beweisen..die Sprüche verarschen uns und halsen uns zusätzlich Arbeit auf. Die großen Selbsterkenntnisse in Zeitungsinterviews snd ein zusätzliches Problem für die Opfer. Aber die Kirche macht doch und hat doch..ja, ausser Labern nichts gewesen.Zur Tagesordnung mit Themawechsel sind sie lange übergegangen.Das habe ich ganz deutlich i n der Kirche gemerkt, der Mißbrauch ist kein Thema ausser Schaden, der von der Kirche ferngehalten werden muss.Abwehr, Abwehr, geht doch endlich, schöne wortreiche Predigten aber keine Taten, sondern Abhauen.Sie müßten sich mal die Predigten anhören..mich machen Verlautbarungen nur aggressiv, denn es steckt nichts dahinter.Die Fehler der anderen sind Thema, aber nie die der Kirche. Da wird mal zwangsweise was zugegeben, aber ohne Taten.Und Eigenlob haufenweise.Und es waren ja nur e i n i g e Täter. W i r Opfer machen deren heile Welt kaputt. Wr sijd die Täter. Selbst wenn die Verlautbarungen astrein frmuliert wären, würde es uns nichts nützen, Kirche ist ein hintenrum Verein. Sie können alle Gemeinden durchsuchen,das Thema Mißbrauch ist lange tot bei denen.Es geht wieder in Richtung die Medien hetzen..Kirche ist sauber. Jes Wort des Papstes reizt mich zum Zorn. Die anderen sind böse, die anderen..er hackt auch gerne auf dem Klerus rum, aber dass e r die alleinige Macht hat, was zu ändern, vergißt er.So lange ein Bischof der KIng ist, muss er nicht auf Bischöfen herumhacken. Denen offiziell die Macht nehmen, d a s tut er aber nicht. Den Pfarrern offiziell die Macht nehmen passiert auch nicht.Über Moralpredigten ändern ist seine Devise. Das geht ins Leere.
Es wird bei der Neupriesterausbildung drauf geachtet, dass? Nicht schwul..aber die Herrschsucht, die die alten und bestehenden Herren haben, bleibt von Erfolg gekrönt. Das Gefühl,was Besseres zu sein, bleibt. Macht zu haben wie ein König, bleibt. Theologische Überhöhung hat genau die Folgen: Machtausübung und nicht Verstehen. Kein Interesse an den Schafen als dass sie dem Pfarrer zu Diensten sind.Wie in Sekten ihren letzten Cent spenden für allen möglichen Sch… Das alles bleibt. Aus dem Grund kann in Verlautbarungen stehen,was will.Der Hohn ist ja auch, dass ein Kardinal erstmal für den Papst da ist und nicht für sein Bistum. Den sieht man ab Kardinalserhebung nur noch von hinten.Aus dem Grund merkt man nicht, wenn er versetzt wird.Die Hauptamtlichen in den Kirchen sieht man auch meist von hinten. Wenn dann genau ein Pfaff,der nicht in der Lage ist, gescheite seelsorgliche Gespräche zu führen, in den Gottesdiensten predigt, man muss sich um die verirrten Schafe kümmern….wer geht, hat sich verirrt, klar..die restlichen 99 nicht verirrten sind Selbstläufer..auch klar..die das Gemeindeleben aufrechthalten mit Arbeit und Spenden aber ohne Rechte..der Himmel wird es ihnen lohnenDen Frauen.Hin und wieder ein Spruch in den Medien, dass die Frauen ja das Gemeindeleben aufrechthalten und man wirklich mal…aber es wird nichts anders. Frauen sollen viele Kinder bekommen sagen Typen, die nicht wissen, was das ist, Schwangerschaftund Geburt. Alles total romantisch, wie wir wissen..Jesus war ein Einzelkind…Sektenverhalten ist das.Der Pfarrer, der nie Zeit hat, hat mit das höchste Gehalt.Katholische Gläubige sind in jeder Hinsicht sich selber überlassen und zahlen denen, die sich nicht kümmern und in Verwaltung untergehen noch die Gehälter.Kirchensteuern, Freundeskreise, Stiftungen und inzwiscehn 2 Kollekten pro Sonntagsgottesdienst.Es wird nicht nur Mißbrauchsopfern etwas vorgegaukelt bei Katholiken. Eigentlich allen.Wer sich das nicht mehr gefallen läßt, hat nen schwachen Glauben. Das können sie uns Opfern nicht andichten,den schwachen Glauben, deswegen gehen sie uns aus dem Weg.Komm her, geh weg.Die deutsche katholische Kirche wird mit unendlich viel Mühe aufrechterhalten. Die Pfaffen schwallen und die Katholiken machen sich krumm.Das ist dann der Weg, der zu Gott führen soll.
„Es wird bei der Neupriesterausbildung drauf geachtet, dass? Nicht schwul“
@XYZ,
gibt es da ein entsprechendes Modul im Bewerbungsassessment fürs Priesterseminar ?!?
Im Ernst: wie wollen die herausfinden, ob ein Anwärter homosexuell ist oder nicht?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
es gibt gespräche. die sache ist ja keine von 5 minuten, man durchläuft eine menge schleusen. und man setzt auf ehrlichkeit. jeder denkende mensch weiß, dass man auf dauer soetwas nicht verleugnen kann. ein noviziat dauert eine zeit , es gibt immer wieder gespräche. ein teil geht eh nach dem ersten jahr. im priesterseminar ist man nach ende des studiums.das entscheidet nicht ein e inzelner, ob jemand zugelassen wird..die sache priesteramt ist was für genossen, die…..wir haben eine reihe ausländer in dem amt, da wird nicht so genau drauf geachtet wie in deutschland. we r da alles ins amt kommt..da wäre schwul noch eine tugend. liebe frau oetken,wer priester wird, ist sicher nicht besonders fromm . soviele anwärter gibt es nicht mehr.in berlin bildet das erzreaktionäre neokatechumenat die meisten aus . da sollte man nicht froh drüber sein.die wenigen,die nachkommen, sind weniger das problem als die bereits vorhandenen.wir sind auch im zeitalter der spätberufenen..eine spezies für sich.erst ales ausprobieren, unsicherheit. dann sich anwerben lassen.kloster auf zeit. wochenenden. die berufungspastoral der sj kostet eine menge geld und was die alles vom stapel lassen, um an nachwuchs zu kommen, ist peinlich.kauft uns, wir sind die besten.
„es gibt gespräche. die sache ist ja keine von 5 minuten, man durchläuft eine menge schleusen. und man setzt auf ehrlichkeit. jeder denkende mensch weiß, dass man auf dauer soetwas nicht verleugnen kann. ein noviziat dauert eine zeit , es gibt immer wieder gespräche. ein teil geht eh nach dem ersten jahr. im priesterseminar ist man nach ende des studiums.das entscheidet nicht ein e inzelner, ob jemand zugelassen wird..“
@XYZ,
seit wann wird das so gehandhabt?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Frau Oetken,ich ertrage das Geschwalle nicht.“
@XYZ,
es handelt sich um den Text einer im vergangenen Herbst geschlossenen Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2012/Vereinbarung-Runder-Tisch_Bund_DBK_2013.pdf
Und er ist so sorgfältig formuliert, dass ich einige Mühe hatte, die Knackpunkte darin zu identifizieren.
Immer wenn es um Geld oder politisch-strukturelle Vorteile geht, verhandeln die Vertreter der RKK sehr hart und geschickt. Und das gerne vorab und bevorzugt exklusiv.
Die „Schwallerei“ setzt ein, sobald diese Leute in der Öffentlichkeit auftreten.
Morgen stelle ich die Punkte mal vor, die ich kritisch finde.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Kapieren tun die Täter nichts“
@XYZ,
ich persönlich erwarte von Missbrauchskriminellen nichts. Denn wenn geistig gesund und/oder psychosozial kompetent und vertrauenswürdig wären, hätten sie ja keine Kinder und Jugendlichen sexuell ausgebeutet.
Die Vereinbarung um die es oben geht, wurde auch nicht mit Tätern abgeschlossen, sondern mit dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Herrn Stephan Ackermann.
Es geht darin einzig und allein darum, welche Hilfeleistungen Opfer der Römisch-Katholischen Kirche erhalten.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Die sorgfältigere Auswahl der Kandidaten gibt es seit Beginn der Mißbrauchsdebatte. Aber in dem einen oder anderen Bistum schon vorher. Wer bei Eintritt nicht schwul ist, wird es später. In Männerorden wurde drauf geachtet, dass es keine Zweiereien gibt..das war schon lange so. Erfolg gleich null.Der Jesuit als Einzelkämpfer hat sich gesucht, was er brauchte.Auch schon mal Frauen, so ist es nicht.Als Mittel zum Zweck. Man ist bei Ordensleuten immer nur Mittel zum Zweck. In monastischen Orden war das Angebot täglich vorhanden. Schwallen können Prediger sehr gut. Es glaubt sich da leichter. Täter ist klar, aber es geht um die Nachfahren der Täter. Von denen brauchen wir auch nichts zu erwarten.Obgleich sie keine Täter sind, sind sie doch auf die Art auf seiten der Täter. Fürsorglich und brüderlich.Hilfsleistungen in Form von Geld sind das einzig Brauchbare. Gespräche kann man abhaken. Ablenkungsmanöver.In der katholischen Kirche funktioniert es wie in einem Dorf. Wer Probleme hat, ist Aussenseiter bzw Dorftrottel.
Frau Oetken, auch das, was sich in Verlautbarungen und Abmachungen gut anhlrt, sollten Sie kritisch betrachten, denn es wird nicht in die Tat umgesetzt.Wir müssen auf die Opfer zugehen. Leider wissen wir nicht, wo genau die Opfer sind und leider haben wir keine Zeit und leider ist in Afrika alles viel schlimmer..und schaut, wie toll unser Orden ist. Unsere Leistungen in der Wüste XY..das schaffen wir aber nur mit Ihren Spenden. Bitte spenden Sie..Herr von G. will immer, dass man die Ausbildungskosten für einen Novizen übernimmt.
„Die sorgfältigere Auswahl der Kandidaten gibt es seit Beginn der Mißbrauchsdebatte.“
@XYZ,
aber auch vorher hätten die für die Auswahl und Schulung des Priesternachwuchses Verantwortlichen doch sicherlich schon gemerkt, wenn jemand typische Tätermerkmale hatte.
Hier noch einmal die Tätertypen (nach Gallwitz/Paulus):
A) Regressiver Typ: unreif, verdrängend, „Looser“
B) Erlebnistäter-Typ: gewissenlos, impulsiv
C) Fixierter Tätertyp („pädophil“, 5 – 10 Prozent der Täter): süchtig, sozial sehr gut angepaßt
D) Soziopathischer Typ (sehr kleiner Prozentsatz, aber sehr gefährlich): rundum gefährlich
E) Inzest-Täter: manipulativ
Bezogen auf Priesterseminaristen:
A) verweichlichtes Muttersöhnchen, übernimmt keine Verantwortung, sehr spezielle, kindische Interessen, Stubenhocker, „nerdig“
B) egoistisch, drängt sich überall nach vorne, eitel, trinkt und „feiert“ gern
C) „Adlatus“, übernimmt sofort unangenehme Aufgaben, spioniert andere aus und „verkauft“ die Infos, schleimt, versucht sich überall beliebt und unverzichtbar zu machen, sucht die Nähe von Kindern (und ihren Eltern), stimuliert sich über den Kontakt mit Kindern, um die „Wartezeiten“ zu überbrücken besitzt er irgendwelches Bildmaterial (von Katalogen bis hin zu Filmen auf denen zu sehen ist wie Kinder mittels sexueller Folter getötet werden
D) kriminell, gewalttätig, dominant, in der Kindheit schon durch Tierquälerei und Brandstiftung aufgefallen
E) entfällt erstmal, da Priester offiziell keine Familie haben dürfen. Da die inoffiziell von den Bistümern und Orden aber subventioniert werden – und ihnen folglich bekannt sind – wird es auch solche Fälle geben. Dürfte aber aus Sicht der Kirchenführung ein geringes Problem darstellen, da familiäre Opfer sich ohnehin kaum melden, denn sie sind ja quasi Gefangene ihrer Familienverbünde.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Je nachdem, im berühmten Borromäum wurde nach Mitte der 80 e, als der Leiter mit nem Studenten durchgebrannt war, auf bestimmte Merkmale geachtet. Aber wie ich Ihnen immer wieder sage, es ist jeder sich selber überlassen.Wenn im Amt. Und vorher kann man sich und anderen was vormachen und schwul wird man oft hinterher erst.Oder Pädo mit ungeahnten Möglichkeiten. Ausgelagerte Problemfälle an die Herren Psychologen und Spirituale und man hat ja nen Beichtvater..und alle Forderungen sind göttlich.Es ist in der gesamten Kirche für diese Dinge keine Zeit, wenn die Herrern erstmal im Ant sind. man ist überdies dermaßen von sich überzeugt, dass man an Tätermerkmale nicht denkt. Was herausgefunden wurde von Mißbrauchsbeauftragten zeigt es überdeutlich; keine Zeit für irgendwas, das mit Menschen zu tun hat. Kirche ist wie ein Dorf. Wer nicht nach System funktioniert, ist out. Hilf dir selber…oder bete Dir die Probleme weg..esist in den Berichten der Beauftragten so deutlich, dass allesamt alleine gelassen werden. Und was hilft es,wenn Wunibald appelliert? Nüschte.Wenn Sie wüßten, wie der Klerus Kirche herunterwirtschaftet..die Priester sind einfach nur noch Verwalter von Daten. Die kommen abends nach Hause, sind todmüde und jeder meckert, der hat nie Zeit. Da schaut Kirche zu, läßt Novenen beten vom Volk. Man faßt sich an den Kopf. Fanziskus hat nach wie vor rechtes Volk eingestellt neben fortschrittlichem. Die dürfen sich dann kloppen und es kommt zu keinem Ergebnis.Im RV Blog hieß es neulich in einem Kommentar, dass der Kirche die Scwulen sowieso lieber sind als die Heteros,weil die hetero Pfaffen ja Kinder in die Welt setzen könnten.Im Klerus unten bis oben und besonders in Orden herrscht eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid von Mitordensgenossen und erst recht dem Volk, das können Sie sich nicht vorstellen. Oder doch?Mit welcher Rücksichtslosigkeit allen Betroffenen gegenüber zum Beispiel Pfarrer oder Ordensleute versetzt werden, zeigt, wie krank diese Typen alle sind.Bindungslos und verantwortungslos.
der Priester- und Ordensnachwuchs ist inzwischen Muttersöhnchen. Grauenvoll. Was die alles erzählen! Die einzigen Orden, die noch ausreichend Nachwuchs haben, sind die abgeschirmten. Wer dahin will, muss verträglich sein. Was ich da so erlebe, denn hin und wieder kommen sie an die Sonne..konfliktleugnendes Verhalten. Alles aushalten, wegbeten, wegsehen..die tätigen Orden haben keinen Nachwuchs mehr, holen sich mal ne Novizin aus der 3. Welt, die den Laden aufrehterhält. Ist bei Männern auch so..International nennt man das dann, obwohl ein anderer Ausdruck passender wäre. Nämlich: ohne Ausländer könnten wir unseren orden schließen.Die Egomanen haben früher die Orden und Altäre bevölkert. Heute die Mamasöhnchen.
„Und vorher kann man sich und anderen was vormachen und schwul wird man oft hinterher erst.Oder Pädo mit ungeahnten Möglichkeiten“
@XYZ,
Priesteranwärter sind doch meistens vergleichsweise junge Männer. Häufig sicherlich aus sehr traditionellem Elternhaus. Das heißt, sie lernen über Sexualität, diese Blumen-und-Bienchen-Stories und das ein Ehemann seine Ehefrau ganz doll lieb hat und wenn Gott es gut mit ihnen meint, entsteht dabei ein Kind usw. usw.
In Wirklichkeit gucken sie natürlich Pornos und machen dumm-doofe Witze über Sex und Frauen. Wie wohl so gut wie alle Jungen und Jungmänner einer bestimmten Altersgruppe. Aber das ist natürlich offiziell „verboten“.
Schwule, Bisexuelle und erst recht Pädosexuelle gibt es in diesem Kosmos nicht. Jedenfalls dürfen die sich nicht outen.
Wenn nun also so ein Jüngling feststellt, dass ihn der Porno (natürlich das üblich Hetero-Mann-sticht-Frau-ab) weniger antörnt als der Bursche mit dem er ihn zusammen anguckt oder er sich sogar von Kinderspielplätzen, Jacks-fun-world oder Nackedeis in Urlaubskatalogen angezogen fühlt… was dann?
Richtig: er ist mehr als irritiert. Hat niemanden, dem er sich offenbaren kann. Und nur die Wahl zwischen:
– aus dem Umfeld verschwinden, ein toleranteres suchen
– zum Schein eine „Partnerschaft“ mit einer Frau eingehen. Die traditionelle Variante. Die „Ehe“-frau ist dann eine, die nicht all zu großen Wert auf die eheliche Pflichterfüllung legt. Evtl. weil sie damit schon sehr früh im Leben schlechte Erfahrungen machen musst und/oder sowieso Lesbe ist
– Priester werden
Und wenn ich jetzt Klerikader wäre und eine möglichst willige, da mit Schuldgefühlen behaftete Gefolgschaft bräuchte um all meine großen und kleinen, ehrbaren und weniger korrekten Ziele erreichen wollte: dann würde ich doch genau diesen Burschen gezielt versuchen, ausreichend Gelegenheit zu „schwerer“ Sünde zu geben. Also ganz praktischer Sex mit einem Mann. Gleichaltrig, älter… je nach Vorliebe. Oder ihn eben in die Lage versetzen ein Kind sexuell auszubeuten.
Wenn ich dafür auch noch Beweise erhebe und aufbewahre, habe ich diesen jungen Priesteranwärter buchstäblich in der Hand. Ich kann ihn erpressen. Er muss das tun, was ich will. Oder ich bugsiere ihn ins allgemeine Aus. Sozial, beruflich, menschlich, spirituell, finanziell.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
vergleichsweise anfang der 30 er,wo man auf der suche ist,oder viel ältere über 40… ausserhalb der orden überwiegend erzreaktionäre neokatechumenen, innerhalb von orden eher die, die eine menge ausprobiert haben und d ann angeworben werden..wénn ich mir die berufungsstories der jesuitennovizen durchlese, ist im großen und ganzen in jeder hinsicht ebbe. reden können sie nicht, richtige liebesbeziehungen kennen sie nicht und ich sehe für die meisten keine zukunft. ob die nun vorher bereits schwul waren. für den gemeindepfarrer wurde geschwärmt.es gibt auch welche aus dem ddr osten..ich sehe nach allem was ich höre von denen keine zukunft mit denen.es ist immer die leier..alles vorher war nichts und nun mach ich priester..wenn einer aus dem atheistischen osten kommt, ist das immer boch was anderes. mangel an gelegenheit im kirchlichen bereich. aber unsere wessies haben alles..und eiern rum..die als gemeindepfarrer..im moment lese ich wieder gemeindeblättchen der kirchen. also ein somerfest findet statt, wenn alle ehrenamtlichen sich wieder überschlagen.es geht wieder um haufenweise spenden..das war alles früher nicht so. nur in den anfängen der christenheit..nen pfarrer,der hausbesuche macht, seine gemeinde kennt..fehlanzeige.da bin ich im dackelclub besser dran.immer wieder heißt es in den berufungsgeschichten, dass sie pater xy beeindruckend fanden oder pfarrer xy und aus dem grund werden sie das auch..die werden sich umgucken. illusionen..verglichen mit dem was an output stattfindet und an einsatz ist..es ein lehman brother investment, das pfaffenanwerben und ausbilden.auch knaben aus frommen familien fangen den beruf an und hauen dann ab sehr schnell. manche werden auch heute noch reingedrückt vom pfarrer..der weiß ja immer,wer berufen ist. aber die steigen aus rechtzeitig..im sj orden reizt ja immer die weite welt. mal sehen, wie es nun mit all den kriegen aussieht..
nach allem, was ich erlebe, geht so mancher in einen orden oder in die priesterausbildung, weil er oder sie mit macht a n g e w o r b e n wurde. menschen, die mit ihrem bisherigen leben unzufrieden sind, bekommen eingetrichtert, dass gott sie beruft. ich denke, es ist weniger schwul das thema nach beginn der mißbrauchsdebatte, sondern keine ahung, was ich in den nächsten jahren machen soll. der sj orden bietet karriere an.macht mächtige berufungspastoral und missioniert..kontemplative orden ruhe, die anderen gehen leer aus. das wirgefühl in orden ist auf dem papier und in der anwerbung überdimensional. frau oetken, früher ging man zur bundesweher…man hat immer leut um sich und muss mit denen nichts zu tun haben..das ist orden. pfarrer wissen erst im amt, was ihnen da vor die füße geworfen wurde…dann kommen die beziehungswünsche..weiblich oder männlich..unsere jüngere menschheit weiß in der regel nicht so was sie will, da hakt kirche ein. der rest an orientierung kommt später.schwul ist nicht unbedingt das problem, hat mir mal ein oberer gesagt..sie dürfen es nicht ausleben. das kann man ja versprechen. und klappe zu, affe tot.
@Angelika Oetken:
„Wenn ich dafür auch noch Beweise erhebe und aufbewahre, habe ich diesen jungen Priesteranwärter buchstäblich in der Hand. Ich kann ihn erpressen. Er muss das tun, was ich will. Oder ich bugsiere ihn ins allgemeine Aus. Sozial, beruflich, menschlich, spirituell, finanziell.“
Genau so wurde es mir, der ich vor Jahren einmal Priester werden wollte, mittlerweile auch aus einer bayerischen Diözese (R.) geschildert.
@Angelika Oetken – Zu Ihren Ausführungen vom 29. Juni 2013:
„Jemand, der aus nächster Nähe beurteilen kann, welche Folgen die theologische Initiation in den entsprechenden Ausbildungsstätten haben kann sagte vor einiger Zeit zu mir: “Bevor die (gemeint sind die Priesteranwärter) da reingehen (ins Priesterseminar), sind die eigentlich alle ganz in Ordnung. Aber da drin passiert irgendwas mit denen.”“
Möchte ich als ehem. sog. „Priesteramtskandidat“ einer bayerischen Diözese bestätigen. Es kommt aber noch schlimmer: Wenn Sie unmittelbar nach der Priesterweihe jemanden wieder treffen, der mit Ihnen die Jahre des Priesterseminars verbracht hatte und Priester wurde, dann denken Sie als Nicht-Priester eine ganz andere, vollkommen fremde Person vor sich zu haben. Sie kennen diese Leute, mit denen Sie noch vier Wochen vor den zur Weihe führenden Exerzitien normal sprechen konnten, nicht mehr wie diese zuvor waren.
Hilmar, fast wollte ich Frau Oetken bremsen..das Umfunktionieren oder Umdrehen wurde mir früher von Kommilitonen berichtet, lange ist es her. Damals ging es um eingetrichterten Frauenhass.Wie Berufungspastoral bei bestimmten orden läuft, weiß ich aus sicherer Quelle..von den Menschen weg zu Gott(denn Gott und Mensch sind Konkurrenten). Und dann wieder zurück zu den Menschen(falls man noch weiß, was Menschen sind). Im Großen und Ganzen hat der Mißbrauch stattfinden können, weil sich niemand für den Mitbruder und dessenTaten und Sorgen interessiert. Die Einsamkeit in Orden kenne ich aus eigener Erfahrung und gerade neulich wurde es mir wieder bestätigt: nein, im Orden hat man auch keine Gesprächspartner.Da ist jeder mit seinen Glaubenskrisen beispielsweise alleine.Was sie so von sich geben als Tips zur Problembewältigung zeigt, wie kaputt seelisch die Pfaffen sind.Also ist es besser. sie lagern das Thema Mißbrauch aus, da sie mehr Schaden als Nutzen anrichten mit ihren super Tips.Feüher wurden die Knaben bereits in Paterpressen zum Abitur geführt. Abgesondert.Messdiener sollten auch die Pfaffen der Zukunft sein, deswegen wollte der polnische Papst den Mädchen das Messdieneramt wieder nehmen.Ist ihm aber nicht gelungen.Die Sprache der Priester und Ordensleute ist Programm.Es babbeln alle dasselbe.
@Hilmar, @XYZ,
ich habe im vergangenen Jahr eine sehr interessante Veranstaltung in Trier besucht. Anlass war die Jahrestagung der Deutschen Bischofskonferenz.
Da die Herren Bischöfe keine Anstalten machten, sich im Zuge ihres Austausches auch öffentlich dem Thema „Aufarbeitung der systematischen sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch klerikales und weltliches Kirchenpersonal“ zuzuwenden schritten Betroffene, Mitbetroffene und ihre Unterstützer zur Tat.
Diese Veranstaltung war sehr lehrreich für mich. Gerade weil ich bis vor einigen Jahren keinerlei nähere Berührung mit Kirchen hatte. Erst recht nicht mit der katholischen. Bis ich als Opfer von sexuellem Missbrauch im häuslichen Umfeld auf andere Betroffene verschiedenster Kontexte stieß. Darunter sind auch RKK-Opfer.
Ich habe in Trier mitgeschrieben und das hier eingestellt:
http://www.regensburg-digital.de/bischof-rudolf-und-sein-fragwurdiger-berater/14062013/#comment-46566
Ein Kern der Thematik betrifft etwas, das sich „ontologische Umgestaltung“ nennt. Es scheint sich um so etwas wie eine auf die Interessen der Institution ausgerichtete Neubewertung der üblichen Moral und Ethik zu handeln. Etwas polemisch ausgedrückt: „klerikale Gewissenswäsche“.
Sowas ist auch aus anderen Kontexten bekannt. Sekten, esoterischen Gruppen, irgendwelchen anerkannten therapeutischen Verfahren, beim Militär, innerhalb der organisierten Kriminalität, Wirtschaftsklüngel, Firmen, in dysfunktionalen Familien… überall gibt es das Phänomen, dass eine gruppeneigene Moral etabliert werden soll.
Und: Sie finden wenig darüber im Netz. Falls es sich nicht um oral history handelt 😉 müsste es aber zumindestens Literatur dazu geben.
Vielleicht weiß jemand von Ihnen mehr.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Feüher wurden die Knaben bereits in Paterpressen zum Abitur geführt. Abgesondert.Messdiener sollten auch die Pfaffen der Zukunft sein, deswegen wollte der polnische Papst den Mädchen das Messdieneramt wieder nehmen.Ist ihm aber nicht gelungen.Die Sprache der Priester und Ordensleute ist Programm.Es babbeln alle dasselbe.“
@XYZ,
Prof. Rolf Pohl beschreibt in seinem Buch „Feindbild Frau“ wie einige Gruppen von Ureinwohnern in Papua-Neuguinea regelmäßig und ritualhaft männliche Kleinstkinder oral missbrauch(t)en. Bis in die jüngere Neuzeit hinein. Und zwar bewusst sehr brutal. Einige dieser kleinen Kinder erlitten dabei einen Genickbruch oder schwere Verletzungen im Mund- Rachenraum. Wie wir uns unschwer vorstellen können.
Das hat bei diesen Menschen kultische Bedeutung und soll bei den Kindern Aggressionen, Gefühlsblindheit und den Willen sich zu unterwerfen fördern. Eigenschaften, die in dieser Kultur als überlebensnotwendig angesehen werden.
Es könnte sich dabei um eine sehr „alte“ Tradition handeln, die dort in der Abgeschiedenheit überdauert hat. Sie entstammt einer Phase der menschlichen Entwicklung, in der das gezielt hervorgerufen wurde, was wir heute als schweres PTBS bezeichnen würden.
In unserem Kulturkreis ist der sexuelle Missbrauch von Babies und Kleinstkindern mittels Oralpenetration auch recht weit verbreitet. Er hate eine lange Tradition. Manche Babies werden schon vom frühen Säuglingsalter darauf abgerichtet, indem man ihren natürlichen Saugreflex ausnutzt.
Aber im Gegensatz zu den Gruppen in Papua-Neuguinea ist so etwas bei uns total tabuisiert. Und natürlich unter Strafe gestellt.
Evtl. ist das Absondern männlicher Kinder und deren Missbrauch in Zusammenhang mit katholischen Kulthandlungen, wie sie in Messen und in klerikalen Kaderschmieden zelebriert werden, ebenfalls eine Tradition, die sehr weit in unsere frühe Entwicklung zurückreicht und innerhalb der Welt der kultischen Riten überdauert hat. Dazu zählen die offiziell geförderten (Kirchen) und die illegalen (Kinder“pornos“, pädokriminelle Netzwerke, Kinderhändler).
Und dann gibt es noch den ganz „normalen“ Kindesmissbrauch:
„Es sind Meldungen wie diese, die die Gerichtsmedizinerin Seifert am Nottelefon regelmäßig entgegennimmt. Nachrichten, die manchmal auch das Vorstellungsvermögen von Kinderärzten sprengen. »Wer denkt denn schon an eine Schwangerschaft?«, fragt Seifert. »Darauf kommt keiner, der an das Gute im Menschen glaubt.«
http://www.zeit.de/2010/07/DOS-Missbrauch
Sich mit der Missbrauchsrealität zu beschäftigen, mag erstmal verstörend sein. Aber: es ist ein Unterschied ob ich an das Gute im Menschen glaube oder an das Gute in ALLEN Menschen.
Die erste Variante ist naiv. Sie steht Kindern an. Bei Erwachsenen wäre sie fahrlässig. Oder einfach ignorant.
Die zweite Variante kennzeichnet gesundes Misstrauen.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
@Hilmar:
“Wenn ich dafür auch noch Beweise erhebe und aufbewahre, habe ich diesen jungen Priesteranwärter buchstäblich in der Hand. Ich kann ihn erpressen. Er muss das tun, was ich will. Oder ich bugsiere ihn ins allgemeine Aus. Sozial, beruflich, menschlich, spirituell, finanziell.”
Genau so wurde es mir, der ich vor Jahren einmal Priester werden wollte, mittlerweile auch aus einer bayerischen Diözese (R.) geschildert.“
Danke für die aufschlussreiche Rückmeldung. Für mich haben die Moralshows die gewisse Klerikader da in der Öffentlichkeit abziehen realsatirischen Wert. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, wie es im Inneren vieler KirchenmitarbeiterInnen auf der mittleren Managementebene aussehen muss. Nicht umsonst ist es auch der Geradlinigkeit und dem Einsatz von so vielen Whistleblowern aus dem Inneren des RKK-Apparates zu verdanken, dass nach und nach öffentlich wird mit wem wir es da zu tun haben.
Und das macht auch Mut finde ich.
Denn es gibt sicherlich auch Priester, die mental stark genug sind, der moralischen Herzenswäsche zu widerstehen.
Sofern die Kirchenführung sie nicht mit irgendwas lockt. Denn neben Priestern mit aufgeweichter Moral und einem labberigen Charakter muss es in so einer großen, mächtigen Organisation auch standfeste, souveräne Menschen geben. Allerdings sind die für jeden Führungsoffizier eine große Herausforderung. Und: sie haben die Tendenz sich zusammen zu schließen. Auch wenn es sich bei solchen Menschen meistens um sehr eigenständige, manchmal extrem eigenwillige Leute handelt.
Insofern: wo finden wir diese Gruppen von Priestern, die trotz ihrer Ausbildung menschlich integer und geistig unabhängig geblieben sind?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Frau Oetken, ich habe es ja als Kind mitbekommen,die sektenhafte Erziehung.Wer die Kirche verläßt, hat sein ewiges Seelenheil verloren. Ewige Verdammnis. Wenn man das als Kind eingetrichtert bekommt von allen Seiten..wirkt das.Auch,wer aus einem Priesterseminar rausging, wurde mit düsteren Blicken und leisen Worten hinter vorgehaltener Hand bedacht.In den freizügigen 70 ern wurde eine Bekannte, die einen Sj geheiratet hat, als Hexe beschimpft vom Volk.Wie oft habe ich Sektenbeauftragten zugerufen, die katholische Kirche ist keinen Deut besser..das Gehabe von kathKirche, anderen Kirchen die Kirchlichkeit abzusprechen, ihre Sakramente nicht anzuerkennen, gescheiterte Katholiken auszusondern..ihnen die Sakramente zu verweigern und letztendlich Frauen als nicht würdig zu betrachten, an den Altar zu gehen..da viele Katholiken den Pomp brauchen, machen sie mit, aber gehen ihre eigenen Wege wie die kleinen Kinderhinter dem Rücken ihrer strengen Eltern.Gott sieht euch auch im dunklen Keller, hat unser Pfarrer immer gesagt. da er die Angewohnheit hatte, die Gemeinde im Ort rund um die Uhr zu kontrollieren und sich selber als Stellvertreter Gottes zu bezeichnen..haben wir alles in einen Topf geworfen.Katholische Kirche übt Macht aus, der Papst zeigt es, da kann er lustig sein, wie er will, er ist ein Machtmensch.Der nicht groß was ändert, aber umso mehr redet.Der Mißbrauch ist ein Thema unter vielen Themen, die auch nicht gescheit bearbeitet werden..Also, man muss sich als Betroffener nicht besonders ausgegrenzt fühlen. Es ist niemand so richtig wichtig bei den Klerikalen.Falls man überhaupt zu irgendwas gefragt wird, bekommt man hinterher gesagt, dass man falsch denkt.Wer wissen will, wie sich ein Kaiser von China Reich anfühlt, der möge katholisch werden. Sklaven, ohne die der Kaiser keine 5 Minuten leben kann, sind das Katholikenvolk. Damit es bei der Stange bleibt, bekommt es unwirkliche Geschenke: Segen, Sprüche, Sakrmanete wenn der Kaiser Zeit hat, Gottesdienste..wenn der Kaiser Zeit hat. Die Hauptaufgabe des Volkes ist,den Laden am Laufen zu halten, damit es den Stellvertretern Gottes an nichts mangelt. Und dann kommt man in den Himmel.
Geistig unabhängig sieht immer nur so aus. Die Hochwürden machen,was sie wollen, aber auf ihre linksgestrickte Art sind sie ebenso machtgierig wie ihre konservativen Genossen. Seinen Weg gehen als Priester in einer Kirche heißt noch lange nicht, integer sein und beziehungsfähig..man ist Rebell. Modern und aufgeschlossen und beliebt war so mancher Täter. Mit coolen Gottesdiensten. Nein, danke.Modern, aufgeschlossen und eigenständig denkend lebt in Demokratien, nicht in Hierarchien mit fragwürdigen Praktiken.
„Sie kennen diese Leute, mit denen Sie noch vier Wochen vor den zur Weihe führenden Exerzitien normal sprechen konnten, nicht mehr wie diese zuvor waren.“
@Hilmar,
ja diese geheimnisvollen Exerzitien….
Es gibt ja berechtigte Gründe anzunehmen, dass ein Großteil der Ignatius von Loyola zugeschriebenen Exerzitien von seinem engen Vertrauten Luis Concalves da Camara verfasst wurden. Belegt ist, dass es sich bei Luis um einen Missbrauchskriminellen handelt
https://dev.eckiger-tisch.host1-nahiro.net/2013/03/08/agenda-fur-einen-neuen-papst/comment-page-1/#comment-5269
Auch sonst scheint er einen manipulativen Charakter gehabt zu haben. Und war von Tripper im fortgeschrittenen Stadium befallen.
Nun ist ja das pathologische Charakterprofil des Pädo“philen“ recht gut und häufig beschrieben worden. Es handelt sich um einen Menschen, für den es schon von frühester Kindheit an überlebenswichtig war, seine nächste Umgebung zu manipulieren. D.h. in unserem Kulturkreis seine Mutter.
Meine These: Pädo“phile“ sind häufig die Söhne von Müttern, die an einer Borderlinepersönlichkeitsstörung leiden. Diese Frauen sind ebenfalls krankheitsbedingt häufig höchst manipulativ und unberechenbar. Aber nicht im Sinne von geisteskrank. Häufig äußern sie ihre Pathologie nur in einem geschützten Rahmen. Zum Beispiel ihren Kindern gegenüber. Nicht selten sind sie sehr begabt, oft attraktiv. So dass kaum jemand etwas „merkt“ und den psychisch und/oder sexuell ausgebeuteten Kindern dieser Mütter beisteht
http://www.borderline-muetter.de/cms/kindermitborderlinemuettern
UM MISSVERSTÄNDNISSEN VORZUBEUGEN: dies ist keine Pauschalisierung in Bezug auf Mütter, die unter einer Borderlinediagnose leiden.
Aber: irgendwo müssen die Pädo“philen“ ja her kommen. Und da ich selbst etliche Frauen und Mütter mit Borderline kenne, weiß ich, welch toxisches Potential diese Störung entfalten kann.
Gerade für Söhne. Denn über drei Viertel der Borderlinerinnen sind in der Kindheit missbraucht worden. Oft von nahen Angehörigen. Meistens Männern. Diese Frauen sind dem männlichen Geschlecht gegenüber deshalb häufig in einer starken, manchmal extremen emotionalen Ambivalenz verbunden. „Hassliebe“ würde auch passen.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Frau Oetken, ich habe es ja als Kind mitbekommen,die sektenhafte Erziehung.Wer die Kirche verläßt, hat sein ewiges Seelenheil verloren“
@XYZ,
ja ein Kennzeichen dysfunktionaler Gemeinschaften ist es, solch rigiden Regeln aufzustellen und ihre Mitglieder damit emotional zu erpressen.
Wer die Möglichkeit hat, sich davon innerlich und räumlich zu distanzieren möge das tun. Es ist gesund und befreit.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Ich habe lange gebraucht, um mich davon loszueisen. viele jahre. dann hat mich der mißbrauch zurückgeholt und nun..schüttle ich den staub von meinen schuhen und gehe. ein bibelzitat. wenn man euch nicht hören will, dann schüttelt den staub von euren füßen und verlaßt die stadt. frei zitiert. ich bin damals ohne wut gegangen und hatte ganze 30 jahre lang frieden.ich gehe auch heute nicht in wut, das ist immer wichtig.frau oetken, nicht jeder macht die igatianischen exerzitien. zulünftige weltpriester haben eigenes. jesuiten machen 2 mal in ihrem leben die 30 tägigen, die sind nur dann schaurig, wen ein begleiter dabei ist, der einen jeden abend auseinandernimmt..das buch an sich fand ich mit abstrichen die ein modern denkender mensch macht, ganz ok. da geht es ja auch um eine sündenwoche, wo man sich besinnen soll..ich frag mich bis heute, wieviele jesuiten sich da lügend hindurchlavieren.von sündenbewußtsein sehe ich in diesem orden nichts.dann gibt es einen teil zur erlangung von mehr liebe. auch davon sehe ich nichts. liebe ist kommunikation zwischen zwei parteien. jeder gibt dem anderen etwas. sagt ignatius. das sehe ich bei jesuiten nicht.die machen besonders im noviziat diese exerzitien und können oft nichts damit anfangen. sagte man mir.und später drücken sie sich und machen alles mögliche andere an 8 tägigen exerzitien.ohne dass man eine wirkung merkt…ignatius ist nicht der urheber..er hat auf langer christlicher tradition aufgebaut..gott in allen dingen wußte auch der heilige franziskus und teresa von avila. aber die waren nicht so laut.er kommt mir oft recht franziskanisch vor, die franziskaner sind aber nicht so protzbrüder, die ständig im focus stehen. es gibt in der kirche nur die jesuiten. dieses überlaute volk. der schäbige rest geht baden.jesuiten denken, sie haben die spiritualität erfunden und ziehen alles an sich. sie haben glaubensgut übernommen. diebe sind sie ,ungebildet und aus dem grund denken sie, ignatius ist der urheber aller dinge.ein dummes. lautes, protziges volk..früher haben jesuiten sich mit diesen dingen überhaupt nicht befaßt und über ganz andere dinge geredet und geschrieben. heute haben sie ihren ignatius entdeckt und schreiben ihm alles zu, was eigentlich allen gehört.
@ Angelika Oetken,
dies zur Info: SPON hat sein System umgestellt, und die links zu mehr als einige Wochen alten Beiträgen bei SPON funktionieren nicht mehr.
Die links gehen ins Leere. Die Beiträge zu Luis Concalves da Camara von river runner, auf die Sie in Ihrem Beitrag an Hilmar oben verweisen, sind bei SPON nicht mehr auffindbar.
In Ihrem Beitrag an Hilmar weiter oben sagten Sie:
„Es gibt ja berechtigte Gründe anzunehmen, dass ein Großteil der Ignatius von Loyola zugeschriebenen Exerzitien von seinem engen Vertrauten Luis Concalves da Camara verfasst wurden.“
Dazu antworte ich:
Dass Ignatius von Loyola Verfasser der Exerzitien ist wird von niemandem bestritten.
Es geht um zwei andere Bücher, den „Bericht des Pilgers“ und das „Memoriale“, die von dem Jesuiten Luis Goncalves da Camara verfasst wurden.
Die Behauptung des amerikanischen Historikers Harold B. Johnson lautet, der Erzieher, Lehrer und Beichtvater des Königssohns Sebastian, der Jesuit Luis Goncalves da Camara, habe den portugiesischen Thronfolger Sebastian als zehnjähriges Kind missbraucht und ihn außerdem noch mit der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe infiziert.
Dies wirft neben den Fragen, die diesen Missbrauchsfall betreffen, auch die Frage auf, was von den beiden Büchern, die Goncalves da Camara über Ignatius von Loyola verfasst hat, zu halten ist.
Goncalves da Camara ist der Verfasser von zwei wesentlichen Berichten über Ignatius von Loyola.
Das „Memoriale“ ist auf englisch unter dem Titel „Remembering Inigo – Glimpses of the Life of Saint Ignatius of Loyola – The Memoriale of Luis Goncalves da Camara“ erschienen.
Der „Bericht des Pilgers“ ist in deutsch als Taschenbuch erhältlich.
„nicht jeder macht die igatianischen exerzitien. zulünftige weltpriester haben eigenes. jesuiten machen 2 mal in ihrem leben die 30 tägigen, die sind nur dann schaurig, wen ein begleiter dabei ist, der einen jeden abend auseinandernimmt..“
@XYZ,
worin unterscheiden sich denn die durch die Exerzitien angeschobenen Prozesse der Persönlichkeitsumformung bei den jesuitischen und den nicht-jesuitischen Priesteranwärtern?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Dass Ignatius von Loyola Verfasser der Exerzitien ist wird von niemandem bestritten.“
@Unterwegs,
als ich mir die ganze Geschichte um Inigo und Luis mal so rein praktisch vorstellte, kamen mir Zweifel, ob der internistisch und psychisch angeschlagene Ignatius wirklich alles selbst geschrieben hat, was ihm zugeordnet wird. Und dass sein enger Vertrauter Luis Concalves da Camara dann in seinem Namen geschrieben hat, liegt doch auf der Hand.
Und: der Forist Bluebeardy hat hier neulich auf eine Veröffentlichung der Jesuiten zum Thema „Keuschheit“ verwiesen
https://www.jesuiten.org/fileadmin/Redaktion/JESUITEN/jesuiten_2009-03.pdf
Sie stammt aus dem März 2009. Inhaltlich besonders aufschlussreich, wenn man sie mit dem Wissen von heute liest. Bei manchen Beiträgen überkam mich der Verdacht, dass da einige Autoren eine Glaskugel auf dem Schreibtisch stehen haben 😉
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Die ganze Diskussion hier um das, was von Ignatius sein soll und was nicht, im Exerzitienbuch, was es inzwischen in stark abgewandelten Formen gibt, wie ich bereits mehrfach gepostet habe, ist müßig.. Die ignatianischen xerzitien sind strenger als andere.Ich habe sie gemacht und sie sind mir sehr gut bekommen., Andere Exerzitien sind moderner. Je nach Spiritual.Johannes Bours war damals Spiritual in Münster. Ein sehr guter., Der hat viele Meditationsbücher geschrieben die auch für Jesuiten schon eine Grundlage waren..man betrachtet bei Ignatius Bibeltexte zum Beispiel,oder befaßt siche eine Woche lang nur mit seinen Schandtaten. Es gibt eine Reihe Arten, die Bibel zu betrachten. Ich finde diese Diskussionen im MOment völlig überflüssig. Seit wann gibt es die ignatianischen Einzelexerzitien? Seitdem die Zahl der Novizen deutlich geschrumpft ist. Ich habe es noch erlebt, dass nur Gruppenexerzitien möglich waren wegen Zeitmangel. Wenn 60 Novizen bedacht werden müssen täglich, so war es noch bei meinem Professor, einem Jesuiten, gab es nur Gruppenexerzitien, die sind komplett anders verlaufen. Hinzukommt bis heute, wie mir immer wieder gesagt wird aus dem Orden, dass Neulinge wenig mit diesem Buch anfangen können.Der Bericht des Pilgers ist ein sehr hochgeistiges Buch. Anonym geschrieben mit Absicht, wegen der spirituellen Erlebnisse dort.Nebenbei gesagt halte ich von Sekundärliteratur nichts.Ich sehe mir die Werke selber an und wenn sie ok sind, ist mir egal, wer sie verfaßt hat..das Exerzitienbuch von Ignatius ist ein ausgezeichnetes Buch. Antony de Mello, ein Jesuit lange tot, hat eigene Exerzitien geschaffen aus denen man nicht so flüchten kann wie aus den ignatianischen, hat er vor langer Zeit gesagt. Meine Meinung dazu: freilassend muss alles sein, was mit Glaube zu tun hat. Man kann Exerzitenarten nicht mal eben beschreiben, Frau Oetken. Man muss sie selber machen.Es kann sich jeder Jesuit für seine 8 tägigen Jahresexerzitien selber aussuchen, welchen Weg er da gehen will. Beliebt ist das Jesusgebet, da gibt es in Gries Kurse.
„Die ganze Diskussion hier um das, was von Ignatius sein soll und was nicht, im Exerzitienbuch, was es inzwischen in stark abgewandelten Formen gibt, wie ich bereits mehrfach gepostet habe, ist müßig.“
@XYZ,
das kommt auf den Standpunkt an. Und was man damit bezwecken will.
Ich finde sie sehr sinnvoll. Aber ich möchte auch, dass der Jesuitenorden ausreichend Motivation findet, sich seiner Verantwortung zu stellen.
Es gibt verschiedene Wege so etwas herzustellen. Einer ist, sein unverhältnismäßig positives Image zu korrigieren.
Und zwar öffentlich.
Die Jesuiten bieten soziale und pädagogische Dienstleistungen an. Um die verkaufen zu können, brauchen sie das Vertrauen derjenigen, die darüber entscheiden, ob und wenn ja wie die Arbeit des Ordens subventioniert wird.
Ein Vertrauensvorschuss, der wie man ja an all dem was bisher aufgedeckt wurde überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Im Gegenteil. So etwas gehört geändert. Es geht um die Sicherheit von Heranwachsenden und die sinnvolle Verwendung öffentlicher Mittel.
Nichts anderes geschieht hier gerade.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
@ Angeika Oetken,
Zu:
„als ich mir die ganze Geschichte um Inigo und Luis mal so rein praktisch vorstellte, kamen mir Zweifel, ob der internistisch und psychisch angeschlagene Ignatius wirklich alles selbst geschrieben hat, was ihm zugeordnet wird.“
Meine Antwort: „Mit Goncalves da Camara wurde Ignatius erst in seinen letzten Lebensjahren näher bekannt. Die Frage nach dem „wahren“ Verfasser stellt sich daher für die „Autobiographie”, dem “Bericht des Pilgers” und dem das “Memoriale”
Falls andere Bücher und/oder Briefe andere Verfasser haben sollten als Ignatius von Loyola selbst, heißt der mögliche andere Verfasser NICHT Goncalves da Camara.
Zu Ihrem Satz:
„Und dass sein enger Vertrauter Luis Concalves da Camara dann in seinem Namen geschrieben hat, liegt doch auf der Hand.“
Meine Antwort: „Luis Concalves da Camara war NICHT der engste Vertraute von Ignatius von Loyola. Er war jemand, der sehr spät das Vertrauen des alten Mannes gewonnen oder mit Schmeichelei erschlichen hat.
Als ein sehr enger Vertrauter von Ignatius von Loyola über die letzten mehr als 10 Jahre seines Lebens kann sein Sekretär Polanco ansehen werden, mit dem zusammen Ignatius von Loyola Tausende von Briefen geschrieben hat.
Also nochmals:
Bericht des Pilger, Autor Goncalves da Camara
Exerzitien: Autor Ignatius von Loyola
Konstitutionen des Ordens: Autoren Ignatius von Loyola und Polanco
Tausende von Briefen: Autoren Ignatius von Loyola und Polanco
Es stellen sich mir erneut die folgenden Fragen:
Wer war der Jesuit Luis Gonçalves da Câmara?
Was ist historisch über ihn bekannt?
Was sind die Gründe, dass der Jesuitenorden den von Gonçalves da Câmara verfassten “Bericht des Pilgers” für Jahrhunderte verschwinden ließ?
Was waren die Gründe, dass der “Bericht des Pilgers” im Jahr 1567 von der Ordensleitung eingezogen wurde, und dass erst nach Ende des zweiten Weltkriegs nach 1945 erst wieder Übersetzungen in modernen Sprachen erschienen?
Der evangelische Theologe Helmut Feld schreib auf Seite 9 seines Buches Ignatius von Loyola, Gründer des Jesuitenordens Eine Biographie Köln Weimar Wien 2006 im Kapitel “Bericht des Pilgers” und zu seinem Autor Luis Gonçalves da Câmara:
“Im Dienste des Vizekönigs von Navarra stand Inigo etwa drei Jahre lang, bis zu seiner schweren Verwundung in der Festung Pamplona. Über den zentralen und entscheidenden Abschnitt seines Lebens, der damit eingeleitet wurde, die Jahre 1521 – 1538, hat Ignatius selbst berichtet. Gegen Ende seines Lebens, in den 1553 – 1555, diktierte er in Rom dem portugiesischen Jesuiten Luis Gonçalves da Câmara seine Erinnerungen.
Diese “Autobiographie” des Ignatius, wie sie nicht ganz zutreffend genannt wird, ist ohne Zweifel die wertvollste Quelle für den äußeren Lebensablauf und die innere Entwicklung des Heiligen.
Das Schicksal, das sie innerhalb des Ordens hatte, ist bemerkenswert, es weist auffällige Gemeinsamkeiten mit dem Geschick der ältesten (und wertvollsten) franziskanischen Quellen auf: …..
In vergleichbarer Weise wurde der Spanier Pedro de Ribadeneira (1526 – 1611) von der Ordensleitung der Jesuiten beauftragt, die offizielle Biographie des Ignatius zu verfassen.
Im Juni 1567 erging an die Provinzialoberen der Gesellschaft die Aufforderung, alle für die Lebensgeschichte des Ordensgründers wichtigen Unterlagen nach Rom einzusenden.
Anhand des damals vorliegenden Quellenmaterials, zu dem natürlich auch der von Ignatius diktierte Bericht gehörte, verfaßte Pater Ribadeneira dann in lateinischer Sprache seine Ignatius-Biographie.
Sie erschien 1572 und wurde bald in die wichtigsten modernen Sprachen übersetzt.
Sämtliche bis dahin über Ignatius umlaufenden Schriften ließ die Ordensleitung einziehen.
“Die Folge dieser Maßnahme war tatsächlich, daß auch der “Bericht des Pilgers” so gut wie verschwand und vergessen wurde.”
Erst nach mehr als 150 Jahren veröffentlichten die Bollandisten in den Acta Sanctorum eine lateinische Version des Textes.
Die erste kritische Edition des (spanischen und italienischen) Originaltextes erschien erst 1943 im ersten Band der Fontes Narratives (FN) innerhalb der Monumenta Historica Societatis Iesu (MHSI).“
Soweit die Zitate aus der Ignatius Biographie des evangelischen Theologen Helmut Feld.
@ Angelika Oetken,
Fortsetzung aus dem oben zitierten Buch von Helmut Feld, siehe
Quelle 1 unten
In seiner Biographie über Ignatius von Loyola schreibt Helmut Feld (1)
weiter über den “Bericht des Pilgers” (siehe Quelle (2) unten:
“Der Grund für das Verschwindenlassen und Vergessen der wichtigsten Quellen zum Leben des Ordensgründers ist im Fall des Ignatius, wie dem des Franziskus von Assisi, naheliegend: Was Ignatius selbst über seinen Weg erzählt, fügt sich nur schwer in das hagiographische Bild,
das sich der Orden im Lauf der Zeit von der Figur seines Stifters gemacht und das er innerhalb der Kirche verbreitet hatte.
Leider sind die Orginalaufzeichnungen Camaras nicht erhalten, und auch das ist ein trauriges Kapitel der Geschichtsklitterung und Retouchierung des Bildes von Ignatius, die Mitglieder seines Ordens nachträglich vorgenommen haben.
Die Erinnerungen des Ignatius liegen heute unter dem sachlich zutreffenden Titel “Der Bericht des Pilgers” in der schon erwähnten, gut lesbaren deutschen Übersetzung des Jesuiten Burkhart Schneider vor.
Trotz der angedeutenen Vorbehalte, die der kritische Leser auch diesem Bericht gegenüber haben muß, sieht man in ihm doch mit Recht die “Perle der ignatianischen Quellen.” (I. Tellechea).
Zum “Bericht des Pilgers” und seinem Autor Luis Goncalves da Camara
schreibt Ignacio Tellechea (3):
“….Eine besondere Stellung kommt dem sogenannten Pilgerbericht zu. Diese Erinnerungen, die Ignatius dem Jesuitenpater Goncalves da Camara diktiert hat, sind ohne Zweifel das Kernstück jeder Lebensbeschreibung Loyolas. (Seite 18)
“Der Pilgerbericht ist die Perle der ignatianischen Quellen, auch wenn er unverständlicherweise erst 1904 veröffentlicht wurde…….Man muss das Vorwort studieren, das Camara selbst dem Bericht vorangestellt hat. Es ist die Geschichte eines großen Vertrauens. …..
Luis Goncalves da Camara war ein Jesuit der zweiten Generation. Er stammte von der Insel Madeira, war der Sohn des Gouverneurs und studierte 1535 Artes in Paris. Sein alter Kommilitone aus dem Pariser Kolleg Sainte-Barbe, Peter Faber, hatte ihn zu diesem Entschluß bewegt, als sich die beiden viele Jahre nach ihrer gemeinsamen Studienzeit im portugiesischen Coimbra besser kennen lernten.
Sein Noviziat absolvierte dieser Meister des Lateinischen wie auch des Griechischen und des Hebräischen und Sohn einer großen Familie im bescheidenen Hospital von Valencia.
Noch einmal traf er Faber Anfang 1547 in Madrid …(wo Goncalves über Ignatius sagt): “Ich war der Meinung, daß es keinen Menschen auf Erden geben könne, der enger mit Gott verbunden wäre. So daß ich später, als ich von den großen Gnaden reden hörte, die der Vater Ignatius zu unser aller Vorteil besaß, nur durch guten Glauben derselben Meinung sein konnte…”
Fern von Rom bewahrte er sich diese hohe und etwas unklare Meinung und nannte Ignatius in einem Brief, den er 1552 an ihn sandte, “mein Vater und mein Gott auf Erden”.
Sein inniger Wunsch, ihn kennenzulernen und in seiner Umgebung zu leben, wurde erfüllt, als der Visitator P. Miguel de Torres ihn dazu bestimmte, nach Rom zu reisen, um dort dem Generaloberen über den Stand der Gesellschaft Jesu in Portugal zu berichten…..”.(Seite 21,22)
Quellen:
(1) Helmut Feld, Ignatius von Loyola Gründer des Jesuitenordens Eine Biographie, Köln Weimar Wien 2006, Seite 9 f
(2) Ignatius von Loyola, Bericht des Pilgers, übersetzt von Peter Knauer, echter 2002
(Der Autor des Berichts ist nicht Ignatius von Loyola selbst, sondern Luis Goncalves da Camara SJ, dem Ignatius sein Leben erzählt hat)
http://members.a1.net/omvaustria/ignatius/pilger.html
(3) Ignacio Tellechea, Ignatius von Loyola, Allein und zu Fuß, Eine Biographie
Zürich, Düsseldorf 1991, Seite 18, 21, 22 – 32
Auf den Seiten 22 – 32 folgen immer wieder weitere – vorwiegend bewundernde – Ausführungen von Tellechea zu Luis Gonçalves da Câmara, und wie es ihm Schritt für Schritt gelang, sich das fast grenzenlose Vertrauen von Ignatius zu erwerben.
@ Angelika Oetken,
auch aus der folgenden Quelle
Robert Aleksander Maryks, The Jesuit Order as a Synagogue of Jews,
Jesuits of Jewish Ancestry and Purity-of-Blood Laws in the Early Society of Jesus, Brill Leiden. Boston 2010
geht hervor, dass Luis Goncalves da Camara – wie auch von Harold B. Johnson dargelegt – einen sehr starken Einfluss auf den jungen König Sebastian von Portugal ausübete.
Erneut stellt sich die Frage:
Wer ist Luis Goncalves da Camara?
Welche Rolle spielte er im frühen Jesuitenorden?
Welche Rolle spielt er auf der 3. Generalversammlung im Jahr 1573?
Die Quelle Maryks sieht Luis Goncalves da Camara
als converso-phobischen Jesuiten und als Intriganten, der Sebastian von Portugal auch dazu benutze, um eine anit converso Politik auf der 3. Generalversammlung der Jesuiten zu betreiben, in der dann – auf Vorschlag von Papst Gregor XIII. – Everard Mercurian gewählt wurde.
(Es gab also so früh in der Geschichte des Jesuitenordens schon einmal einen Papst, der in das Wahlrecht im Orden derartig massiv eingegriffen hat. Johannes Paul II. war demnach keineswegs der erste Papst in der Geschichte, der derart massiv auf eine Generalversammlung des Jesuitenordens Einfluss nahm.)
Berichtet wird von Maryks, wie Papst Gregor XIII in eine Generalversammlung der Jesuiten mit der Anweisung eingreift, dass kein Jesuit, der jüdischer converso ist, gewählt werden soll.
Dies bedeutet, dass einer der fähigsten Jesuiten überhaupt, der jüdischstämmige converso Polanco, der Ignatius jahrelang fast von Anfang an das Büro geführt hatte, auf päpstliche Anweisung hin nicht zum Generaloberen gewählt werden durfte.
Die Quelle zu Luis Goncalves da Camara und zu den anderen og Personen ist das Buch von Robert Aleksander Maryks, The Jesuit Order as a Synagogue of Jews, Jesuits of Jewish Ancestry and Purity-of-Blood Laws in the Early Society of Jesus Brill Leiden. Boston 2010
Dort findet sich im Index auf Seite 272 der Eintrag
Camara, Goncalves Luis da
49, 121, 121 (14) 246
Auf Seite 49 heisst es zu Luis Goncalves da Camara:
„….Indeed Polanco wrote this text during the last two years of his life, after he was removed from his office in 1573 as part of Mercurian’s anti-converso „house cleansing.“
It contains Loyola’s purity-of-blood-pride answer that is missing from both the paragraph describing the same episode in Polanco’s much earlier Summarium Hispanum (c. 1548) and in what Loyola would narrate shortly before his death in 1556 to his note-taker, the converso-phobic Goncalves da Camara. A similar rhetorical rather than fact-based defense of Ignatius’s purity of blood was made by Jeronimo Nadal …..
Auf Seite 120/121 werden sowohl Luis Goncalves da Camara als auch
Sebastian King of Portugal in dem folgenden Kapitel erwähnt:
Italo-Portuguese anti-converso lobby at General Congregation 3
The Portuguese delegation led by Leao Henriques secretly carried to Rome a letter that Henriques’s penitent, Cardinal Infant Henry of Portugal (1512 – 80), had written to Pope Gregory XIII on 22 January 1573.
In it, the Grand Inquisitor of Portugal and future king (1578-80) demanded that neiher a converso nor a pro-converso candidate be elected superior general of the Society of Jesus, and he warned that if no measure against the converso evil is taken, the Society would risk destruction.
Ribadeneyra, in his unpublished Historia de la Compania de Jesus de las provincias de Espana y parte de las del Peru y Nuevas Espana y Philipinas reported that a similar letter, which the Portuguese Jesuits brought to the pope and which asked to impede the election of Polanco, had been written by the young King Sebastian, whose tutor and confessor was the Jesuit Goncalves da Camara, known for his anti-converso stance. Not accidentally, Camara was related by blood to Leao Henriques.
Pope Gregory XIII disclosed his support for a non-Spanish alternative to Polanco, who, in turn, asked the pope to exclude his name but refused to prohibit other Spanish candidates from being elected superior general.
After the congregation opened, several members, including Polanco, went, according to custom, to ask the pope for his blessing. After imparting it, Gregory XIII inquired about the procedures of the congregation, about the numbers of Spaniads among the voters, and about the national background of the previous superiors general.
Gregory remarked that somebody should be chosen from a nation other than Spain, and in spite of Polanco’s protest against limiting freedom of Spain, and, in spite of Polanco’s protest against limiting freedom of conscience of the electors, the pope specifically suggested the name of the Walloon Everard Mercurian, then dismissed the delegation with his blessing.
Fußnote 14 auf Seite 121 von Maryks lautet:
King Sebastian I of Portugal (1554- 1578). One wonders whether he advised Sebastian to write that letter, for Camara’s aversion towards conversos was well known (see Rodrigues, Historia 2/1:334-5). On the alleged homosexual relation between the two, see Harold B. Johnson’s article „A Pedophile in the Palace )
Fußnote 183 auf Seite 246
Appendix I Benedetto Palmio’s Memrorial in italienisch
King Sebastian I of Portugal (1554 – 78). His confessor an companion was a Portuguese Jesuit, Goncalves da Camara, a cousin of L. Henrques, confessor of the Cardinal Infant.
Seite 250
Appendix I Benedetto Palmio’s Memrorial in italienisch
mit Fussnote 204 auf Seite 250
The uncle of King Sebastian, Cardinal Infant Don Enrique (see Padberg, „The Third General Congregation,“ pp. 53- 4). After the election of Mercurian, Pope Gregory XIII wrote letters to both King Sebastian and Cardinal Henry on 10 September, 1575, in which he assured them that he sought to satisfy their desire insofar they were made known to him.
Ein Link zu dem von Maryks in Fußnote 14 auf Seite 121 oben genannten Aufsatz von Harold B. Johnson, University of Virginia
A Pedophile in the Palace; or, The Sexual Abuse of King Sebastian of Portugal (1554 – 1578) an Its Consequences
findet sich unter References am Ende des englischen
wikipedia Artikels über Sebastian of Portugal
http://en.wikipedia.org/wiki/Sebastian_of_Portugal
Die Lebensgeschichte des Ignatius ab Verwundung erinnert mich zum peinlichen Teil an Buddhas Weg und an den Weg des Heiligen Franziskus.Über Heilige und große Menschen wird immer dasselbe erzählt, in besonderen Fällen sind so manche per Jungenfrauengeburt auf die Welt gekommen. Mir ist es also egal. Mich interessiert, was heute ist. Kein Schuldbewußtsein der SJ, es sei denn, zum medienwirksamen Schein. Keine Veränderungen im Orden, weil man eigentlich nichts begreift.Die Jesuitenschulen sind nicht mehr abgeschottet, also kann man sie überprüfen.
@ Angelika Oetken,
Es stellte sich die Frage:
Welche Quellen sind eine mögliche Grundlage für eine moderne Biographien von Ignatius von Loyola?
Welche Texte hat Ignatius von Loyola selbst geschrieben oder diktiert?
Zu den Quellen zu Ignatius von Loyola schreibt Ignacio Tellechea:
„Deshalb müssen die Fakten den unbedingten Vorrang haben, unsere Orientierung darf allein das sein, was die Geschichtswissenschaft ihre Quellen zu nennen pflegt. (1)
……
„Was die Quellen angeht, so ist zuerst die Sammlung der Momumenta Historica Societatis Jesu zu nennen. Von den mehr als hundert umfangreichen Bänden, die uns bereits zur Verfügung stehen, beschäftigen sich viele ausschließlich mit Ignatius.
Kein anderer Orden hat vergleichbare Anstrengungen unternommen, um die vollständige Dokumentation seiner Ursprünge ans Licht zu bringen.
Seit nun fast hundert Jahren wird dieses große Projekt vorangetrieben. Die Arbeit macht bedeutende Fortschritte, nicht nur was das Erscheinen neuer Bände angeht, sondern auch im Hinblick auf erweiterte Reeditionen von den Erstauflagen der Monumenta.
Selbst wenn man die vielen Bände beseite läßt, die den ersten Gefährten gewidmet sind (Laynez, Faber, Nadal, Polanco, Xavier, Bobadilla, Borja, Broet, Jay, Codure etc.), bleiben noch weitere vierundzwanzig Bände, die sich ausschließlich mit Ignatius beschäftigen:
zwölf mit Briefen und Instruktionen,
zwei mit den Geistlichen Übungen und den dazugehörigen Direktorien,
vier mit den Satzungen und Regeln,
einer mit den Titel Scripta de S. Ignatio
vier grundlegende Bände, die unter dem Titel
Fontes narrativi de Sancto Ignacio zusammengefaßt sind,
und worin die klassische Vita von Ribadeneira enthalten ist;
und schließlich der zuletzt erschienene Band mit Quellen über Familie,
Heimat, Jugend und die ersten Gefährten, herausgegeben von Pater Dalmases.
Innerhalb dieser großen Menge dokumentarischen Materials besitzen
die eigenen Schriften des Heiligen natürlich besonderen Wert.
Sie liegen jetzt mit größtmöglicher Verläßlichkeit des Textes vor und
sind durch hilfreiche Erläuterungen und wissenschaftliche Anmerkungen ergänzt.
Selbstverständlich hat nicht alles gleichermaßen Gewicht und Bedeutung,
aber jedes Detail hat seinen eigenen biographischen Wert.
Eine besondere Stellung kommt dem sogenannten Pigerbericht zu.
Diese Erinnerungen, die Ignatius dem Jesuiten Gonacalvers da
Camara diktiert hat, sind ohne Zweifel das Kernstück jeder Lebensbeschreibung Loyolas.“
Das kleine Buch der Exerzitien ist der Schlüssel ignatianischer Spiritualität, denn es birgt den ganzen Gehalt seiner persönlichsten geistlichen und apostolischen Erfahrungen.
Folglich besitzt es außerordentlichen biographischen Wert.
Sein Leben veranschaulicht viele seiner Maximen, und diese wiederum erhellen viele Punkte seiner Biographie. Die juristische Sprache der Konstitutionen, auf die er am Ende seines Weges so viel
Geduld verwandte, läßt den Kern des ignatianischen Projekts durchscheinen.
Der Text der Konstitutionen verrät uns die ganz persönlichen Hoffnungen, die er für seine kleine Gemeinschaft hegte und in ständiger Auseinandersetzung mit den widerspenstigen der Praxis weiterentwickeln mußte.
Das geistliche Tagebuch, leider bisweilen allzu kurz und verschlüsselt und unverständlicherweise bis 1934 nie vollständig editiert, betrifft einen sehr kurzen Abschnitt seines Lebens (1544/45), aber es eröffnet einen unerwarteten Einblick in die Welt der mystischen Erfahrungen des Heiligen – eine Welt, die für uns ohne diese wenigen Zeilen noch viel undurchdringlicher wäre.“ (1)
Tellechea weist dann noch auf einige kleinere Schriften hin:
die Formula Instituti
die Erwägungen über die Armut
und sagt dann, dass die Briefe noch besondere Erwägung verdienen:
„Zwölf Bände enthalten nahezu siebentausend Briefe, zu denen die verlorenen noch noch hinzuzuzählen wären. Sie verteilen sich über den Zeitraum 1525 bis zu seinem Tode
Quelle:
(1) Ignacio Tellechea, Ignatius von Loyola, „Allein und zu Fuß“ Eine Biographie, Zürich/Düsseldorf 1991, Seite 18 ff
Antworten
@ Angelika Oetken,
wie Sie sehen, gibt es noch sehr viel Schriftliches, auch wenn das bisherige Kernstück der bisherigen Biographien „Der Bericht des Pilgers“ aufgrund der Erkenntnisse über den Autor Goncalves da Camara aus heutiger Sicht in einem neuen Licht gesehen werden muss. Es wird wirklich Zeit, dass jemand eine moderne Biographie über Ignatius von Loyola schreibt.
@ Angelika Oetken
Es gibt viele Gründe dafür, endlich eine moderne Biographie zu Ignatius von Loyola zu schreiben. Keine der bisherigen Biographien geht auf die Frage ein, wer die Familie der Mutter von Ignatius von Loyola war.
Damit geht auch keine der Biographien auf die Judenverfolgung im Spanien seiner Zeit ein.
Es stellt sich die Frage:
Wer ist Marina Sanchez de Licona?
Die Mutter des Ignatius war eine jüdische Converso oder „Neu-Christin“.
Ignacio Tellechea schreibt in Kapitel 2 „Der Benjamin“ über die Mutter:
„Für Inigo gab es keine Großeltern, …….Sein Vater starb, als Inigo etwa sechzehn Jahre alt war und das Haus gerade verlassen hatte. Und seine Mutter? Der hartnäckigste Durchforscher der Familiengeschichte der Loyola muß sich geschlagen geben und anerkennen, daß wir über Inigos Mutter außer Namen – Dona Marina Sanchez de Licona – und dem Datum ihrer Hochzeit mit Beltran de Onaz (1467), Inigos Vater, nichts Sicheres wissen. (1)
Kevin Ingram schreibt (2):
„Loyola’s formative years were spent in converso environments where radical New-Christian reform voices were often present. This close proximity to conversos, most unusual for an hidalgo from a region which closely guarded its Old-Christian integrity, leads one to suspect that Loyola was himself a New Christian;
and, indeed, there is a strong suggestion in the saint’s biography that
this was the case. Curiously enough, however, although almost every aspect of the saint’s life has been analyzed ad nauseum by Ignatius scholars, the saint’s possible New-Christian background is a subject that has, to my knowledge, never been broached.
The Loyolas, it is true, were of an old Guipuzcoan family, whose hidalgo lineage possibly stretched back to the thirteenth century. But the family was by no means wealthy or prestigious.
Ignatius’s maternal family, on the other hand, were well-heeled parvenus, men who had become rich through the iron trade in the fifteenth century, before turning their attention towards improving their social status.
Ignatius’s maternal grandfather, Doctor Martin Garcia de Licona (his name taken from the Basque port town) was both a trader and a letrado, who had risen through the royal court’s bureaucratic ranks to become auditor for the Court of Appeal at Valladolid and advisor to the Catholic Kings.
In 1459 Licona bought himself a mayorazgo (title of mortmain) from an impecunious Guipuzcoan hidalgo, Ladron de Balda, and with it noble status.
Eight years later, in 1467, Licona married off his daughter, Marina Sanchez Licona (Loyola’s mother) to Beltrán de Oñaz (Loyola’s father), thus strengthening the family’s hidalgo status.
For the Licona family the union was another step towards social respectability.
For the Loyolas it was a profitable business transaction, bringing a much needed cash dowry of 1,600 florins and a link to court society—unlike the Liconas, the Loyolas were not well connected at court.
Was Ignatius de Loyola’s maternal family converso?
The fact that they were wealthy merchants is not in itself proof of a converso background—trade was not entirely dominated by New Christians. However, Martin Garcia de Licona was not just a merchant, he was a man of letters and a financial advisor at court—that is to say his profile is very much that of a converso merchant professional.
But it is not only his maternal family’s merchant-professional background that hints at Loyola’s converso provenance; there is also the saint’s own biography, played out among conversos, first as a page in the Velázquez Cuéllar household, later as an itinerant preacher and student, and finally as the founder of the Jesuits, a religious order that maintained an open policy towards conversos long after the other orders had closed their doors to them. (3)
Quellen:
(1) Ignacio Tellechea, Ignatius von Loyola, „Allein und zu Fuß“ Eine Biographie, Zürich/Düsseldorf 1991, Seite 37
(2) Kevin Ingram, Secret lives, public lies : the conversos and socio-religious non-conformism in the Spanish Golden Age, UC San Diego Theses and Dissertation, 2006,
http://escholarship.org/uc/item/6270j25z
(3) Kevin Ingram, a.a.O., Seite 86 – 88
@ Angelika Oetken,
hier noch Ergänzungen zur Frage:
Wer war Marina Sanchez de Licona?
War die Mutter des Ignatius von Loyola war eine jüdische Converso oder „Neu-Christin“?
Wenn man liest, dass der Vater auch mindestens noch drei nicht eheliche Kinder hatte, fragt man sich wie Marina Sanchez de Licona im Haus Loyola überhaupt behandelt wurde.
Im Kapitel „Die Familiengeschichte“ schreibt William W. Meissner SJ (1) über die Eltern:
Zunächst über den Vater, der „Alt-Christ“ war:
Inigos Vater war Beltran Yanez de Loyola, Nachkomme einer alten Adelsfamilie. …Ein zeitgenössischer Chronist kommentiert: „Die Loyola waren eine der verhängnisvollsten Familien, die unser Land zu ertragen hatte, eine jener baskischen Familien, die über dem Tor ihres Hauses ein Wappen anbrachten, um desto leichter die Untaten zu rechtfertigen, die in ihrem Leben gang und gäbe waren.“(2)
„Der Ehevertrag zwischen Beltran Yanez von Loyola und Marina Sanchez de Licona, (ist) auf den 13. Juli 1467 datiert und notariell beglaubigt, ……
Marina Sanchez de Licona, Inigos Mutter, war die Tochter von Martin Garcia de Licona,….
Ihr Vater war Kronjurist und ein sehr angesehener Mann gewesen. …..
Als seine Tochter 1467 heiratete, schenkte Martin ihr 1600 aragonische Golddukaten, eine reiche Mitgift, die sie in das gerade neu aufgebaute Schloß von Loyola mitbrachte……(3)
William W. Meissner fährt dann fort:
Es war eine fruchtbare Ehe,……..Offenbar entstammten ihr insgesamt dreizehn Kinder….
Neben Inigo, der wahrscheinlich im Sommer oder Herbst des Jahres 1491 zur Welt kam, gab es sechs Söhne und drei Töchter, an deren Namen man sich erinnern konnte.
Offenbar hatte Beltran drei weitere, außereheliche Kinder, einen Jungen und zwei Mädchen.
Inigo kam im Schloß der Loyolas zur Welt und wurde in Azpeitia nach einem Benediktinerabt aus dem elften Jahrhundert auf den Namen Inigo Lopez getauft.
Inigos Mutter starb kurz nach seiner Geburt.
Daher wurde das Kind bei Maria de Garin, der jungen Frau des örtlichen Schmieds, ……in Pflege gegeben…..Er wuchs mit Marias Kindern, die in seinen Kinderjahren seine Spielkameraden waren, auf.
Im Kapitel „Psychoanalytische Implikationen“ schreibt Meissner dann:
„Diese frühren Ereignisse erregen in der Geschichtsschreibung kaum Aufmerksamkeit. Aus der Sicht der Psychoanalyse jedoch kann der Verlust eines Elternteils einen Schatten über den gesamten Lebensweg eines Kindes werfen (4)
Quellen:
(1) William W. Meissner SJ, Ignatius von Loyola, Psychogramm eines Heiligen, Freiburg, Basel, Wien 1997, Seite 35 ff
http://www.psywww.com/psyrelig/obits/meissner.html
Ex-Nuntius legt Berufung gegen Entlassung ein
Zum Ablauf der zweimonatigen Berufungsfrist hat der ehemalige polnische Erzbischof und Kuriendiplomat Josef Wesolowski Berufung gegen das Urteil der Glaubenskongregation gegen ihn eingelegt. Das sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an diesem Montag gegenüber Journalisten. In erster Instanz war er am 27. Juni dieses Jahres aus dem Klerikerstand entlassen worden. Die Vorwürfe lauteten auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger während seiner Zeit als Nuntius in der Dominikanischen Republik. Das Urteil der Glaubenskongregation stellt die kirchenrechtliche Behandlung des Falles dar, strafrechtlich muss sich Wesolowski noch vor den zuständigen Gerichten des Vatikans verantworten. Der ehemalige Bischof ist Staatsbürger des Vatikan.
Die Verhandlung in zweiter Instanz werde sehr bald aufgenommen, so Lombardi, wahrscheinlich noch im Oktober dieses Jahres. Der Vatikan habe kein Interesse daran, den Fall zuzudecken, fügte er mit Verweis auf Medienberichte in den USA an, im Gegenteil, der Vatikan akzeptiere voll und ganz die Verantwortung in diesem Fall. Papst Franziskus werde laufend informiert und habe bekräftigt, dass alle gerechte und notwendige Strenge in diesem Fall angewendet werde.
Der Text oben stammt von der Webseite des Internetauftritts von Radio Vatikan vom 26.08.2014
http://de.radiovaticana.va/news/2014/08/26/ex-nuntius_legt_berufung_gegen_entlassung_ein/ted-821649
BBC vom 26. August 2014
Polish priest Wesolowski may be extradited in sex abuse case
http://www.bbc.com/news/world-europe-28936432
„Die Lebensgeschichte des Ignatius ab Verwundung erinnert mich zum peinlichen Teil an Buddhas Weg und an den Weg des Heiligen Franziskus.Über Heilige und große Menschen wird immer dasselbe erzählt, in besonderen Fällen sind so manche per Jungenfrauengeburt auf die Welt gekommen“
@XYZ,
Idealisierung erfüllt ja eine Funktion. Ich muss dann die ganz normale, alltägliche Ambivalenz, das gleichzeitige Nebeneinander von Gutem und Schlechtem nicht aushalten
„Mir ist es also egal. Mich interessiert, was heute ist.“
Mich auch. Ich arbeite ganz praktisch an Projekten mit, deren Zweck Aufklärung, Aufarbeitung, Genugtuung und Hilfeleistungen für Missbrauchsopfer sind.
Aber wer sinnvolle Maßnahmen für das Heute und das Morgen entwickeln will, muss sich auch mit dem Gestern beschäftigen. Erkunden, welches die Mechanismen des Missbrauchs sind. Und was die Jesuiten angeht, gibt es Hinweise darauf, dass die Tradition der sexuellen Ausbeutung von Kindern in deren Gründungsphase zurückreicht und innerhalb der speziellen Spiritualität des Ordens verankert ist.
Wie bei anderen Orden auch. Überall gibt es die passende Historie.
„Kein Schuldbewußtsein der SJ, es sei denn, zum medienwirksamen Schein. Keine Veränderungen im Orden, weil man eigentlich nichts begreift.Die Jesuitenschulen sind nicht mehr abgeschottet, also kann man sie überprüfen.“
Ich drücke es mal bewusst etwas platter aus, als ich es meine: „was erwarten Sie denn von einer Selbsthilfegruppe mit dem Titel Societas Jesu?“
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
@Unterwegs,
was Sie darlegen ist sehr umfassend.
Wie wäre es, wenn Sie dazu einmal etwas veröffentlichen? Es gibt ja durchaus Online- und Printmagazine die sich dafür interessieren würden. Erst recht weil Sie ja den Bogen schlagen zu den jüngst erst publik gewordenen Missbrauchsverbrechen, die Jesuiten an den ihnen anvertrauten Schülern begangen haben.
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
„Dies bedeutet, dass einer der fähigsten Jesuiten überhaupt, der jüdischstämmige converso Polanco, der Ignatius jahrelang fast von Anfang an das Büro geführt hatte, auf päpstliche Anweisung hin nicht zum Generaloberen gewählt werden durfte.“
@XYZ,
klingt, als ob Polanco ein sehr guter Manager war. Aber hat er auch Inhaltliches geschaffen? Mit am Image der SJ gestrickt?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Jesuitenorden gleich Macht. So war es, so ist es, so wird es aber nicht bleiben, wenn weiterhin der Orden schrumpft und Softies ans Werk kommen Ich warte darauf aber nicht, Ich sage Ihnen, Frau Oetken, die beiden neuen Mißbrauchsbeauftragten haben einen einzigen Satz immer wieder bei mir hochkommen lassen:“ Schon wieder eine Ecke weitergeschoben.“ Ich habe überhaupt keine Lust, mich wieder auf jemanden einzulassen, bei Alpha und Omega anzufangen und dann weder reinzufallen-…..Teresa von Avila stammt auch aus einer jüdischen Konvertitenfamilie.Bei ihrer Biografie ist man erschreckend weltlich geblieben. Keine Wunder.Keine Jungfrauengeburt.Ich denke, Ignatius hat in den ersten 30 Jahren nichts anbrennen lassen. Da wird ewig um den heißen Brei geredet.
Ich schaue mir die Jesuiten HP an und sehe den Pomp ind Protz und denke: alle7 Todsünden auf einmal sind hier in die Tat umgesetzt worden. Das m u s s denen doch peinlich sein?! Es gibt aber genug Laien, die den Orden bewundern. Wenn man nicht hinter die Kulissen blickt, bewundert man die SJ.Blickt man doch hinter die Kulissen, sieht man eine Ansammlung von Männern, die nur deswegen nicht in ihre Bestandteile zerfallen, weil sie so schnell wegrennen.
„Jesuitenorden gleich Macht. So war es, so ist es, so wird es aber nicht bleiben, wenn weiterhin der Orden schrumpft und Softies ans Werk kommen“
@XYZ,
„Softies“… was für Softies? Wer soll das sein?
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
wie ich schon gesagt habe, die nachkommen. das sind nicht die harten männer.die novizen der letzten paar jahre und die zukünftigen..handvoll.
„wie ich schon gesagt habe, die nachkommen. das sind nicht die harten männer.die novizen der letzten paar jahre und die zukünftigen..handvoll.“
@XYZ,
„harte Männer“ ist zwar ein häufig genutzter Begriff. Aber nicht sehr festgelegt. Könnten Sie ihn näher umschreiben, damit wir nicht aneinander vorbei diskutieren?
Danke!
VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick
Frau Oetken…harte Männer weinen nicht. Kennen ihre Gefühle nicht, haben erst gar keine und machen Probleme mit sich selber aus. Es gibt immer wieder Interviews mit Jesuiten. Man merkt, wer lange im Orden ist und wer kürzer..die neueren SJ reden über sich und ihre Wünsche. Die ältere Gattung und da zähle ich alles ab 20 Jahre im Orden zu…redet nicht über sich. Sondern drumherum..ich habe das oft erlebt..die neueren reden auch miteinander..sind sehr ehrlich und nicht drauf aus, den Orden gut darzustellen. Dies ist meine Erfahrung. Das läßt hoffen, ist mit aber auch im Ganzen E G A L.Weil meine Zukunft ohne SJ ist. Meine Gegenwart bereits.