Und so stellen sich die katholischen Bischöfe das vor:

„Antragsformular“

„Merkblatt zum Antragsformular“

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz

33 Kommentare

  1. Zum kotzen, eine erneute Vergewaltigung.
    Diesmal seelisch.
    Man sollte die Kirche wegen seelischer Grausamkeit verklagen für diesen Wisch!
    (Bischof Ackermann-Mitarbeiter Stephan Wahl im Trierer Volksfreund: ´Pater Stüper war mein geistiger Mentor..´ Alles Klar?)

  2. hallo, ich bleibe anonym, aber ich möchte sagen, dass diese anforderung pornografie ist. wenn man für die schilderung der vorgänge ‚…möglichst genau‘ beschreibt, wird der missbrauch im nachinein zu einer sexuellen dienstleistung, die nur noch bezahlt wird. und wer soll die bezahlung bemessen.
    vielleicht möchte die kirche mit den möglichst genauen beschreibungen in den literarischen pornomarkt einsteigen und das geld verdienen, was sie den missbrauchten ausbezahlt.
    das ganzes ist völlig ekelhaft.

  3. Hallo,

    ich schliesse mich Euch an, die katholische Kirche verkennt ihre Macht, denn sie müsste sich JETZT klein machen und respektieren und akzeptieren, was die Opfer wollen.
    Aber so wird jeder „Fall“ wieder katalogisiert und einer bewertet ihn nach Schema F, was Fern ist von gut und böse.
    Es erinnert an den zweiten Weltkrieg, vom Bewusstsein her und nimmt ganz klar den Betroffenen noch den letzten Rest Achtung und Würde, vor sich selbst und vor ihrem Körper.

    Die Opfer sind meist erwachsen, aber auch die Jüngeren haben ein RECHT, nein es ist ein GRUNDRECHT, dass IHRE WÜRDE unantastbar ist, was ja im Gesetz verankert ist und dahin sollte die Kirche geführt werden, damit sie in ihrer Macht nicht noch mehr Schaden anrichtet.
    DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN!

    Es sollte mal ein Marsch von Betroffenen durch die Städte gehen, mit allen den gleichen T-Shirts, das sollte den anderen die Augen öffnen und dem Einzelnen Betroffen vermitteln – ICH BIN nicht alleine, ich, WIR haben die Kraft, uns nicht mehr der Ohnmacht zu ergeben und der Macht anderer zu beugen, sondern „friedlich, fair und klar all das zu regeln um so aus dem Krieg (Machtkampf) der anderen auszusteigen.
    DENN SIE WISSEN JA NICHT WAS SIE TUN!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  4. Ich habe jetzt für mich den Antrag und das Merkblatt angeschaut.

    Die Betonung von Hilfe der katholischen Kirche und Linderung der Leiden Betroffener geht unter, durch die Betonung von Wichtigkeit der Daten, ohne dem Betroffenen Sicherheit und Klarheit zu geben, dass achtungsvoll mit seinen Daten gegeben wird.
    Es liest sich wie ein Antrag bei der Krankenkasse, der MENSCH, das Erlebte und dass der Umgang mit dem Betroffenen überhaupt nicht sensibel ist. Motto: Nur wer aussagt kriegt Geld, was das Ausfüllen schon mit einem Betroffenen anrichten, auslösen kann, scheint der katholischen Kirche nicht bewusst zu sein – siehe meine Geschichte bei Geste…. da ich so etwas selber auch kenne und dass man als Betroffener das Recht, die Verantwortung sich gegenüber hat, dem anderen, sprich hier der Kirche anzuzeigen, wenn sie ethisch nicht achtungsvoll und klar rüberkommt. Und so ein Kuhhandel zwischen dem Opfer und der Kirche entsteht. DARUM das Aufbäumen der Opfer, das ein klares Zeichen ist, was es IHNEN auslöst und diese Wahrnehmung sollte geachtet werden!
    Gibt es Opferanwälte, die das Grenzwertige Verhalten der Kirche bewusst machen kann? Schon mal das überlegt?
    Denn durch die Daten hat einem die Kirche wieder im Griff – es wird für den Betroffenen eine ungesunde Abhängigkeit hergestellt, das spüren Betroffene.
    Und zugleich der Hinweis der Kirche, dass die Daten für Statistiken etc. verwendet wird, zeugt nicht von Achtung vor dem Betroffenen, denn der entscheidet, was mit so empfindlichen Themen passiert – nicht die Kirche!
    Ist Euch das bewusst? Und danach brüstet sich die Kirche mit der vermeindlichen Hilfe – die nur ein Almosen ist – ein Kuhhandel mit Leid.

    Ich würde so einen Fragebogen nicht ausfüllen, sondern würde die Kirche zur Verantwortung ziehen, mit dem was sie damit anrichtet. Denn ich mag nicht durch solch ein Formular retraumatisiert etc. werden.

    Das sind meine Gedanken – hoffe, dass ich Euch damit etwas helfen kann.

    Die Ebene Kirche muss auf Augenhöhe her, ansonsten haben die Betroffenen wirklich lebenslänglich und jeder Mensch hat mehr verdient!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  5. @Jacqueline

    Das ist aber überall so. Z.B. auch der Weiße Ring arbeitet nach diesem Prinzip – wenn Du Unterstützung von uns willst, musst Du machen, was wir sagen. Man muss Einkommen offen legen, man muss Schweigepflichtsentbilungdserklärung abgeben, man den Tathergang schildern – und wenn man lieb und brav ist, bekommt man Unterstützung. Und wie man dort mit Daten und Unterlagen umgeht, sagt einem auch keiner.

    Schon deshalb könnten die Opferanwäkte nichts sagen – denn sie haben selbst dasselbe Dilemma.

  6. @ Vergewaltungsopfer,

    hallo ich versteh Dich, dennoch hat das was mit Ethik zu tun.
    Würde Dir ein Bischof oder gar der Papst sagen, was unter der Gürtellinie passiert? Nein, der findet WORTE und TATEN und auch ANWÄLTE sich zu schützen und dasselbe steht auch Missbrauchsopfern zu!
    Auch wenn es allen machen, muss das nicht heissen, dass es gut ist.
    Mehrere können einen anderen Umgang einfordern. Durch Spiegelung des Verhaltens.
    Ich sage Dir/Euch das, weil als Opfer wird man oft in die Rolle gedrängt, friss oder stirb, aber die anderen würden nie sowas tun, was sie Opfern anbieten.
    Ich habe mich selber aus diesen Verhalten rausmönivriert, weil ich nicht mehr alles akzeptiere, unbequem wurde, denn ein Opfer schweigt, leidet und akzeptiert und tut sich selber dabei am wenigsten einen Dienst.
    Das hat aber mit Leben nix zu tun. Denn das Leben erfindet sich täglich neu und es wird Zeit, dass die Betroffenen die Lösungen mitbeeinflussen und nicht von NICHT Fachleuten, die das Leid weder kennen, noch spüren können, beurteilt und bewertet wird.
    Jede Betroffene/jeder Betroffener ist Fachperson für sein Leben und seine Missbrauchserfahrung – das ist zu ehren und zu achten. Und die Intimsphäre ist JETZT umso mehr zu achten – als als Kind – da war man ausgeliefert – nun bestimmt jeder da selber die Grenzen und das ist von andern zu akzeptieren. Denn diese überschreiten Grenzen, weil sie nicht spüren können, bei wem und wann sie zuweit gehen und das ist gefährlich und das muss auf den Tisch!
    Normalos lernen automatisch sich abzugrenzen – als Betroffener ist das ein vielleicht lebenslanger Prozess und da dürfen keine schädlichen Manipulationen her – nicht mal um des Geldes willen und dass müssen diese wissen, die sich falsch verhalten – sonst lernen die NIX.
    Nicht nur müssen Opfer nur schlucken und dulden, NEIN, sie dürfen, sollen andere auch was lehren über deren Erfahrung. Denn sonst werden Grenzüberschreitungen zum Normalen und nicht das Achtungsvolle.

    Da geht es nun um Kommunikation und die Kirche hat auch was zu lernen sonst machen sie weiter nach Schema F und erzeugen noch mehr Leid…

    Leben hat mich Aktivität, sich wehren, einen anderen Umgang einfordern, Klärung, und vor allem mit Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zu tun….

    Als Opfer wird man schnell mal zum Befehlsempfänger, Dulder, Schweiger etc.. das macht auf die Dauer krank, an Seele und Körper und führt in Resigantion etc… weil man sich und sein LEBEN nicht mehr spürt und das steht anderen MENSCHEN nicht zu!
    Und tötet jeden Rest von Lebensfreude und Lebensmut und Hoffnung und das braucht man, um weiterzumachen.

    Da die Kirche „wohl vermeintlich mächtiger erscheint“ muss das nicht heissen, dass man sich dem zu unterwerfen hat.

    Alles selbst erlebt…

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  7. Ich kann es nicht fassen und es ist unerträglich: Es steht da kein Wort des Bedauerns, der Entschuldigung, der Reue, der Verantwortung. Sie bringen nur „zum Ausdruck, dass sie das Leid der Opfer sehen und das Unrecht der Täter verurteilen“.

  8. @ Willi Kramer, da spürst Du richtig, dass sind Menschen, die nicht wirklich empathisch sind, sondern Opfer nur als „Bankmenschen“ wahrnehmen – die man mit Geldleistungen ruhig zu stellen hat!
    Vertrau Deiner Wahrnehmung!
    Mich macht das auch wütend, da ich es unfassbar finde, wie man so herzlos, so kalt und so berechnend sein kann – mit der Intimsphäre anderer!

    Und es ist besser, da zu intervenieren, denn zu schlucken!

  9. Die Kirche zeigt sich da als krank, weil sie nicht mehr merkt, wenn sie zu weit geht und die Wahrnehmung Betroffern nicht mehr ernst nimmt!

    Als wenn ne Dampfwalze über eine zarte Frucht, Erdbeere fährt… ohne Rücksicht…..

    Das geht nicht an, NEIN

  10. Das sind kranke Menschen, die sich sowas einfallemn lassen, ohne Emphatie! Und gleichzeitig schicken sie ihre Anwälte gegen Opfer los.
    Dafür haben sie Geld.
    Einer der Mitarbeiter von Missbrauchs-Bischoff Ackermann in Trier, der Fernsehpfarrer Stephan Wahl, hat der Zeitung ´Trierer Volksfreund´gegenüber gesagt, das einer der Haupttäter am Aloisiuskolleg sein geistiger Mentor ist.
    Da sieht man doch wie die ticken. Die haben nichts kapiert. Die kennen wohl Sex nur als Missbrauch und Sünde und verstehen nicht, dass andere das nicht so normal finden wie sie, Sie verstehen nur, dass sie irgendeinen Aktionismus für die Presse vorweisen müssen, damit sie auch bloss die Bevölkerung ruhig stellen und weiter Kirchensteuer kassieren können.

  11. Das Verfahren ist prinzipiell nicht unüblich. Warum ich „prinzipiell“ schreibe, dazu später. Aber ob es Unterstützungszahlungen des „Weißen Rings“ sind, staatliche Zahlungen über das Opferentschädigungsgesetz oder zivilrechtliche Urteile, bei denen die Täter an die Kläger (Opfer) zahlen müssen, Schmerzensgeldprozesse, usw.

    Natürlich muß die Tat so genau wie möglich geschildert werden, dies ist ja bei der Staatsanwaltschaft / Polizei auch so. Man versucht dies so weit wie möglich zu rekonstruieren, um dann eben daraus ableiten zu können, wie hoch die entsprechende Entschädigung ist.

    Natürlich hätte man auch eine Pauschale zahlen können, teilw. geschah dies ja in einigen Fällen im Ausland. Aber Pauschalzahlungen sind m.W.
    nach eher die Ausnahme gewesen.

    Außerdem haben Schmerzensgeldpauchalen wieder ein anderes Problem.
    Jemand der besonders betroffen ist bekäme dann nur die Summe, die auch ein Opfer eines minderschweren sex. Missbrauchs bekommt.

    Insofern ist die Schilderung des Tathergangs nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist – bei weit zurückliegenden Taten – die Frage nach der Uhrzeit (?!), sowie die mangelnde Erklärung, was eigentlich mit den Daten geschieht. Hier sehe ich auch ein Restrisiko. Denn letztendlich ist es ja nicht „nur“ ein Einzeltäter, der die Daten eines Opfers bekommt, sondern eine Institution der Täter, die die Daten aller Opfer bekommt.

    Bei soviel Missbrauch kann man auch einen Datenmissbrauch nicht ausschließen. Wer kann sagen, wer später Zugang zu den sensiblen Daten hat ? Dies müßte alles von einem Datenschutzbeauftragten streng überwacht werden, die Unterlagen müßten an einem neutralen Ort gelagert werden.

    Was die Weitergabe der Daten angeht, die ist normal, m.W. gibts dazu auch eine Verplichtung in irgendeinem §, zumindest in den NL ist dies so, aber diese Daten werden völlig anonymisiert und abstrakt weitergegeben. z.B. an Forschungseinrichtungen, Organisationen, dem BKA. Sie sind kaum differenzierter als z.B. die PKS ( polizeiliche Kriminalstatistik ).

    Ich habe ja selbst früher im Forschungsbereich diese Kolonnen an Zahlen be- und verarbeitet, die sind sehr abstrakt:

    Also Anzahl der Fälle, Alter der Opfer/Täter, Schweregrad des sex. Missbrauchs. ( Der wird in der Kriminalistik in verschiedene Stufen aufgeteilt )

    Weder werden Namen, noch Berufe, noch exakte Geburtsdaten, usw. weitergeleitet, so daß dies nicht mehr den Personen zugeordnet werden kann.

    Ansonsten hätte man auch keine verlässlichen Zahlen, die ja auch für die Präventions- und Dunkelfeldforschung wichtig sind.

    Ärgerlich finde ich aber, neben der viel zu niedrigen Summe, daß sie dies auf eine Summation von Einzeltätern herunterbrechen, anstatt doch die Verantwortung ihrer Institution endlich einmal einzugestehen.

    Sie sehen das Leid der Opfer und verurteilen die Verbrechen der Täter,
    nur haben SIE die ja jahrzehntelang gedeckt. Liest man die Erklärungen der letzten Tage und diese Anträge, hat man den Eindruck, die kath. Kirche geht wieder ein paar Schritte hinter den leichten Ansätzen der Selbstkritik zurück, die man exakt vor 1 Jahr zumindest in einigen Talkshows hörte.

    Gnädigerweise ist man bereit eine Höchstsumme (!) von bis zu (!!) 5000 Euro zu zahlen, die werden wohl auch nur wenige erhalten.

    Dieser Punkt ist nämlich in vielen Pressemeldungen untergegangen.
    In vielen Nachrichtensendungen im Radio wurde gemeldet: 5000 Euro.

    „Bis zu“ kann auch bedeuten, daß das Mittel eher 2000 Euro bekommt, oder einige gerade mal ein paar Hundert Euro. Und selbst dies ist der reichen kath. Kirche alles noch zuviel.

    Der Tenor in der kath. Kirche ist doch der:
    Leider hat man dies den bösen Geistlichen, also einigen „schwarzen Schafen“ zu „verdanken“.
    So sieht die Institution kath. Kirche sich praktisch selbst als Opfer.
    Als Opfer einiger schwarzer Schäfchen, die die Herde verlassen haben.
    Paradox. Oder besser unverschämt.

  12. @Jacqueline

    Wenn man abhängig werden will, dann muss man auf eigenen Beinen stehen.

    Ich habe auch bewußt die Unterstützung vom Weißen Ring abgelehnt (nicht, dass sie gezahlt hätten, aber ich wollte auch nicht mehr in diese ohnmächtige Position kommen), weil das mir nicht gut getan hätte.

    Ich bekommen keine staatlichen Leistungen, Therapie habe ich auch teilweise selber gezahlt.

    Strafverfahren habe ich auch durch nmit Tathergang usw. (musste den Anwalt dazu auch selber zahlen).

    Der Staat tut für mich nichts (war an einer staatlichen Institution – Täter wurde still versetzt), sondern hatte mich unter Druck gesetzt, nichts publik zu machen.

    Und vom Runden Tisch werde ich keinen Cent bekommen.

    In dem Moment, wo es ums Geld geht, hat das mit Ethik nichts mehr zu tun!

    Und der Tathergang ist schon notwendig, da ansonsten auch Nichtbetroffene auf diesem Weg versuchen werden, sich zu bereichern (die Erfahrung mit der Strafanzeige zeigt, dass gerade die Falschanzeigenden am Lautesten sind und dass ihnen erstmal am leichtesten geglaubt werden, weil ihre Schilderungen dem entspricht, was sich normale Menschen unter Missbrauch/Vergewaltigung vorstellen – und diese Falschanzeigenden haben ja keine Schamgefühle oder Angst usw., weil sie ja nicht betroffen sind).

  13. @Caroline Kaiser

    Das sehe ich auch so.

    So traurig es ist, ist dieses Entschädigungsangebot der Kirchen finanziell gesehen immer noch viel besser als was der Runde Tisch mit seinem Hilfsfond plant.

    Es geht also nicht so ums Geld. Und da es hier rechlich gesehen um freiwillige Kulanzleistungen handelt, wird es ein Kuhhandelt sein (wenn man rechtliche Ansprüche hat, kann man ja rechtlich vorgehen).

    Das Formular ist auch viel einfacher als die polizeiliche Vernehmung oder beim OEG-Verfahren. Die Frage nach Uhrzeit mag verwunderlich sein, aber ich denke mal, dass das eine Standardfrage ist, was man nicht unbedingt beantworten muss, wenn man sich nicht mehr dran erinnern kann.

    Das Problem ist eher, dass die praktische Hürden noch ungeklärt sind, wie Datenschutz (wie werden die Daten gespeichert, und wer hat Zugang(Einsichtsrecht dazu, wie lange werden die Akten aufbewahrt) und Richtlinien zur Entschädigungspraxis (wer bekommt wieviel), sowie wie diese Zahlung angerechnet wird (rechtlich wird die Zahlung wohl als Einkommen gewertet, d.h. z.B. bei Hartz-IV-Empfängern würde das nur dazu führen, dass sie für paar Monate keine Hartz-IV-Leistung mehr bekommen, weil sie von der Entschädigungszahlung leben könnten – letzendlich fordert ja der Staat, dass die Täter stärker zur Verantwortung gezogen werden, auch deswegen, damit nicht der Staat sondern die Täter für die Opfer aufkommen müssen – für die Opfer ändert sich die finanzielle Situation also nicht). Wer entscheidet, ob die angemeldete Tat tatsächlich sex. Missbrauch ist? Und ist diese Entscheidung richtig? Und was passiert, wenn die Tat noch nicht verjährt sein sollte – wird dann gleich eine Anzeige angestrebt?

    Und wie das mit Doppelzahlungen gehandhabt wird: angenommen, es kommt in 3 Jahren zu einem Vorfall in der Kirche, und der Täter wird verurteilt. Für das Opfer käme also zivilrechtliche Schadensersatz/Schmerzensgeldzahlung vom Täter, gesetzliche Zahlung vom Versorgungsamt (OEG), sowie freiwillige Zahlungen vom Hilfsfond Runder Tisch und von dem Entschädigungsfond der Kirche in Frage.

    Es kann nicht sein, dass das Opfer doppelt und dreifache Zahlungen bekommt. Aber muss das Opfer dann unbedingt das viel anstrengere und kostenintensivere OEG-Verfahren anstreben, oder kann es direkt aus dem Entschädigungsfond Geld bekommen?

    usw. usw.

    Solche Details müssten geklärt werden. Das ist m.E. auch viel wichtiger als die Frage, ob man 500 Euro oder 5000 Euro bekommt.

  14. @Vergewaltigungsopfer, du bist scheinbar bereits quer durch die Bürokratenhölle gegangen und bist bereits auf diese Chause dressiert.
    Für viele andere ist das alles was es für jeden einfachen Menschen sein sollte: grotesk!
    In kirchlichen Einrichtungen weiss man sehr wohl was, wer , wie usw. da kann nicht einfach jeder kommen und was behaupten, die meisten betroffenen haben schon mondestens dreimal ausgesagt: Raue, Bergmann, Zinsmeister.. Das sollte dann so langsam auch genügen.
    Was nicht genügt, sind die Almosen der Kirche.
    Was nervt, sind Betroffene, die vor lauter Neid eher der Kirche wünschen sich die ZAhlungen zu sparen als dass ein anderes Opfer mehr bekommt!
    Meine Güte, wenn irgendjemand doppelt und dreifach entschädigt wird: Herzlichen Glückwunsch! Es ist jedem zu gönnen!
    Was soll der Neid und die Eifersucht?

  15. @Michael Lehmann

    Dann hast Du die staatliche Maßnahmen gar nicht kennen gelernt. Wie man es dort mit Beweiserhebung handhabt – das ist nichts im Vergleich zu das die Kirche im Formular verlangt, oder wie man das Geschene bei Bergmann schildern kann.

    Und es ist auch nicht so, dass ich das Ohnmachtsgefühl nicht kenne, dass bei z.B. bei Frau Bergmann große Hoffnung erweckt wird, dass man endlich gehört wird, und dass man dann fallen gelassen wird.

    Du schreibst aber:

    „Meine Güte, wenn irgendjemand doppelt und dreifach entschädigt wird: Herzlichen Glückwunsch! Es ist jedem zu gönnen!“

    Aber wenn dieser irgendjemand dann sagt, dass das ihm nicht genügt, und dass er das Zwanzigfache haben will? Weil Dreifach ihm nicht genügt?

    „Was nervt, sind Betroffene, die vor lauter Neid eher der Kirche wünschen sich die ZAhlungen zu sparen als dass ein anderes Opfer mehr bekommt!“

    Das ist DEINE Interpretation. Und solange Du andere Menschen so reduzierst, dann kann man mit Dir nicht konstruktiv reden.

    Und das ist auch meine große Kritik an die Kirche: dass sie eben diesen Alleingang gewählt haben, statt den Weg zu gehen, dass alle in einen großen Topf einzahlen, und dass alle Opfer aus dem Topf entschädigt werden.

  16. Hallo zusammen,

    es bringt nichts in Neid und Selbstzerfleischung zu verharren, denn das ist Opferverhalten und wollen die anderen, um einen Klein zu halten.
    Wenn ein Opfer viel finanzielle Unterstützung, Geld braucht, dann weil der Mangel, der durch den Missbrauch dermassen enorm ist.
    Missbrauch führt einen auf die Ebene eines Kindes, Abhängigen. Und man spürt den Mangel umso mehr und statt die Würde und Selbstachtung wieder herzustellen wollen dann diese lieber mehr Geld um diesen Mangel auszugleichen. ES zeigt mehr, was Missbrauch mit einem machen kann und wie die Reaktionen darauf sind.
    Es ist immer so, wenn man in dem Spiel des Mangels mitmacht, wird man zum Spielball und das ist das Gefährliche. Eben durch die Anträge. Dann sollte man sich fragen, dient das mir oder mehr der Kirche und was habe ich auf die Lange Sicht davon?
    Dies ist aber nicht immer möglich, wenn Schmerz, innerer Schmerz, Wut und andere verletzte Gefühle und Aengste all das beeinflussen und die Haltung und der Umgang der Kirche diese Gefühle noch verstärken.

    Darum ist es wichtig und vielleicht besser, wenn viele der Kirche und den Institutionen mitteilen, nein sogar einfordern, dass solch Triggerndes Verhalten abgestellt gehört – weil die ja nicht wissen was sie tun und sie können erst was ändern, wenn Widerspruch von denen kommt, die davon was verstehen – eben die Missbrauchserfahrene.
    Nicht hinnehmen und dulden, sondern wenn es schmerzt, weh tut und wütend macht, was ändern, an deren Verhalten und Bewusstsein und sich deswegen nicht zerfleischen!

    Ja, Anträge sind wichtig, Ja Geld ist wichtig, aber nicht unter dem Aspekt der Erniedrigung, der Unklarheit was mit sensiblen Daten geschieht und Speicherung für Statistiken…. weil das nix ändert am Befinden von einem selber, es ist dann nur Schema F.

    Leute in Institutionen, Kirchen etc, agieren wie Maschinen, einfach, berechenbar ein Problem zu lösen. BEI Missbrauch geht es um Menschenleben, um Intimssphäre und bei groben Fehlern, kann das anderen das Leben kosten – das muss vermittelt werden.
    Da muss ein Wandel her, sonst produzieren diese Stellen wirklich lebenslange Opfer, weil sie den Betroffenen nicht mehr als Mensch sehen, sondern als Ding, dass schnell erledigt gehört und vom Tagesgeschehen abhält und so weitere Opfer produziert, weil es denen dann genauso ergeht….

    Nur die Betroffenen können da was ändern, weil sie die Fachleute auf diesem Gebiet sind und den anderen beibringen können, was endlich geändert gehört, das schaffen die nicht, sind überfordert und haben auch nicht die Wertschätzung achtungsvoll mit Betroffenen umzugehen.

    Die kennen den Schmerz nicht – wäre aber mal wichtig, dass die den spüren könnten…. durch Spiegelung…. etc…

    Vor einer Woche habe ich an die Stelle von Bischof Ackermann einen dreiseitigen Brief geschrieben und wie ich hier schreibe, vieles mal auf den Tisch gebracht und leider hat die Kirche, ohne wohl mich und andere ernst zu nehmen, nun den Weg der schnellen Abfertigung gewählt.

    Dinge müssen ständig auf den Tisch, wie bei einem Mantra, bis die anderen aufwachen oder merken, es stehen dermassen viele auf, nun müssen sie hinschauen.

    Jeder Betroffene hat Kraft, wenn auch nur, um aufzustehen und bei den Machtspielen und Verletzungen nicht mehr ja zu sagen, sondern NEIN UND STOPP!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  17. @Jacqueline

    Was Du schreibst ist zweifellos richtig.

    Problematisch wird es, wenn man für sich selbst Geld will, UND dabei drauf beruft, dass man ja als Opfer dieses Verfahren gar nicht mitmachen kann, weil es einem so schlecht geht.

    Wer fähig ist, solche Proteste zu machen und zu kämpfen, ist auch fähig, für sich aus eigener Kraft zu sorgen, ohne sich weiterhin finanziell abhängig zu machen.

    Ich habe mich natürlich meinerseits auch z.B. Frau Bergmann eingebracht. Auch wenn ich für mich davon nichts habe.

    Aber mein Täter macht weiter, und da hätte ich mir Veränderung gewünscht und erhofft.

    Und wurde gesagt, dass es keinen Zweck hat, dass man mit mir redet, weil Opfer ja eh mit nichts zufrieden geben werden. Und dabei wollte ich nicht mal Geld für mich!

    Und da war ich schon traurig, dass die ganze Diskussion nur ums Geld geht.

    Ich denke, dass wenn man meinetwegen bei der Kirche missbraucht wurde, und jetzt bei der Kirche bettelt, dass sie was zahlt – dann macht man sich erst recht abhängig und bleibt in der Opferrolle.

    Warum glaubt Ihr immer noch an die Gute, dass Ihr hofft, dass die Täter von sich aus die Würde herstellen?

    Und wenn die Täter unfreiwillig zahlen, ist das eine Genugtuung?

  18. Hallo Vergewaltigungsopfer,

    erst wenn die Würde und Achtung hergestellt ist, kann man über Finanzielles reden, denn dann kann man als Erwachsene agieren und nicht mehr nur um des Geldes willen.

    Wenn aber nur alles übers Geld abgewickelt wird, zementiert man Opferverhalten und zeugt davon, dass Täter nix gelernt haben, wie die Institutionen auch Kirchen.

    Bevor der Täter was zu zahlen hat, soll der erst mal zum Psychiater oder Seminaren, wo Opfer erzählen – Lerneffekt, dann ist es “ eher ein Geschenk, denn eine Genugtuung“, denn wenn der Täter sich auf die Opferebene runterbegeben muss, dann hat der was zu knacken und zu lernen und wird hoffentlich bewusst, was er anrichtet und wenn er wieder mit Kindern oder Opfern zu tun hat!

    Erst dann ist Geld oder eine Entschuldigung was wert.

    Vorher wird nur das Machtspiel bedient. Du oben, ich unten und niemand gewinnt, erst recht nicht das Opfer.

    Ausgleichend sollten die Aktivitäten der Täter sein, die auf die Dauer was bringen, wie Renten, Therapien, Ausbildungen, Seminare, Kuren etc. und vor allem Zeit, weil eine Heilung von Missbrauch, Jahre, Jahrzehnte braucht und mit 5000€ nicht getilgt werden kann, da der Schaden für Körper, Geist und Seele zu hoch ist, vor allem, wenn der Missbrauch verjährt ist.

    Es ist wichtig, an das Gute zu glauben, wieder Vertrauen zu lernen, weil man dann dem Negativen keine Resonanz mehr bietet!

    Prävention geschieht durch Bewusstseinsveränderung beim Täter, den Institutionen und dann mal bei der Gesellschaft.
    Und dem Lernen wieder von Achtung und Würde, wie es im Gesetz verankert ist, aber nix gilt.

    Wenn man bettelt, ist man Opfermodus, wenn man es als Ausgleich einfodert, ist man erwachsen und achtet sich und weiss, was man braucht und dass man auch bei der Sprache des Geldes mitreden kann.

    Es gibt simple Menschenrechte, denen muss man sich wieder bewusst werden.
    Recht auf Meinungsfreiheit.
    Recht auf Würde und Respekt.
    Recht auf…

    Das Bild über Opfer muss sich verändern.

    Und Opfer müssen nicht um Grundrechte kämpfen müssen!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  19. Ja, es stimmt, dass erst die Würde hergestellt werden muss, damit die Opfer in Frieden weiterleben können.

    Aber genau das wird man ja von Tätern nie bekommen. D.h. wenn man das von Tätern erwartet, dann wartet man ewig vergebens. Und da hilft auch kein Protest, kein Kampf. (Das Einzige, was man erreichen könnte, ist dass andere nichtbetroffene Menschen anfangen, sich Gedanken darüber zu machen).

    Und daher gibt es ja in unserem Lebenssystem die Geldzahlung – eben um diese Würde ersatzweise materiell zu kompensieren.

    Beides zusammen kann nicht funktionieren, weil das zwei verschiedene Ebenen sind. Wenn die Betroffenen dann sagen „Worte reichen nicht aus“, sondern auch Geld sehen wollen – das ist dann ein Widerspruch in sich. Und deswegen wird man nicht zu einer befriedigenden Lösung kommen.

    Und mal eine Gegenfrage – was schlägst Du sonst vor, wie man vermeiden kann, dass „falsche Opfer“ (also, Leute, die irgendeinen Menschen falsch beschuldigen, um ans Geld zu kommen) Geld bekommen? Oder willst Du eher in Kauf nehmen, dass die Betrüger Geld bekommen, und unschuldige Mitarbeiter in Verruf kommen und sanktioniert werden?

    Das ist ja immer das Dilemma bei Geldzahlungen – dass Opfern geglaubt werden sollte, und dass Opfer Würde brauchen, ist eigentlich allen klar – aber man weiß eben nicht, wer tatsächlich ein Opfer ist.

  20. Und was die Solidarität der Gesellschaft mit den Opfer angeht:

    Eigentlich wünsche ich mir da mehr Solidarität in dem Sinne von Arbeitgebern, welche Opfern Arbeitsplätze anbieten, welche auch mit Therapiezeiten vereinbar wäre. Arbeitgeber, welche Betroffene auch teilzeit einstellen; Arbeitgeber, welche Verständnis haben für Reha-Maßnahmen. Lehrer, welche mit betroffenen Schülern gut umgehen können. Möglichkeiten, Ausbildungen nach zu holen usw. Nachbar, die einen nicht komisch angucken, wenn man weint…….

    Solches Verständnis seitens der Gesellschaft würde mir persönlich viel mehr Würde zurück geben, als wenn sie nach Geldzahlungen für die Opfer seitens der Kirche schreit aber selber das Leben der Opfer schwer macht. Denn letzendlich bedeutet das ja: mit den Opfern wollen wir ja nichts zu tun haben, wie sind ja nicht schuldig, sie sollen ihre Geldzahlungen bekommen, dann müssen wir uns nicht mit ihnen beschäftigen, und alles ist gut.

  21. @Vergewaltigungsopfer, du redest den Missbrauchsinstituttionen das Wort und nimmst den Kämpfern den Wind aus den Segeln. Bist du von denen bezahlt? Wohl hoffentlich nicht! Mach mal halblang und denke über dich selbst und was du sagst einmal nach. Versuche auch einmal aus den engen Kreisen deines Denkens auszubrechen, bevor du andere in diese Welt einfangen willst.
    Natürlich ist von der Kirche oder sonstwem nichts zu erwarten.
    Wir leben in einer Welt, in der alles über Geld geregelt wird.
    Nur empfindliche Zahlungen können die Institutioenn dazu bringen in Zukunft dem Missbrauch entgegenzutreten.
    Schön, wenn du kein Geld brauchst.
    Andere haben andere Vorstellungen.
    Ich hoffe, ich bin dir jetzt nicht zu Nahe getreten, aber du löst bei anderen schlimme Dinge aus, mit dem was du hier schreibst.

  22. @Michael Lehmann

    Das hat mit Segeln aus dem Wind nehmen nichts zu tun. Das ist wieder DEINE Interpretation.

    Ich denke nur übergeordneter, und nur so kommt man auch zu einer Lösung.

    Alles andere ist nur Agieren – man tut was, weil man was tun muss, aber phne zu überlegen, was das genaue Ziel ist und ob man das Ziel so erreichen kann.

    Und wenn das, was ich schreibe, bei anderen schlimme Dinge auslöse, tut es mir leid, aber das ist dann die Traumafolgen, und die anderen tun sich auch selbst kein Gefallen damit, indem sie mich dafür verantwortlich machen.

    Ich habe auch an mir sehr, sehr viel gearbeitet und gekämpft, dass ich eigenständig leben kann – und das war auch nicht leicht!

    Du schreibst, dass nur empfindliche Zahlungen die Institutionen dazu bringen können, in Zukunft dem Missbrauch entgegenzutreten. Diese Ansicht teile ich nicht. Denn die Zahlungen sind ja hier ohnehin nur für verjährte Fälle – also Altlasten – gedacht. Die zukünftigen Opfer haben eh nichts davon.

    Und warum solidarisiert Ihr Euch dann nicht mit z.B. Opfern von Missbrauch in Sportvereinen, die immer noch nicht mal zugeben wollen, dass dort Missbrauch stattfindet, und die gar keine Zahlungen leisten wollen?

  23. Hallo Vergewaltigungsopfer!

    Missbrauch in Sportvereinen aufzuarbeiten fällt in meinen beruflichen Bereich. Du brauchst da gar nicht polemisch werden.

    Ansonsten gebe ich hiermit den Versuch auf dir Sachverhalte zu kommunizieren.

    Du hast oben meine Argumente total verdreht und es kann sein, dass ich nicht fähig bin es dir besser zu erklären, kann auch sein, dass du nicht verstehen willst oder kannst.

  24. Wer wundert sich über dieses Vorgehen?
    Ist es doch in Übereinstimmung mit den Zielen, und Dogmen der kath. Kirche. Nämlich, den Körper abzutöten, um der Seele den Weg in das Himmelreich zu ermöglichen.
    Sie verheimlichen ja nichts. Ist ja jedem der es hören will auch vernehmbar.
    Und da ja alles unter dem Mäntelchen der Liebe und der Güte geschieht, eben auch genauso unangreifbar.
    Weil doch keiner etwas gegen liebe und güte haben kann. Erst recht, wenn sie der Betreffende nach seinem Tod zu bekommen braucht.
    Dann hatte er wenigstens eine gute und lange Vorfreude. Und die ist ja so manches Unbill schon wert. Oder etwa nicht?

  25. Im Diskussionsverlauf reden ( bzw. schreiben ) wir teilw. aneinander vorbei.

    Die Differenzen sind aber eigentlich gar nicht so groß, wie es auf dem ersten Blick scheint, aber es wird mal von einer Pauschalentschädigung, dann wieder von einer Einzelentschädigung gesprochen, ohne daß dies immer exakt benannt wird.

    Bei einer Entschädigung die auf den Einzelfall bezogen ist, wird das Verfahren eben ähnlich wie bei Strafverfahren und beim OEG sein (müssen). Bei einer Pauschalentschädigung nicht. Insofern wäre es für die Betroffenen besser, da nicht ständig Vergangenheit auf- und wieder bearbeitet wird.

    Was mir schon auf die Nerven geht, ist das ständige Einfordern von Sonderrechten für die Opfer von Sexualstraftaten, gegenüber den Opfern anderer Gewalttaten.

    Bestimmte Prozesse ( Aufhebung der Schweigepflicht, Rekonstruktion des Tathergangs, dann eben auch mit
    belastenden Schilderungen ) sind nun mal unvermeidlich, wenn ein EINZELFALL beurteilt werden soll.

    Insgesamt fehlt mir aber seit Jahren schon eine klare Linie, die Täter angemessen bestraft, Opfern hilft, die präventiv statt hysterisch ist.

    Momentan stimmt das ganze Verhältnis nicht mehr.

    Was die Abschreckung durch hohe Zahlungen angeht, dies ist natürlich kein Patentrezept, aber ein sehr wichtiger Baustein.
    Nicht so sehr, weil ALLE Täter sich vorher groß über zahlende Summen Gedanken machen würden, sondern weil sie damit auch später ihren finanziellen Status verlieren.

    Nur ein Teil dieser Täter ist ja im eigentlichen Sinne pädophil, der weit größere Teil hat Übergriffe auf ältere Kinder und / oder jüngere Jugendliche begangen, weil eben sonst niemand da war.

    Diese (potentiellen) Täter würden es sich sehr wohl überlegen, wenn sie bei einem anschließenden Verfahren praktisch enteignet würden.

    Mir leuchtet jedenfalls nicht ein, was hier gegen hohe Entschädigungen spricht. Ich hätte die sinnvoller gefunden, als die letzten Absurdänderungen im Strafrecht, die jeden Bahnhofsbuchhändler und Videothekar zum Pseudo-Pädokriminellen stempelt.

  26. Ein weiterer Punkt zu den hohen Entschädigungen: Die Institution, die einen übergriffigen, gewalttätigen Menschen beherbergt, wird es sich sehr genau überlegen, ob sie nicht doch genauer hingucken will, wenn sie größeren finanziellen Schaden befürchten muss. Die Historie am AKO wäre anders verlaufen, wenn bereits Wallmeyer und Brüning der Schule und dem Orden sehr viel Geld gekostet hätten.

    Und: Ich stimme Ihnen zu, Frau Kaiser: Sexualdelikte werden in unserer Gesellschaft als besonders grauenhaft angesehen. Dabei hat Gewalt viele Gesichter, die ein Opfer bis zur lebenslangen Lähmung erschrecken können.

  27. Ihr lieben Leut, ich möchte nicht ausgegooglet werden, also nur mein Vornamen. Was sich erlebe, ist auch scharf..bin wegen Mißbrauch(Jesuit, Franziskaner und Dominikaner) 3 mal aus der Kirche ausgetreten, weil ich das Theater nur so bewältigen konnte. Der gegenwärtige SJ Provinzial hat mir seine Unterstützung angeboten, wenn ich sie mal brauchen sollte. Mal sehen..da ich von Natur aus religiös bin, hatte ich immer eine Sehnsucht nach Kirche, lacht mich aus, es ist so. Nun habe ich einen sehr engagierten Kaplan getroffen, der mir gut zugehört hat und meinte, ich solle das Thema Mißbrauch nicht weiter verdrängen, die Popen hätten mir mehr angetan als ich wahrhaben möchte. Und er würde mich, wenn ich will ,gerne wieder in die Kirche aufnehmen. Was passiert? Der Ansprechpartner aus dem Bistum Essen, das für mich leider zuständig ist, obwohl ich seit 32 Jahren in Berlin wohne, verweigert mir die Taufbescheinigung, ich wirke nicht sehr ernsthaft auf ihn. Dem habe ich dann gestern die Hölle heißgemacht. Mal sehen, was draus wird. Wenn man die finanzielle Entschädigung annimmt, denke ich, ist man eigentlich zum Schweigen verurteilt. Ich will aber eher auf den Putz hauen.

  28. Na, super. Sind ja auch nur Frauen und sicher selber Schuld, wenn sie beim Beichten sexuell belästigt wurden.Der arme Pater hatte sicher angesichts der Sünden Anfechtungen. Da ist die Kirche der Täter, was bei ihr alles Sünde ist, ist woanders Vergnügen. Wenn Eure Patres das nicht packen, ändert einfach den Sündenkatalog.Ich frag mich gerade, was so ein Pater beichten müßte. Erstmal die sexuelle Belästigung. Auch wenn er rein aus Trieb und ohne Verstand gehandelt hat. Dann die Entweihung mindestens eines Sakraments.

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